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Dom Rep mit ohne pauschal: ein Urlaubsbericht

Wie jedes Jahr, muss es mindestens einmal ans Meer gehen. Was dem Zentraleuropäer das Mittelmeer, ist dem Nordamerikaner die Karibik, nicht schlecht, eigentlich. Nachdem wir uns einige Tips im Bekanntenkreis eingeholt hatten, konkretisierte sich die Dominikanische Republik. Kein Ressorthotel sondern eine eher etwas weniger erschlossene Halbinsel im Norden – Samaná. Nach holprigem Reisestart (Flug verpasst) kamen wir 5 Stunden später als geplant in Santo Domingo an und holten uns den Leihwagen, einen klitzekleinen Kia. Mit dem gings dann ab in den Norden. Schon nach wenigen Kilometern das erste Mal verfahren, ohne TomTom (das wir mangels Karten gar nicht dabei hatten) kommt man keine 5 Kilometer mehr die Landstraße runter gefahren. Glücklicherweise hatte ich Offmaps auf dem iPhone und sicherheitshalber ein paar vermeintlich wichtige Kartenausschnitte von OpenMaps runtergeladen. Ein Blick auf das Gerät genügte um zu erkennen, dass die Richtung nicht ansatzweise stimmt. Nach der darauf folgenden Kurskorrektur ging es dann endlich gen Norden, in Richtung Samaná.

Kurz vor unserem Ziel mussten wir eine Hügellandschaft überqueren, die zwar über befestigte aber in einem ausserordentlich schlechten Zustand befindliche Strassen verfügte, die schlimmsten Ecken in New York und Fürth weit übertreffend schlecht, so schlecht, dass wir unsere $600 Mietwagenkaution bei jedem Schlag, Knacks und Absacken eines Rades dahingehen sahen. Zu unserer Überraschung gelang uns die Überfahrt jedoch und auf dem Weg bergab passierten wir die ersten Häuser Las Terrenas. Unser Verdacht, dass es sich bei der Dominikanischen Republik um ein Schwellenland handelt, wurde hier schnell bestätigt. Auch, dass es sich um die Schwelle zwischen der dritten und zweiten Welt handeln muss. Viele Menschen leben hier am Strassenrand in Holzhütten. Ein wenig erinnerte mich das alles an Marroko, andere Karibikstaaten, in denen ich bislang war, erscheinen deutlich moderner oder wohlhabener. Trotzdem wirkt das nicht verslumt sondern sehr lebendig und fröhlich. Auch im Ort, den wir auf dem Weg zum Hotel komplett durchfahren, herrscht ein lebeniges Treiben, jeder, so scheint es, hat hier ein motorisiertes Zweirad. Ladengeschäfte haben einfach die ganze, zur Strasse gewandte Haus- oder Hüttenseite aufgemacht, und verkaufen was auch immer, manche Obst, Duschgel und Motoradteile, andere Grillhähnchen und Limo. Zu den Kunden gehören hier überwiegend die Einheimischen selber, Touristen scheinen hier eine gewisse Bedeutung zu haben, aber das Strassenleben dominieren sie nicht.

Am Ende des Ortes ist der Strand, an dem entlang wir bis zum Hotel fahren. Das Meer erstrahlt hier in allen Türkistönen, unterbrochen nur von ins Wasser ragenden Palmen, die ihre Wurzeln in einen etwa 20 bis 50 Meter breiten Streifen aus hellem Sand geschlagen haben. Wir passieren bilderbuchartige Buchten bis wir schließlich am Hotel ankommen, eine Anlage von zweigeschossigen Häusern, die kreisförmig in einer Parkanlage um einen Pool angeordnet sind. Wir beziehen unsere Suite, die aus 3 Räumen besteht: eine große Wohnküche mit Couch, Esstisch, Stühlen, kompletter Küchenzeile und angrenzender, riesiger Terrasse mit Meerblick, daneben ein Bad, großzügig im Platzangebot, und ein Schlafzimmer, der einzige Raum mit Glas im Fenster (wegen der Klimaanlage), mit Safe und Satellitenfernseher. Kurz, hier kann man’s aushalten, alles eher besser und größer als daheim.

