Neulich, auf einer Europareise, machte ich einen kurzen Abstecher nach Bratislava, Hauptstadt der Slowakischen Republik. Von Wien aus sind es nur ca. 60 Kilometer, eine gute Stunde per Auto. Endlich mal wieder Grenzkontrollen, der Grenzer ist zu unserem Vergnügen authentisch kommunistisch, schroff, arrogant und so tuend, als würde er über Leben und Tot entscheiden.
Wenn man sich kurz darauf der Stadt nähert, fallen einem zunächst die Plattenbauten auf und andere architektonische Sonderheiten kommunistischer Vorzeit. Gebäude, die anmuten als stammten sie aus einer Musterhaussiedlung für künftige Marsbesiedlungen. Doch schnell hat man Brasilia verlassen und das eigentliche Bratislava betreten: die Altstadt. Umgeben von einer Mauer, erschließt sich der historische Kern recht schnell, man kann ihn bequem an einem Nachmittag abwandern.

Die Altstadt ist sehr schön, hier trifft Mittelalter auf viel Jugendstil, alles ist nett renoviert (oder wenigstens das meiste). Wir haben eine einheimische Führerin, die uns erklärt, dass die noch nicht renovierten Häuser meist "niemandem" gehören, was ich nicht weiter hinterfrage aber so erkläre, dass die Privatisierung hier wohl noch nicht abgeschlossen ist. Schließlich kehren wir zum Gulasch ein (mit böhmischen Knödeln) und genießen hierzu ein gutes slowakisches Bier (ähnlich gut wie die tschechischen Biere). Selbst in der touristischen Innenstadt schlägt ein gutbürgerliches Essen inklusive Bier mit nur 6 Euro zu Buche, Prager Preise sind hier also noch nicht angekommen.

Mit einem Besuch des berühmten Kaffeehauses Mayer (ehemaliger Hoflieferant des Kaisers) endet unsere Reise und mit weiteren 500 Kalorien gestärkt fahren wir zurück nach Wien. Ahoi!

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