Oct 22, 2009 0
Jul 16, 2009 0
Mann auf dem Mond
Vor 40 Jahren schossen die Amerikaner den ersten Mann auf den Mond. Das war vermutlich total spannend, das live auf Twitter mitzuerleben. Ah, Moment, Twitter gab’s ja noch nicht und auch kein Internet, nicht mal eine Liveübertragung im Fernsehen, oder nur für wenige. Umso besser, dass man jetzt nochmal mitfiebern kann. Die John F. Kennedy Presidential Library & Museum hat eine Seite im Netz, auf der der gesamte Verlauf des Unternehmens Mondlandung in Echtzeit nachgespielt wird, inklusive den Funksprüchen in Audio und Twitterprotokoll.
Apr 12, 2009 3
Trip nach Newport
Wir lieben Roadtrips, endlos lange Highways entlangfahren, an Raststätten halten, Fastfood essen, das Land entdecken und die Leute, mal raus kommen aus der Stadt, aus der Enge, Weite genießen mal, ab und zu. Dieses Mal geht’s nach Newport, Rhode Island. Die Reise beginnt bei mir in Brooklyn und wir nehmen den BQE northbound, durch Brooklyn, Queens, die Bronx, Westchester County, lange durch Connecticut bis wir schließlich die lange Brücke hinab fahren und Newport vor uns liegt. Wir checken ein in unser tolles Hotel, dem Anlass entsprechend etwas Besonderes, mit mehreren Zimmern, eine richtige Suite in der Mill, einer alten Mühle, die relativ stilvoll modernisiert wurde. Auf dem
Weg haben wir noch viel Zeit vertrödelt, mussten noch in einer Outlet Mall halten und so wird jetzt die Zeit knapp und wir müssen uns beeilen, um noch etwas von Newport bei Tageslicht zu sehen. Also los, wir laufen im Zickzack runter zum Wasser, vorbei an alten Häusern, wirklich alten Häusern, viele aus dem 18ten Jahrhundert und alle toll erhalten. Der Hafen, wenn man die paar Kais hier so nennen kann, erscheint eher verschlafen zu dieser Jahreszeit, die Schickeria, die in Newport im Sommer ihre Jachten ankert ist noch nicht da und man merkt, dass der Wohlstand im Winterschlaf ist. Trotzdem hüllt das Funkeln der untergehenden Sonne im ruhigen Wasser der Bucht die ganze Szene in eine irgendwie erhabene Stimmung, ich fühle mich wie der Sohn eines Großindustriellen zur vorletzten
Jahrhundertwende, dem das hier irgendwann einmal alles gehören wird…
Die Sonne geht bald unter und uns ist kalt, wir machen uns auf den Weg zurück. Im Hotel genießen wir die dortigen Annehmlichkeiten, holen uns Tee und Snacks und flacken uns auf die Couch, lesen, schauen fern. Der Tag klingt aus mit einem leckeren Seafood Dinner, das muss ja sein, hier gibt es an jeder Ecke leckere Fischrestaurants.
Newport zog schon lange bevor sie im Sommer auf ihren Jachten kamen die Reichen und Mächtigen des Landes an und so haben sich hier viele der einflussreichsten Familien Amerikas mit schlossartigen Villen verewigt. Die wollen wir uns noch anschauen am nächsten Morgen, aber die teure und lange dauernde Führung schreckt uns etwas ab und so betrachten wir die Mansions nur von außen. Mit diesen letzten Eindrücken gehen unsere 20 Stunden in Newport zu Ende und wir treten die Heimreise an, zurück nach New York.
Feb 12, 2009 0
The 44th President
Nov 7, 2008 0
Die Nacht, in der wir Geschichte machten!

Obama ist Präsident! Endlich. Nach monatelanger Medienschlacht, die grösser und präsenter war als jemals zuvor, wurden wir vorgestern Nacht endlich befreit von 8 Jahren republikanischen Wahnsinns. Yes we can war der Leitspruch der Obama-Bewegung und wurde in den USA zu einem der grössten Slogans aller Zeiten. Hohe dreistellige Millionenbeträge hat es gekostet aber jeder Cent war es wert.