Am Ankunftsabend haben wir nur noch die Gelegenheit nett Essen zu gehen, aber schon am nächsten Morgen können wir den wunderschönen Strand genießen. Wir gehen ein paar hundert Meter die Küste entlang, in Richtung ortsauswärts, wo die strandnahe Bebauung abnimmt und die Buchten einsamer werden. Viele Menschen sind aber ohnehin nicht unterwegs, selbst an den Hotelstränden sind deutlich weniger Leute als Liegen. Es fällt schwer einen Platz zu finden, an dem man sich niederlassen soll, jeder Quadratmeter Sand scheint hier perfekt zu sein. Das Meer ist seicht und klar, der Küste vorgelagerte Korallenriffe brechen das Wasser etwa 50 Meter vor dem Strand. Abwechselndes in der Sonne und im Salzwasser liegen verkürzt die Zeit bis der Hunger uns zurück treibt, in die “Stadt”, auf der Suche nach etwas Essbaren. Nach mehreren Runden auf und ab durch die Einbahnstrassen Las Terrenas’ finden wir ein Lokal, das hauptsächlich von Businessleuten des Ortes frequentiert wird. Wir werden, trotz mäßiger Spanischkenntnissen freundlichst und geduldig bedient, das Essen ist ebenfalls lecker und die Portionen üppig.

Die nächsten Tage verbringen wir damit, die Gegend zu erkunden. Es gibt in unmittelbarer Nähe noch einige tolle Strände, die wir sehen wollen. Da wir ein Wagen haben, nutzen wir die Gelegenheit und machen auch längere Ausflüge, in den Nordosten der Halbinsel. So landen wir zum Beispiel in Playa Rincon, wo wir uns ein Boot mit Fahrer mieten und uns von einem jungen Draufgänger über die Spitzen der Wellen peitschen lassen, jedes Wellental, in das wir abstürzen, schlägt hart ins Boot. Entlohnt werden wollen wir mit einem Badenachmittag an einem wunderschönen Strand, was allerdings aufgrund der aufziehenden Wolken nur bedingt klappt.

Leider reichte es diesmal nur für fünf Tage und viel zu früh musste die Heimreise angetreten werden. Als Souvenir durften wir auf der Fahrt zum Flughafen noch einen Polizisten bestechen, der uns angehalten hatte und wie wild mit seiner Laserpistole vor unseren Augen rumgefuchtelt hatte. Natürlich hat er gleich geschnallt, dass es sich mit unserem Spanisch so verhält wie mit seinem Englisch, nämlich nada. Mein kleines Latinum, was ich fast bekommen hätte, hat gereicht um zu verstehen, dass ich mir meinen Führerschein in einem weit entfernten Revier abholen kann, irgendwann viel später. Eine Stunde vor Check-in war das ja keine Option und so nahmen wir gerne eine “gebührenpflichtige” Belehrung war, die mit ca. $6 eher human ausfiel.

Die Dom Rep kann ich nur sehr empfehlen, vor Allem “off the beaten track”. Strände und Landschaft haben sehr gefallen, die Menschen waren super nett und echt. Von sanftem Tourismus und Umweltschutz, auf einem Niveau wie etwa in Costa Rica ist das Land allerdings noch Lichtjahre entfernt.

Urlaub, Teil 1


Zur Einstimmung auf den bald folgenden Urlaubsbericht ein kurzes Video…

Kurzes Video aus Philly



Sag ich doch, sehr kurz.

Berlin, ick find dir richig jut

Neulich war ich in Berlin. Gut war’s da –  sehr gut. Nach Berlin komme ich immer gerne, meist reicht aber die Zeit nicht, um die Stadt richtig erleben zu können.  Dieses mal jedoch, war es anders. Ganze vier Tage waren wir in Berlin, zwei am Anfang und zwei am Ende einer zehntägigen Deutschlandreise.

