ResturlaubMein zweites Tommy Jaud Buch in einem Monat, aber es war ja klar, dass ich nach "Vollidiot" auch dies hier lesen musste. "Resturlaub" ist weniger witzig und geht dafür vielleicht etwas tiefer, will etwas mehr sagen als man lesen kann. Zwar werden Jaud's Bücher als "Popcornliteratur" verschrien, was ja zum Teil stimmt, aber warum eigentlich nicht? Nicht jeder liest um sich an jedem Satz, jeder Phrase, jedem Wort zu ergötzen. Nicht immer ist man in der Stimmung sich mal wieder der Pest von Camus hinzugeben. Der häufige Vergleich mit Hornby ist da schon angebrachter, denn ich habe zumindest bei beiden Parallelen entdeckt. Beide schaffen es den Leser durch Nähe am Alltagsleben zu binden und mit häufigen "ja, das ist mir auch schon passiert" Erlebnissen zu erheitern. Hornby's "A long way down" hat natürlich einen etwas ernsteren Hintergrund, denn wenn sich vier Menschen von einem Hochhaus stürzen wollen, scheint ja nicht alles im Leben richtig gelaufen zu sein. Jaud's Protagonist möchte nur seinem spießigen Einbahnstraßenleben in der fränkischen Hölle Bamberg entkommen, was ihm nur teilweise gelingt. Trotzdem: auch "Resturlaub" lässt einen stundenlang lachen, was ja nicht schlecht sein kann, auch wenn man für's Leben nichts lernt. "Vollidiot" ist witziger und wer mehr Tiefe braucht ist bei anderen Autoren ohnehin besser aufgehoben.

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