Hier in New York hat man zeitweise gedacht, es gäbe nur einen Kandidaten. So war die Wahl hier auch schon sichere Sache, in der Bronx gingen knapp 89% der Stimmen an Obama, ein Ergebnis, von dem selbst Einparteiensysteme nur träumen können! Selbst konservative “weiße” Mittelschicht Staaten haben den Republikanern diesmal eine klare Absage erteilt. Die Medien feiern den Einzug des ersten farbigen Präsidenten ins Weiße Haus als endgültige Überwindung von Rassenunterschieden.
Die Republikaner sind am Ende. Ihr anfangs brillant anmutender Schachzug, eine Frau als Vize zu nominieren ging komplett in die Hose. Niemand wurde mehr verspottet und kritisiert als Sarah Palin, Gouverneurin von Alaska. Die Comedy Sendung “Saturday Night Live” hatte mit ihren Palin Karikaturen, gespielt von Tina Fey, mitunter Einschaltquoten wie sonst nur zur besten Baseballzeit. Medienanalytiker behaupteten sogar, SNL hätte Einfluss auf den Ausgang der Wahl gehabt.
Jetzt hat der Wahnsinn erstmal ein Ende und der politische Alltag muss ab 20. Januar zeigen, ob Obama halten kann, was er versprochen hat. Wir hoffen alle und rufen uns immer wieder ins Gedaechnis: Yes we can!
Jun 17, 2008 0
Kurzurlaub
Für ein paar Tage sind wir nach Fire Island gefahren, ein Kurzurlaub, der sich irgendwie recht kurzfristig ergeben hatte. Mein Arbeitskollege hatte das Haus günstig ergattert und so fuhren wir schon Mittwoch Abend hin um Donnerstag und Freitag quasi vom Strand aus zu arbeiten. Hat auch ganz gut geklappt, Internet gab's nur kein Netz. Egal. Übers Wochenende kam dann auch Jamie und wir verbrachten ein paar relaxte Tage am Meer und in unserem kleinen Häuschen. Das Wasser war mir natürlich zu kalt, nichts für Warmduscher.
Cherry Grove ist ein super schönes kleines Örtchen, mit ebensowenig Strassen wie gemischtgeschlechtlichen Pärchen. Ein wenig südlicher erstreckt sich der Sunken Forest, gefolgt von einer Siedlung freistehender Sommerhäuser der Kategorie "Papa hat's geschaft". Von Zaun und Tor getrennt folgt dann ein weiterer Ort, mit erfreulich gemischtem Publikum, das allerdings unerfreulich laut sein kann. Hier haben wir den letzten Abend bei Freunden verbracht, die aus den mühsam auf die Insel geschleppten Lebensmittel kulinarische Köstlichkeiten gezaubert haben, dazu gab's Wein, der war lecker. Zu lecker, wie ich am nächsten Tag feststellte.
Apr 11, 2008 0
Wunderland
Dreimal die Hacken zusammenschlagen und dabei “There is no place like home” aufsprechen. So oder ähnlich war es bei Alice im Wunderland, jedenfalls laut der Interpretation der Zucker Brüder. Die Lehre war, dass es zuhause am schoensten ist und das Wunderland nicht existiert. Jedesmal, wenn ich die eine Heimat verlasse um die andere zu besuchen, muss ich daran denken, an das „there is no place like home“ und jedesmal interpretiere ich das Gefühl, dass dabei entsteht anders. Jetzt, nach zehnmonatiger Abstinenz sehe ich Deutschland vielleicht zum ersten mal wie ein Besucher, ein wenig wie Bill Bryson als er zurück an die Ostküste kehrte nach vielen Jahren in Europa. Nun möchte ich mich literarisch nicht messen mit Herrn Bryson, sondern nur schildern, wie ich die Dinge sehe, vielleicht auch als Gedächnisstütze für mich selbst, um später einmal nachvollziehen zu können, wann und wie ich ein Ausländer geworden bin, a legal alien in New York.