In Tegel am Flughafen zeigt sich Berlin ganz bescheiden. Der Busbahnhof einer durchschnittlichen Großstadt ist imposanter als TXL. Der Aufenthaltsbereich außerhalb der Sicherheitszone ist ca. 3 Meter breit, hinter der Personenkontrolle gibt es nichts mehr, kein Geschäft, keine Gastro, einfach nichts, außer Sitzbänke. Berlin ist halt anders. Dafür gibt es einen Bus, der uns zum Alex bringt. Von dort ist es nicht mehr weit zu unserer Wohnung im Prenzlauer Berg, die wir für einige Tage von einer New Yorkerin gemietet haben, über Craigslist Berlin. Der erste Tag ist ganz Erkundungen der unmittelbaren und mittelbaren Nachbarschaft gewidmet, Mitte und Prenzlberg. Alles ist mittlerweile total renoviert hier, nur noch wenige Häuser erstrahlen im Grau der DDR. Manchen Anwohnern geht das offensichtlich zu schnell und weit, “Spekulanten töten” und “Sie kaufen was sie kaputt machen” ließt man an den Mauer um den Helmholzplatz. Mitte sieht auch nicht anders aus, sehr schön alles, toll renoviertes, altes Berlin. In den Straßen hört man viele Sprachen, Englisch, Französisch, Italienisch – Berlin hat einen Hauch von internationaler Metropole. Abends suchen wir am Prenzlauer Berg eine Kneipe, wir haben so was abgefahrenes, neo-alternatives im Sinn, was aber nicht zu finden ist. Alles zu sehr Toskanafraktion hier unterhalb der Danziger Straße. Schließlich landen wir doch noch in einer Kneipe, die einen ehrlichen Eindruck macht, aber auch in Fürth oder Frankfurt an der Oder stehen könnte. Unsere Sehnsucht nach Klischee erfüllt sich nicht heute Abend, aber das Berlin unserer Vorstellungen werden wir am nächsten Tag entdecken, in Friedrichshain und Neukölln.

Der große Tag der Entdeckungen fängt am Frankfurter Tor an. Hier steht die Vorzeigearchitektur des ehemaligen Arbeiter und Bauern Staates. Vorne renoviert, hinten am zerfallen. Von hier aus laufen wir durch Friedrichshain, durch lebendige Straßen mit Cafés und kleinen Geschäften. Richtung Süden geht es, schließlich eine Station mit der S-Bahn, bis zum Treptower Park. Dort haben die Russen sich und uns Deutschen ein Kriegsdenkmal hingestellt, das den gefallenen russischen Soldaten gedenkt. Ein imposantes Denkmal, um dessen Pflege sich die Bundesregierung seit dem Abzug der Siegermächte kümmert.

Nach einer Stärkung mit Currywurst und Bier, geht´s weiter nach Kreuzberg. Im Freischwimmer hören wir einer Band zu, die dort gerade zu spielen angefangen hat. Lange halten wir uns hier auch nicht auf und machen uns gleich weiter auf nach Neukölln, das soll ja gerade das angesagteste aller Viertel sein. Leider ist Neukölln riesig und auf Anhieb finden wir uns nicht so richtig zurecht. Wir sind auch schon ca. 15 Kilometer gelaufen und wollen einfach nur noch was Essen. Zum Glück führen uns unsere mobilen, internetfähigen Wegbegleiter auf den richtigen Pfad und wir landen auf dem Reuter Kiez, hier finden wir eine nette Kneipe, in der wir uns stärken und eine Bar, gleich nebenan, die nach Berlin aussieht. Also, geht doch Berlin, so soll das sein.

Nach einigen Tagen in München und Nürnberg kehren wir nochmal zurück und verbringen einen letzten Tag und zwei letzte Nächte in der Hauptstadt. Wir nehmen uns das Regierungsviertel vor, sehen uns die Mauer an, an den paar Stellen, wo man sie noch sehen kann, und entdecken auch noch nettere Ecken am Prenzlauer Berg. Am Ende fällt es dann ein wenig schwer zu gehen. Berlin hat sich gut angefühlt, richtig gut.

