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Hotel 2.0

Endlich mal wieder eine gute Start-up Idee: mit nur $20.000 Startkapital haben ein paar Leute aus San Francisco AirBed & Breakfast aufgemacht und damit eine Online-Börse für Privatzimmer ins Leben gerufen. Die Webseite ist einfach strukturiert: potentielle Vermieter geben ihr Profil ein, sowie Objekt mit dazugehörendem Preis. Ob für eine Nacht, ein paar Tage oder gar einen Monat, die Kunden finden über eine Suchmaske mit Google Maps Unterstützung schnell die gewünschte Unterkunft. AB&B schlägt zwischen 5 und 12% auf den Preis, den der Vermieter angibt drauf. Dieser muss einen Gast nicht nehmen: "Bewerber" schicken eine Anfrage und der Vermieter entscheidet daraufhin, ob er den Gast aufnehmen möchte oder nicht. Kurzum, die kapitalistische Variante von CouchSurfing. Zwar habe ich weder das Eine noch das Andere probiert, aber ich könnte mir vorstellen, dass die kostenfreie Variante mehr sozialen Zwang mitsichbringt, während die "for profit" Methode eine faire Geschichte für beide Seiten ist. Vielleicht beides mal probieren und schauen wie's läuft…

Kurzurlaub

Für ein paar Tage sind wir nach Fire Island gefahren, ein Kurzurlaub, der sich irgendwie recht kurzfristig ergeben hatte. Mein Arbeitskollege hatte das Haus günstig ergattert und so fuhren wir schon Mittwoch Abend hin um Donnerstag und Freitag quasi vom Strand aus zu arbeiten. Hat auch ganz gut geklappt, Internet gab's nur kein Netz. Egal. Übers Wochenende kam dann auch Jamie und wir verbrachten ein paar relaxte Tage am Meer und in unserem kleinen Häuschen. Das Wasser war mir natürlich zu kalt, nichts für Warmduscher.

Cherry Grove ist ein super schönes kleines Örtchen, mit ebensowenig Strassen wie gemischtgeschlechtlichen Pärchen. Ein wenig südlicher erstreckt sich der Sunken Forest, gefolgt von einer Siedlung freistehender Sommerhäuser der Kategorie "Papa hat's geschaft". Von Zaun und Tor getrennt folgt dann ein weiterer Ort, mit erfreulich gemischtem Publikum, das allerdings unerfreulich laut sein kann. Hier haben wir den letzten Abend bei Freunden verbracht, die aus den mühsam auf die Insel geschleppten Lebensmittel kulinarische Köstlichkeiten gezaubert haben, dazu gab's Wein, der war lecker. Zu lecker, wie ich am nächsten Tag feststellte.

Nachtrag zur Heimat

Im Mai war ich wieder da, ich kann's nicht lassen. Es war wieder ein Familienfest, das mich nach Erlangen führte, in meine Heimatstadt, wenn man so will. Hier bin ich aufgewachsen und habe die meiste Zeit meines Lebens verbracht, sechs Jahre war ich alt, als ich herkam, 28 als ich Erlangen verließ, ins ferne Fürth. Wenn man so lange nicht mehr hier war, dann macht sich ein wenig Nostalgie bemerkbar und man fängt an, die Schönheit der Stadt wahrzunehmen. Ein bisschen wie ein Tourist wandert man durch die Altstadt, die Hugenottenstadt, die sich geschäftig gibt an einem Samstag morgen. Die vielen Fahrräder fallen auf und die dazugehörigen Fahrradwege, von denen es hier so viele gibt. Die riesige Fußgängerzone, die sich endlos lang erstreckt, gesäumt vom mittelständischen Einzelhandel, dem es hier noch gut zu gehen scheint. Aber auch hier schon innerstädtische Malls, die die nationalen und internationalen Ketten beherbergen.

Unsere zweite Station ist Fürth. Die Innenstadt hat viel Charme, da der Großteil der Gebäude den Krieg überlebt hat, hier wurde wenig zerbombt, sogar die Wegweiser zu den Luftschutzräumen kann man noch vielenorts erkennen. Hier habe ich sechs Jahre lang gewohnt, ziemlich zentral. Jeden Tag bin ich zu Fuß in das Büro unserer kleinen Firma gelaufen, die Michl und ich hier vor zehn Jahren gegründet haben. Das war sehr angenehm, nur 8 Minuten zur Arbeit zu gehen und kein Verkehrsmittel zu benötigen. Hier, in der Maxstrasse hatten wir unser kleines braintransfer Office aufgemacht, mit Unterstützung von Udo und Sabine' GWA.

