moi dans le PontiacIch liebe Roadtrips hier in den USA, immer wieder ein Gefühl von Paris, Texas. So schlüpfe ich also in die Rolle von Harry Dean Stanton, der vermutlich nur in Wim Wenders Film einmal eine Hauptrolle hatte und hole am Mittwoch meinen Pontiac GT ab, schiebe mich durch das Gewühl von Südmanhattan, durch den Holland Tunnel in die Weite New Jerseys. Vorbei an den häßlichsten Industrieanlagen der Welt, erst ein paar Meilen weiter den Turnpike hinunter wird der Garden State seinem Namen gerecht. Die Cruise Control eingeschaltet rausche ich mit 70 Meilen in der Stunde auf Delaware zu. Es kommt einem schnell vor, ein Blick auf das GPS ernüchtert jedoch schnell: 121 km/h. Amerikanische Automobile sind schon so gebaut, dass auch bei mäßigen Geschwindigkeiten ein gewisses Gefühl von Kontrollverlust auftritt, damit wenigstens ein wenig Adrenalin das Fahren zum Erlebnis werden läßt. 

Die Brücke über den Delaware ist gigantisch, der Fluss an dieser Stelle bestimmt zwei oder drei Kilometer breit, links kann man das Meer schon sehen. Durch Delaware, dem gleichnamigen Staat ist man dann auch schnell hindurch gefahren, er ist mit Rode Island der Kleinste in den USA und als Steueroase bekannt (über 80% aller Fortune 500 Unternehmen haben hier ihren Hauptsitz, braintransfer, Inc. natürlich auch). Meine letzten Meilen führen mich durch Maryland, hier schaut's aus wie in Deutschland nur wärmer. Die ganze Ostküste entlang kann man zu dieser Jahreszeit schon den Indian Summer bestaunen: die Laubwälder, die sich von Neu England bis hier runter ziehen (vermutlich auch noch weiter, aber weiter bin ich nie gefahren), färben sich in allen rot-orange Tönen und leuchten derart hell, dass man fast erblindet (daher auch die Sonnenbrille auf dem Foto). In Towson bin ich dann an meinem Ziel angelangt und stelle meinen Pontiac bei Black & Decker für ein paar Stunden auf den überdimensionalen Parkplatz.

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