Jeden Tag verlasse ich Brooklyn und lasse meine gewohnte Welt hinter mir. Schon auf den letzten Stufen nach oben, beim Verlassen der Grand Station schlagen einem Gerüche in die Nase, die wir in unserem Kulturkreis getrost als Gestank bezeichnen können. Die Händler spülen den Dreck auf den Bürgersteigen vor ihren Läden mit scharfen Wasserstrahlen in Richtung Bordstein und die Mischung aus Fisch vom Vortag, kalten Kippen und sonstigen Sonderlichkeiten verdunstet fröhlich vor sich hin. Auf dem Weg zur Bowery komme ich an zahlosen, kleinen Fischläden vorbei, an Gemüseläden und an Ständen, an denen getrocknetes Irgendwas feilgeboten wird, was das genau ist, erschließt sich vermutlich erst, wenn man selbst ein Teil dieser Welt wird. Vorbei an den Juwelieren, die seit 9/11 fast alle pleite sind oder wenigstens ihre goldenen Zeiten längst gesehen haben. Weiter durch das dichte Gedrängel vor den Bussen, die am Straßenrand auf ihre Passagiere warten, die sie in Spielkasinos nach New Jersey bringen wollen. Schließlich angekommen schließe ich die rote Tür auf neben dem MacDonalds. Innen ist es dann ganz ruhig und ich fühle mich kurz wie in der Mercedes Benz Werbung aus den 80ern: willkommen daheim.

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