Nach einem Tag in der fränkischen Schweiz zeige ich Jamie dann noch das wunderschöne Nürnberg, mit der Vespa geht's hoch zur Burg und zu Fuß hinunter, über den Albrecht Dürer Platz, den Hauptmarkt und durch die Fußgängerzone, über die vielen kleinen Brücken, die die beiden Pegnitzufer miteinander verbinden. Ach ja, mein Nürnberg ist so schön, da kann ich meinen Studienkollegen verstehen, der hierher zurückgekehrt ist aus Zürich, weil die Noris für ihn der schönste Fleck der Welt ist.

Neben der fränkischen Metropolregion habe ich auch noch einen Abstecher nach Berlin gemacht. Obwohl ich hier nur selten bin, ist die Faszination jedes mal enorm. Berlin ist überwältigend, hier scheint man Geschichte auf jeden Schritt zu spüren, Altes und Neues lebt in einzigartiger Symbiose zusammen, so wie es eben nur in Berlin funktioniert. Kein Wunder, dass Berlin gerade in New York die angesagteste Stadt der Welt ist. Die einzige echte Alternative, in vielerlei Hinsicht. Vielleicht weil Berlin auch nicht schick ist und nicht nur mit Glanz und Glamour punktet, wie andere Metropole, sondern durch lebens- und liebenswerte Verkommenheit, das Abgefuckte, das ist letztlich das, was eine Stadt hip macht.

Auf dem Rückflug wählt der Pilot die Route über Long Island, man erkennt die großen Anwesen, die Pools und Golfplätze, den kilometerlangen Strand. Bei Coney Island zieht die Maschine nach links ab, um nach einer langen Kurve die Küstenlienie wieder zu überqueren und zur Landung anzusetzen. Beim Touchdown denke ich: "Schön wieder zuhause zu sein".

Wunderland

Dreimal die Hacken zusammenschlagen und dabei “There is no place like home” aufsprechen. So oder ähnlich war es bei Alice im Wunderland, jedenfalls laut der Interpretation der Zucker Brüder. Die Lehre war, dass es zuhause am schoensten ist und das Wunderland nicht existiert.  Jedesmal, wenn ich die eine Heimat verlasse um die andere zu besuchen, muss ich daran denken, an das „there is no place like home“ und jedesmal interpretiere ich das Gefühl, dass dabei entsteht anders. Jetzt, nach zehnmonatiger Abstinenz sehe ich Deutschland vielleicht zum ersten mal wie ein Besucher, ein wenig wie Bill Bryson als er zurück an die Ostküste kehrte nach vielen Jahren in Europa. Nun möchte ich mich literarisch nicht messen mit Herrn Bryson, sondern nur schildern, wie ich die Dinge sehe, vielleicht auch als Gedächnisstütze für mich selbst, um später einmal nachvollziehen zu können, wann und wie ich ein Ausländer geworden bin, a legal alien in New York.

Meine Reise beginnt in der West 3rd Street, die ich hinunterlaufe, vom Broadway hinüber zur U-Bahnstation West 4th, quer durch das NYU Studentenviertel, vorbei am besten Falafelstand der Stadt, eine letzte Stärkung noch vor dem Flug nehme ich zu mir. Der A Train nach Howard Beach ist voll mit Menschen aller Nationen, ein Gewirr von Sprachen und Hautfarben aller Schattierungen. Der A Train ist auch nicht der modernste, am ehesten erinnert er noch an Filme der 80er Jahre, als eine U-Bahnfahrt durch Brooklyn noch ein echtes Abenteuer war, no sleep til Brooklyn halt. Umso grösser ist der Kontrast, wenn man in Howard Beach ankommt und von einem der modernsten Bahnhöfen in Empfang genommen wird. Das kostet dann auch gleich $5 extra, soviel muss man zahlen um den kurzen Zubringerzug zum Flugterminal zu nutzen. Dort fällt mir noch eine amerikanische Eigenart auf: der Service ist immer freundlich, selten jedoch schnell. Die Dame am Deltaschalter braucht so auch eine halbe Stunde um mein Ticket auszudrucken, freundliche Kollegen kommen ihr zu Hilfe. Sie konnte die Fragen der Deltadialogmaske nicht beantworten. Die Zieladresse des Reisenden verlangt die Eingabe eines zweistelligen Buchstabenkürzels für den „State“. Leer oder BY fuer Bayern funktionieren nicht, wir kommen also nicht weiter. Erst als jemand auf die Idee kommt einfach eine amerikanische Adresse zu nehmen klappt‘s.

