Beck's letzter SommerIm Januar habe ich alle Rekorde gebrochen: 2 Bücher, Belletristik obendrein, in einem Monat. Wie kam’s? Im Büro haben wir Die Zeit abonniert, die ich leider viel zu selten lese. Kurz vor Weihnachten habe ich mir jedoch mal den Literaturteil vorgenommen, eine Rubrik, die bei mir traditionell eher zur kurz kommt, ähnlich dem Sportteil. Jedenfalls, der Festtage und dem daraus resultierenden Nachfrageüberschuss wegen haben die Zeit Leute eine Sonderbeilage da drinnen gehabt, mit einer ganzen Doppelseite zu Benedict Wells’ Erstlingswerk Beck’s letzter Sommer. Schön, dachte ich mir, das wünschst Du Dir, ein deutschsprachiges Buch, das mag ich.

So kam es dann auch, im Carepaket von Amazon.de, im Auftrag meiner Eltern. Drinne war eben dieses Buch und Sven Regener’s Der kleine Bruder (Rezension folgt). Los geht’s, Wells fängt hinten an, nicht ganz, eher im hinteren Drittel, so dass sich die Storyline nochmal schliessen kann und Raum lässt für ein Happy End, oder einen ultimativen Untergang. Man merkt, Wells ist jung, moderne Episodenfilme säumten seinen Weg, solche von der Sorte Pulp Fiction oder Happy Endings, solche, bei denen die Handlungsstränge interagieren. Mit zunehmender Verdichtung im hinteren Teil des Buches, häufen sich Sprünge zwischen Zeit- und Erzählperspektiven. Interessant auch, dass sich der Autor selbst mit einbezieht, ob fiktiv oder autobiografisch ist nicht bekannt, macht aber auch nichts. Auf diese Weise hat man als Leser das Gefühl, den Protagonisten noch besser zu kennen.

Die Story: Beck ist Lehrer von der Sorte, “Was mache ich eigentlich hier”, sein Vater war auch schon Lehrer, am gleichen Gymnasium. Eigentlich ist Beck ein Rockstar aber andere haben ihm immer Steine in den Weg gelegt und so hat sich nie der ersehnte Erfolg eingestellt. Eines Tages entdeckt Beck Rauli, einen seiner Schüler, er bemerkt, dass dieser über ein überirdisches musikalisches Talent verfügt und er will ihn ganz groß raus bringen, wenn schon nicht als Produzierter dann wenigstens als Produzierender in die Annalen der Rockgeschichte seinen Platz einnehmen. Dann ist da noch sein bester Freund, sein einziger Freund vielleicht , der total durchgeknallt ist und die Spirale des Untergangs mit Hilfe diverser Drogen immer enger dreht. Auch ein Liebesgeschichte findet in dem Roman Platz, Beck’s Weg vom Bindungsunfähigen zum Liebenden. Alles kumuliert im Roadtrip nach Istanbul, den Beck mit Rauli und Charlie gegen Ende des Buches machen.Und

Und was will uns der Autor damit sagen? Vielleicht, dass man seinen Träumen ruhig nachgehen soll? Ja, aber man soll auch nicht zu viel erwarten, am Ende kommt’s eh anders, vor Allem als man denkt. Und immer lieb sein, nicht hinter dem Rücken anderer krumme Dinger drehn, das wird nämlich nichts, das geht nur schief. Das Gute kommt von selbst zu dem, der es am meisten braucht und verdient hat. Egal, das Buch sollte man einfach lesen weil’s wirklich Spass macht, eines der besten Bücher, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.

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