Alleine das Gerücht, man habe gehört jemand hätte gelesen, dass das Wort mit R am Anfang offiziell abgedruckt worden sei, löste letztes Jahr noch akuten Angstschweiss aus. Kaum traute man sich das R-Wort zu sagen, war das D-Wort schon in aller Munde. Im abschwungverwöhnten Deutschland hatte das anfangs wenig für Verunsicherung gesorgt, nach dem Kauf eines Schwellenlandes macht uns nichts mehr Angst, so der Tenor. Hierzulande: Panik!!! Aber Obama wird’s schon richten, haben alle gedacht, oder wenigstens gehofft. Dann die Vereidigung und die Börse gab noch mal nach, wie es so schön heißt, so ein Mist, wird wohl doch nicht so leicht, das Ganze, das wurde klar.

Als Kleinunternehmer muss man da praktisch denken, auf Obama warten macht offensichtlich keinen Sinn, und die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Problem anderweitig schnell von selber löst ist etwa so wahrscheinlich wie Weltfrieden oder Westpreussen als 17tes Bundesland. Aber, wie man sieht, liegt Gutes und Böses oft nah beieinander und irgendwie muss man doch aus dem Desaster was machen können, wenn auch nicht die Riesensause, aber wenigstens nicht total vor die Hunde gehen. Also, habe ich sie gesucht, die besten Tricks und Tipps raus aus der Rezession und rein in den Profit.

Fangen wir mal von vorne an, nicht bei Adam (Smith) aber ähnlich, bei John M. Keynes. Der Brite hat den Zusammenhang zwischen Zins und Beschäftigung erfunden und damit uns Betriebswirtschaftsstudenten viel Freude bereitet, denn wir mussten das nicht nur lernen sondern auch noch herleiten, mathematisch versteht sich. Was wir daraus lernen können ist jedenfalls, dass es, abhängig vom allgemeinen Zinssatz, mehr oder weniger lohnenswert ist entweder in Arbeit oder in Kapital zu investieren. Zinsen sind jetzt niedrig, also lohnt es sich nicht Geld anzulegen, man soll es in die Produktion von Konsumgütern investieren. Das mehrt das Gesamtvermögen und am Ende steigen die Zinsen wieder, worauf sich die Investitionen abermals verschieben und der Kreislauf sich schließt. Was lernen wir daraus? Wenn wir alle fleißig weiter Geld ausgeben wird alles schnell wieder gut. Das Problem: wir haben Angst vor ungewisser Zukunft und sparen lieber, den Konsum soll besser wer anders ankurbeln. Wir müssen also nach etwas konkreteren Methoden Ausschau halten.

Schauen wir uns einmal an, was der Konsument jetzt macht, jetzt wo er den Gürtel enger schnallen muss. Er bleibt öfter zuhause, geht weniger aus, wenn dann um Freunde zu treffen und einen drauf zu machen, er kommuniziert mehr und wählt Produkte sorgfältiger aus, achtet auf Qualität (muss jetzt lange halten) und zieht das Multizweck-Alleskönner Teil dem Nischenprodukt vor.  Harvard Business Magazine sagt, dass die Unternehmen, deren Businessmodell ohnehin schon auf Effizienz basieren die besten Chancen haben (Walmart oder Aldi). Das mittlere Qualitäts- und Preissegment hat es am schwersten, da sich die Mittelklasse eher nach unten orientiert, sich aber beim Kaufverhalten der Oberklasse am wenigsten ändert. Was bedeutet das konkret? Produkte und Dienstleistungen, die dem Kunden bei seinem Cocooning unterstützen, gehen jetzt gut. Außerhalb der eigenen vier Wänden wird der Cent zweimal umgedreht, aber budgetbewusstes Biertrinken geht gerade in der Rezession besser den je.

Insgesamt gilt, in jedem noch so sehr zugrunde gehenden Markt gibt es eine Chance. Selbst im Immobilienbereich, der hier in den USA und mittlerweile sogar in New York schwer gebeutelt ist, gibt es Chancen. Wenn nicht gebaut wird und nicht gekauft, dann wird gemietet. Wenn nicht mehr mehr Geld für Miete drinnen ist, dann muss man umziehen, raus aus der Stadt oder in eine kleinere Wohnung, oder in die Boroughs. Überflüssiges wird im Storage untergebracht. Neue, praktischere Möbel werden gekauft, die das Leben auf weniger Platz erträglich machen. Wenn das Geld nicht mehr reicht für den Latte von Starbucks, geht man halt zu Dunkin Donats. Die Jeans muss man ja nicht unbedingt im East Village oder Williamsburg kaufen, den “Second Hand Zurück aus der Zukunft” Look gibst auch bei H&M – in neu – oder bei Uniqlo.

Gilt noch festzuhalten: vor dem Spiel ist nach dem Spiel, wer die Rezession durchsteht, muss sich gegen weniger Konkurrenz durchsetzen, wenn es wieder bergauf geht. Außerdem hat man beim Konsument ein Stein im Brett, denn man hat gezeigt, dass man sich anpassen kann, zuhört und sich auf die veränderten Möglichkeiten einstellen kann. Unternehmen sind daher gut beraten, Marketingausgaben nicht wesentlich zu reduzieren, lediglich auf mehr Effizienz zu achten. Das kann bedeuten, dass man mehr virales Marketing macht, allgemein mehr online, dort kann man mehr Menschen wirksamer mit weniger Aufwand erreichen. Ich kenne da das eine oder andere Unternehmen, das helfen kann.

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