Meine Reise beginnt in der West 3rd Street, die ich hinunterlaufe, vom Broadway hinüber zur U-Bahnstation West 4th, quer durch das NYU Studentenviertel, vorbei am besten Falafelstand der Stadt, eine letzte Stärkung noch vor dem Flug nehme ich zu mir. Der A Train nach Howard Beach ist voll mit Menschen aller Nationen, ein Gewirr von Sprachen und Hautfarben aller Schattierungen. Der A Train ist auch nicht der modernste, am ehesten erinnert er noch an Filme der 80er Jahre, als eine U-Bahnfahrt durch Brooklyn noch ein echtes Abenteuer war, no sleep til Brooklyn halt. Umso grösser ist der Kontrast, wenn man in Howard Beach ankommt und von einem der modernsten Bahnhöfen in Empfang genommen wird. Das kostet dann auch gleich $5 extra, soviel muss man zahlen um den kurzen Zubringerzug zum Flugterminal zu nutzen. Dort fällt mir noch eine amerikanische Eigenart auf: der Service ist immer freundlich, selten jedoch schnell. Die Dame am Deltaschalter braucht so auch eine halbe Stunde um mein Ticket auszudrucken, freundliche Kollegen kommen ihr zu Hilfe. Sie konnte die Fragen der Deltadialogmaske nicht beantworten. Die Zieladresse des Reisenden verlangt die Eingabe eines zweistelligen Buchstabenkürzels für den „State“. Leer oder BY fuer Bayern funktionieren nicht, wir kommen also nicht weiter. Erst als jemand auf die Idee kommt einfach eine amerikanische Adresse zu nehmen klappt‘s.
Kurz vor dem Flug drängt sich mir noch ein Samual Adams auf, ein großes nach amerikanischem Mass, nicht nach bayrischem. $11 ärmer gehe ich an Board und schlafe kurz nach dem Abendessen ein. Ein plötzlicher Sturzflug weckt mich auf, wir müssen zwischenlanden in Irland, scheinbar geht es einem Passagier extrem schlecht. Der Flieger ist in fünf Minuten unten, schon kurz nach der Ansage sah ich die Bremsklappen ausfahren und wenige Minuten danach hörte man das ausgefahrene Fahrwerk einrasten. Der Zwischenstopp zieht sich, hoffentlich geht es dem Patienten bald besser. Mein Bahnticket mit Zugbindung (der Schwabe in mir hatte mal wieder zugeschlagen) verliert gerade seine Gültigkeit, da geht es weiter. Mit drei Stunden Verspätung kommen wir in Frankfurt an. Die Immigration ist hier unproblematisch, ausnahmsweise bin ich ja Inländer mit gültigem Pass. Mir fällt auf, dass es keinen Schalter für deutsche Staatsbürger gibt, nur EU oder Nicht-EU, so haben wir die Welt aufgeteilt. Ideal für uns Deutsche diese EU, da hat man was zum Identifizieren ohne sich mit der Scham des Nationalstolzes auseinandersetzen zu müssen. Ich bin stolz ein Europäer zu sein, kling doch gut.