Kurz vor dem Flug drängt sich mir noch ein Samual Adams auf, ein großes nach amerikanischem Mass, nicht nach bayrischem. $11 ärmer gehe ich an Board und schlafe kurz nach dem Abendessen ein. Ein plötzlicher Sturzflug weckt mich auf, wir müssen zwischenlanden in Irland, scheinbar geht es einem Passagier extrem schlecht. Der Flieger ist in fünf Minuten unten, schon kurz nach der Ansage sah ich die Bremsklappen ausfahren und wenige Minuten danach hörte man das ausgefahrene Fahrwerk einrasten. Der Zwischenstopp zieht sich, hoffentlich geht es dem Patienten bald besser. Mein Bahnticket mit Zugbindung (der Schwabe in mir hatte mal wieder zugeschlagen) verliert gerade seine Gültigkeit, da geht es weiter. Mit drei Stunden Verspätung kommen wir in Frankfurt an. Die Immigration ist hier unproblematisch, ausnahmsweise bin ich ja Inländer mit gültigem Pass. Mir fällt auf, dass es keinen Schalter für deutsche Staatsbürger gibt, nur EU oder Nicht-EU, so haben wir die Welt aufgeteilt. Ideal für uns Deutsche diese EU, da hat man was zum Identifizieren ohne sich mit der Scham des Nationalstolzes auseinandersetzen zu müssen. Ich bin stolz ein Europäer zu sein, kling doch gut.

Die ersten Minuten in Deutschland. Irgendwie ist alles anders, ich empfinde es als ungewohnt, fast ein wenig fremd. Alles ist sehr sauber und aufgeräumt aber auch ein wenig trist hier. Na gut, der Frankfurter Flughafen ist ja auch kein Repräsentant deutscher Gemütlichkeit, das ist klar. Bei meiner letzten Ankunft vor zehn Monaten fiel mir zuerst das Rauchen auf, aber das ist ja nun auch passé. Am Gepäckband lausche ich den Gesprächen der Reisenden, die ihre Eindrücke von Amerika verarbeiten. Da ist von Gastfamilien die Rede, ein Mädchen erzählt ihre hätte keinen Fernseher im Wohnzimmer gehabt. Da sind zwei „like girls“, die waren shoppen und voller Begeisterung von Malls und Victoria Secret. $600 Dollar haben sie ausgegeben, das meiste für Abercrombie & Fitch. Die Geschäftsleute, die neben mir im ICE Kaffee sitzen, sind irgendwie putzig. So weltmännisch, am Telefon wird schon mal Englisch gesprochen, das macht was her.  Daneben ein Tisch mit Japanern, sie sind besser angezogen. Mir fällt auf, dass ich nicht mehr weiß, wie man nach der Rechnung fragt. Mir liegt „Der Scheck, bitte“ auf der Zunge, besinne mich dann aber doch noch eines Besseren. Schließlich steige ich ein in den ICE nach Nürnberg. Die Fahrt ist unglaublich ruhig, ganz anders wie in dem einzigen ICE, den das deutsche Konsortium in die USA verkauft hat, dem Acela, in dem es nur so rumpelt. Nein, der Zug hier ist klasse, ich kann in ruhe lesen und das hier in meinen Computer tippen. Plötzlich höre ich jemanden zwei Reihen vor mir telefonieren. Er spricht fränkisch und ist auf dem Weg nach Hause, nach Nürnberg. Ich muss lächeln und merke: das klingt nach Heimat.

