Das größte Fest der Amerikaner, ich berichtete bereits, ist Thanksgiving, eine Art Erntedankfest auf Steroid, wie man hier sagen würde. Es findet immer an einem Donnerstag statt, dem letzten im November, gefolgt vom sogenannten Black Friday, ein ebenfalls gigantischer Feiertag für den Einzelhandel, der Auftakt des vorweihnachtlichen Konsumrausches. Aber Thanksgiving selbst hat auch etwas Beschauliches, ein Tag, den viele im Kreise ihrer Freunde und Familien verbringen, oftmals der einzige Tag im Jahr, an dem man Zeit hat für einander, für Gespräche oder Klatsch, für die kleinen und großen Dinge im Leben. Dabei wird gegessen, viel und gut. Die Tradition will es, dass Millionen von Truthähnen an diesem Tag durch die Mägen der Amerikaner wandern, zusammen mit Mashed Potatoes (Kartoffelpüree), Collard Greens (Grünkohl), Brussel Sprouts (Rosenkohl) und anderen Köstlichkeiten.

Das dritte Jahr schon beteilige ich mich aktiv und zelebriere diesen schönen Feiertag. Im ersten Jahr hatte ich mir einen 18 Pfünder vorgenommen und 8 Beilagen. Ich verbrachte 10 Stunden in der Küche, die Gäste waren begeistert aber ich war ziemlich erschöpft und nacher war mehr übrig als vorher. Das Jahr drauf gab’s dann nur noch einen 10 Pfünder und ich halbierte die Anzahl der Beilagen. Das war viel besser, das Essen wurde zu 80% aufgegessen und ich war noch frisch genug das Ganze zu genießen. Dieses Jahr haben wir ein Potluck daraus gemacht, also ein “Jeder bringt was mit” Essen. Das hat ganz toll geklappt, alle meine Freunde haben leckere Beilagen und Nachtische beigesteuert, ich den Vogel und noch ein paar Klassiker, ohne die es einfach nicht geht. Im kleinen Kreis mit 9 Leuten haben wir bei Leckereien, Wein und Schnapps einen herrlichen Abend verbracht und über die kleinen und großen Ereignisse in unserem Leben seniert. Schön war’s – ich freu’ mich schon auf’s nächste Jahr.

One thought on “Thanksgiving: ein Nachruf

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