Die ersten Minuten in Deutschland. Irgendwie ist alles anders, ich empfinde es als ungewohnt, fast ein wenig fremd. Alles ist sehr sauber und aufgeräumt aber auch ein wenig trist hier. Na gut, der Frankfurter Flughafen ist ja auch kein Repräsentant deutscher Gemütlichkeit, das ist klar. Bei meiner letzten Ankunft vor zehn Monaten fiel mir zuerst das Rauchen auf, aber das ist ja nun auch passé. Am Gepäckband lausche ich den Gesprächen der Reisenden, die ihre Eindrücke von Amerika verarbeiten. Da ist von Gastfamilien die Rede, ein Mädchen erzählt ihre hätte keinen Fernseher im Wohnzimmer gehabt. Da sind zwei „like girls“, die waren shoppen und voller Begeisterung von Malls und Victoria Secret. $600 Dollar haben sie ausgegeben, das meiste für Abercrombie & Fitch. Die Geschäftsleute, die neben mir im ICE Kaffee sitzen, sind irgendwie putzig. So weltmännisch, am Telefon wird schon mal Englisch gesprochen, das macht was her. Daneben ein Tisch mit Japanern, sie sind besser angezogen. Mir fällt auf, dass ich nicht mehr weiß, wie man nach der Rechnung fragt. Mir liegt „Der Scheck, bitte“ auf der Zunge, besinne mich dann aber doch noch eines Besseren. Schließlich steige ich ein in den ICE nach Nürnberg. Die Fahrt ist unglaublich ruhig, ganz anders wie in dem einzigen ICE, den das deutsche Konsortium in die USA verkauft hat, dem Acela, in dem es nur so rumpelt. Nein, der Zug hier ist klasse, ich kann in ruhe lesen und das hier in meinen Computer tippen. Plötzlich höre ich jemanden zwei Reihen vor mir telefonieren. Er spricht fränkisch und ist auf dem Weg nach Hause, nach Nürnberg. Ich muss lächeln und merke: das klingt nach Heimat.
To be continued…
Dec 3, 2007 0
Schnee, der auf Strassen fällt
Heute Nacht gab’s den ersten Schnee. Als ich morgens Milch holen ging, stapfte ich durch ergiebige zwei bis drei Zentimeter Neuschnee. Schon im Bett konnte man es erahnen: draußen erklang das dumpfe Schruppen vom Schieben der Schneeschaufeln, viel zu früh für meinen Geschmack. Jetzt ist es unabwendbar, die Zeit des Vespafahrens ist endgültig vorbei, die dicken Jacken können wieder ausgepackt werden, es darf wieder gefroren werden.
Nov 28, 2007 1
Thanksgiving ist vorbei!
Dankeschön, danke das Thanksgiving vorbei ist! Nein, ist natürlich nicht so gemeint – alles war ganz toll, alle hatten ganz viel Spaß. Wir hatten einen riesigen Truthahn, 18 stolze Pfunde hat er auf die Waage gebracht. Wir hatten eine lecker Füllung im Vogel, und leckere Beilagen: grünen Kohl, Rosenkohl, grüne Bohnen, Kartoffelpüree, Soße, vom Bratsud gemacht und mit Rotwein verfeinert, Suesskartoffeln mit Pekannüssen bestreut, lecker, lecker, lecker. Dann gab’s Nachtische: Kuchen und Eis. Dazu viel Wein, Bier, oder Gin. Die nettesten Gäste der Welt waren da und sind 10 Stunden geblieben, ich bin eingeschlafen, also – alles war vom Feinsten.
Wenn da nicht die Nachwehen wären. Bei so einem 18-pfünder bleibt das eine oder andere Pfund schon mal übrig und dann, man will ja nichts wegschmeißen, heißt es: jeden Tag Truthahn mit Soße. Ich muss zugeben, lange hab ich’s auch nicht ausgehalten und ab heute werde ich das Resteessen wohl aufgeben. Oder vielleicht noch eine Portion? Dann reicht’s aber bis nächstes Jahr…
Sep 28, 2007 0
Storm King
An einem der letzten schönen Sonntage im September besuchten wir Storm King, ein Skulpturpark in Upstate New York. Alles, was Rang und Namen im Bereich dreidimensionaler Kunst hat, wird hier ausgestellt. Mir gefällt Richard Serra sehr gut, vor Allem seit wir die Ausstellung im MoMa gesehen haben. Aber die Mauer von Andy Goldsworthy war auch sehr interessant. Er und seine Helfer haben zehntausende von Steinen, die alle schon auf dem Areal waren zusammengetragen und eine steinernde Mauer, kreuz und quer und in Schlangenlinien durch den Wald, über Hügel hinauf und hinab, in den Teich und wieder hinaus gezogen. Ein schöner Ausflug also, an einem Sonntag im Frühherbst, mit einem Picknick im Grünen und gekrönt von einem Abstecher in die Ikea. Ja, so sind wir New Yorker halt.