To be continued…

Zwölf Tage im Paradies

Mann, war das schön in Costa Rica. Pura Vida, wie der Einheimische sagen würde oder das Vierfarbhochglanzprospekt. Nein, Tourismus wird hier nicht klein geschrieben und dennoch ist es wunderschön hier. Als Herr Kolumbus vor ca. 500 Jahren vor der Küste halt machte fand er das, was er fand schon faszinierend und man kann auch heute noch ohne Mühe eine Bilderbuchszene nach der anderen erleben, ob in den Bergen, im Regenwald oder am Strand.

little SodaWir kamen also in San Jose an, der Hauptstadt, und fuhren vom Flughafen in die Stadt mit einem privaten Fahrer, der uns vermittelt wurde. Die einzige Metropole des Landes erwies sich als überschaubar, quirlig, geräuschvoll, olfaktorisch fremd, an jeder Ecke anders, spannend. Unsere Festung war Maria's Bed & Breakfast, hier blieben wir, wann immer uns die Reise wieder in die Stadt zurück spülte. Von hier aus fuhren wir in die Berge, durch sagenhafte Wälder und Steppenlandschaften, Berge und Täler. Von hier aus fuhren wir ans Meer, auf die Peninsula Nicoia nach Montezuma und Santa Teresa.

Am Meer verbrachten wir die meiste Zeit, weil es hier so schön ist, dass wir eigentlich nicht wieder gehen wollten.  In Montezuma reicht der Regenwald bis ans Meer und unser Hotel war nur 20 Meter weg von den Wellen, wenn Ebbe war vielleicht noch weniger. Hier gab es Wasserfälle im Wald und das erste Naturschutzgebiet des Landes, Cabo Blanco. Später zog es uns noch nach Santa Teresa, weniger als 20 km entfernt, für die der Bus fast eine Stunde braucht. Aber wir haben alles mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln gemacht oder per Anhalter, wenn man so will. Busse sind wirklich billig und man erlebt das Leben, das echte, wie es hier ist.

local bus

Nach 12 Tagen mussten wir wieder nach Hause fliegen und haben ein letztes Mal den Blick auf dieses Sehnsüchte erweckendes Land geworfen, in das wir am liebsten morgen zurückkehren wollten. 

Urlaub im Grünen

Früher hieß Urlaub jedes Jahr nach New York und an den Strand. Jetzt wohne ich hier in der Stadt und kann mit der U-Bahn ans Meer. Darum sieht Entspannung heute gerne mal so: grün und ruhig, Wald und Seen, viel Schatten, wenig Lärm. Wir waren also wandern, in den Andirondacks, einem riesigen Naturschutzgebiet im Norden des Bundesstaates New York. Hier wohnen weniger Menschen als in meiner Straße in Brooklyn und der Campingplatz ist so groß, dass man bestimmt eine halbe Stunde braucht um quer durchzulaufen und dabei nur eine handvoll Mitcamper trifft. Ohne Shop und Animation, einfach nur Wald, ein paar kleine Parzellen, jeweils mit Feuerstelle und Tisch plus Bank ausgestattet. Die Gegend ist so dicht mir Grün durchwachsen, dass man nicht mal richtig das Wetter abschätzen kann, weil man kaum einen freien Blick auf den Himmel hat. Es gibt viele Tiere, meist sehr kleine (Mücken) oder mittelgroße (Eichhörnchen, Frösche, Schlangen), Bären und dergleichen haben wir keine gesehen. Nach wenigen Tagen ziehts uns aber wieder zurück und so verbringen wir den letzten Tag am Strand von Long Island.

In der Heimat

Vor New York fühlte ich mich in Erlangen, Fürth und Nürnberg heimisch (in dieser Reihenfolge). Aber meine “echte” Heimat ist ein kleines Dorf zwischen Göttingen und Hannover (ok, stark vereinfacht), das auf den Namen Gillersheim hört und in dem ich meine ersten sechs Lebensjahre verbrachte. Nach dem Umzug nach Erlangen fuhr ich in meinen Ferien immer zu meiner Oma und freute mich immer sehr, wenn wir mit dem Auto den letzten Hügel überquerten und ich die ersten Häuser des Dorfes sah. KindheitshausManchmal fuhr ich auch entlang der Zonengrenze mit dem Zug nach Northeim und wurde dort abgeholt. Heute bin ich nicht mehr oft hier und so war es schön, anläßlich eines großen Familienfestes alle einmal wieder zu sehen. Es singt der ChorMeine Cousins hatte ich lange nicht gesehen, einen sogar 17 Jahre lang nicht. Wir hatten einiges an Catching-up zu erledigen und feierten feste im einzigen Wirtshaus des Ortes, das auch nur noch anlässlich von Feierlichkeiten öffnet. Es hat mich sehr gefreut, alle wieder zu sehen und komme gerne wieder, nächstes Jahr.

