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Es gibt Dinge, die ich immer seltener tue, obwohl ich sie genieße, wenn und während ich sie mache. Schreiben gehört in diese Kategorie, und kochen. Schon seit einiger Zeit, ich weiß nicht mehr genau warum oder weshalb, brennt in mir der Drang einmal einen Coq au Vin zuzubereiten. Neulich waren wir in Harlem bei Chez Lucienne, wo wir das Hühnchengericht auf der Karte entdeckten und es wenig später auf unseren Tellern landete. Schön zart war das Fleisch, mit feiner Rotweinnote und nach diversen, provencalisch anmutenden Gewürzen duftend. Da stand spätestens fest, so was muss ich auch probieren.

Zum Glück hab ich ja ein Le Creuset Derivat, einen gusseisernen Topf der Marke Lodge (aus Tennessee), der in den USA auch Dutch Oven genannt wird, vermutlich weil es sich um eine Art Ofen auf dem Ofen handelt. Bislang habe ich auch nur Brot darin gebacken, jetzt kommt er also zum ersten Mal richtig zum Einsatz.

Mein Coq au vin Rezept basiert stark auf dem von Julia Child, der Mutter aller Köchinnen. Nachdem ihr Rezept auf verschiedensten Webseiten unterschiedlich dargestellt wurde, habe ich einfach einen wilden Mix gemacht und meine eigene Note einfließen lassen. So habe ich beispielsweise die Butter weggelassen und Pancetta statt Speck benutzt.

Aber hier erstmal die Zutaten:

  • 1/2 Packung Pancetta (ca. 100 g)
  • 2 große Zwiebeln (sweet onions)
  • ca. 3 Pfund Hühnchenteile (Bio, zerlegt)
  • 1 große Knoblauchzehe
  • Salz und Pfeffer
  • 1 cup (240 ml) Hühnerbrühe (z.B. instant)
  • 1 Flasche Rotwein, kräftiger (Chianti, Merlot, Zinfandel)
  • 2 Lorbeerblätter
  • frischer Thymian, einige Äste
  • 1/2 Pfund Pilze
  • 20 Babykarotten, halbiert
  • Olivenöl
  • etwas Mehl
Zubereitung:
  1. Erstmal alles schneiden: Karotten halbieren (wenn man richtige große nimmt, dann einfach in ca 2cm kurze Stücke schneiden), Zwiebeln in Ringe schneiden, Knoblauch fein hacken, Pilze halbieren
  2. Öl im gusseisernen Topf erhitzen
  3. Pancetta hinzufügen und braun rösten, nicht länger als 3 – 4 min; aus dem Topf fischen und zur Seite stellen
  4. in dem Öl die in Mehl gewendeten, leicht mir Salz und Pfeffer gewürzten Hühnchenteile anbraten, für ca. 5 – 8 min; aus dem Topf entfernen und ebenfalls zur Seite stellen
  5. nun das Gemüse anbraten: Karotten, Zwiebeln, dann die Pilze dazugeben und schließlich den Knoblauch. Das Ganze kann man recht lange unter ständigem Rühren braten lassen, bis die Zwiebeln gut weich sind
  6. eine gute halbe Flasche Rotwein dazu geben und für ein paar Minuten kräftig kochen lassen
  7. das Huhn und den Pancetta hinzugeben und mit dem restlichen Wein und der Hühnerbrühe auffüllen; die Lorbeerblätter und den Thymian dazugeben, leicht mit Salz und Pfeffer würzen (je nach Speckbeschaffenheit, gibt es schon einen gewissen Salzpegel)
  8. mindestens 45 Minuten köcheln lassen, auf kleiner Flamme

Das Ganze riecht zunehmend gut, der Thymian und der Rotwein dominieren deutlich und vermengen sich mit dem Duft angebratenen Fleisches, der noch in der Küche hängt. Besonders ansehnlich ist das Essen nicht, es wirkt eher wie ein Eintopf als ein feines Gericht. Das tut dem Geschmack zum Glück keinen Abbruch. Dazu kann man noch ein grünes Gemüse machen, vielleicht Erbsen, und Kartoffelpüree reichen. Gut hat es geschmeckt und wird in die Liste der Standardgerichte aufgenommen.

Hühnerteile in MehlSpeck angebraten, Huhn auchhalbdurch

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