Tage auf der Insel

Wir wollten mal ausspannen, ein paar Tage, nicht zu teuer aber irgendwo hin, wo's warm ist, viel Sonne und Strand. Karibik, das wäre nicht schlecht, dachten wir. Da fällt die Wahl leicht, denn Puerto Rico ist mit das günstigste Reiseziel, wenn man von New York aus in den sonnigen Süden möchte. So buchten wir schnell ein Last Minute Package über travelocity.com und ab ging’s. In San Juan angekommen, empfing uns die Haupt- und Millionenstadt mit hässlichen Hochhäusern und wirrem Straßenverkehr, doch nach 15 Minuten Taxifahrt waren wir schon im Hotel, das von Palmen umgeben direkt am Strand liegt. Das Personal im Condado Plaza war superfreundlich und es gab gleich mal einen Begrüßungsdrink. Unser Zimmer nagelneu, in grün und türkis, inklusive Balkon mit Blick, Chaiselongue und Flatscreen-TV, einfach traumhaft. Auch der Rest der Anlage ist sehr gepflegt und wirklich schön gemacht, alles da aber nicht zu groß: 2 Pools, kleiner Privatstrand und alle Annehmlichkeiten, die man nie nutzt. Sogar ein Casino wäre vorhanden gewesen und wir hätten unser Geld noch schneller unters Volk bringen können. Ansonsten haben wir entspannte Tage gehabt, an wunderschönen Stränden, der Altstadt von San Juan und im tropischen Regenwald. Die Fotos auf Flickr können das bezeugen und zeigen einen Teil von Puerto Rico in seiner ganzen Pracht.

Ein Tag in Bratislava

Neulich, auf einer Europareise, machte ich einen kurzen Abstecher nach Bratislava, Hauptstadt der Slowakischen Republik. Von Wien aus sind es nur ca. 60 Kilometer, eine gute Stunde per Auto. Endlich mal wieder Grenzkontrollen, der Grenzer ist zu unserem Vergnügen authentisch kommunistisch, schroff, arrogant und so tuend, als würde er über Leben und Tot entscheiden.
Wenn man sich kurz darauf der Stadt nähert, fallen einem zunächst die Plattenbauten auf und andere architektonische Sonderheiten kommunistischer Vorzeit. Gebäude, die anmuten als stammten sie aus einer Musterhaussiedlung für künftige Marsbesiedlungen. Doch schnell hat man Brasilia verlassen und das eigentliche Bratislava betreten: die Altstadt. Umgeben von einer Mauer, erschließt sich der historische Kern recht schnell, man kann ihn bequem an einem Nachmittag abwandern.

Die Altstadt ist sehr schön, hier trifft Mittelalter auf viel Jugendstil, alles ist nett renoviert (oder wenigstens das meiste). Wir haben eine einheimische Führerin, die uns erklärt, dass die noch nicht renovierten Häuser meist "niemandem" gehören, was ich nicht weiter hinterfrage aber so erkläre, dass die Privatisierung hier wohl noch nicht abgeschlossen ist. Schließlich kehren wir zum Gulasch ein (mit böhmischen Knödeln) und genießen hierzu ein gutes slowakisches Bier (ähnlich gut wie die tschechischen Biere). Selbst in der touristischen Innenstadt schlägt ein gutbürgerliches Essen inklusive Bier mit nur 6 Euro zu Buche, Prager Preise sind hier also noch nicht angekommen.

Mit einem Besuch des berühmten Kaffeehauses Mayer (ehemaliger Hoflieferant des Kaisers) endet unsere Reise und mit weiteren 500 Kalorien gestärkt fahren wir zurück nach Wien. Ahoi!

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