Mexiko extrem

Kurzurlaub in Mexiko, nach Cancun ging es, um genau zu sein. Schon am Flughafen lauert der erste Stress. Es wimmelt von hilfsbereiten Menschen, Mexikanern meistens. Jeder möchte dich in die Stadt bringen oder ins Hotel, wie Versicherungsvertreter bleiben sie hartnäckig, der letzte Bus ist schon weg, das weiss hier jeder. Schliesslich geben wir nach und lassen uns im Sammeltaxi direkt ins Hotel fahren. Im Hotel geht’s gleich weiter, ehe man sich versieht hat der Hotelboy die Taschen auf einen Wagen geladen und führt uns ins Zimmer. Klar, da gibt’s natürlich ein Trinkgeld für. Das Schlafgemach für die kommenden vier Tage ist großzügig vom Raumangebot, schlicht aber sauber, mit Balkon und Blick auf die Bucht und die davorliegende vierspurige Straße. Falls wir diese nicht schon beim ersten Rundgang erspäht gehabt hätten, wäre sie uns nächtigens nicht entgangen. Es ist laut, in der ersten Nacht, und als New Yorker ist man nicht übermäßig zimperlich.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und die Sorgen vom Vortag sind erst einmal dahin. Das kann auch das als Begrüssung getarnte Verkaufsgespräch (zum Zwecke eines Upgrades zum All-inclusive) nicht betrüben, gelassen lassen wir es geschehen, den Minifresskorb nehmen wir mit und ab geht’s an den Strand. Der Blick auf’s Meer, der feine Sand, die schattenspendenden Palmen, entschädigen für den bis dato entstandenen Schaden. Es ist wenig los hier, vielleicht wegen des Windes von der Stärke roter Flaggen, vielleicht wegen der Nebensaison oder vielleicht weil die All-inclusive Gäste lieber am Pool bleiben, unweit der Bar. Hier ist es sehr entspannt, mir gefällt es hier, die Laune steigt wieder.

Als wir später nach Cancun Stadt fahren, mit dem Bus, kommen wir durch das Epizentrum der amerikanischen Spring Break Kultur, eine Mischung aus Miami und Times Square oder eine Kopie von Daytona Beach, jedenfalls stelle ich mir das so vor. Nicht das wir Deutschen da besser wären, Mallorca lässt grüssen. In der Stadt angekommen, jagen wir nach was Essbaren, irgendwas einigermaßen landestypisches. Das ist auch nicht schwer zu finden, denn in die relativ neue Stadt Cancun, ohne historischen Kern, zieht es nur wenige Touristen. So ist Cancun’s Innenstadt zwar nicht wirlich hübsch, aber ehrlich und mexikanisch. Alles, was wir so zu Essen finden ist hervorragend, wenn auch ein wenig schwere Kost, zu sehr vernünftigen Preisen. Beschissen werden wir natürlich trotzdem, als ich den Wirt dabei ertappe ist es ihm super peinlich und er gibt mir den 100er ohne Murren zurück. Sogar in der Bank, beim Geld umtauschen wird sich zu unseren Ungunsten verrechnet, wirklicher Wahnsinn hier.

Den letzten Tag verbringen wir mit einer kleinen Tour zur Isla Mujeres, einer relativ ruhigen Insel, ca. 1 Stunde von Cancun entfernt, mit dem Boot. Hier entdecken wir einen wunderschönen Strand und verbringen den Nachmittag unter Palmen und im flachen, tieftürkisen Wasser. Hier essen wir hervorragend, Mexikanisch und Kubanisch, mit echtem Cubarum Mojito. Die Heimreise ist dann noch ein echtes Abenteuer, mit Fähre, Taxi und Bus brauchen wir ganz schön lange zurück zum Hotel.

Auf dem Weg zurück zum Flughafen denke ich mir, gerne wäre ich noch ein wenig beblieben, gerne wäre ich noch weiter in den Süden gefahren, nach Tulum zum Beispiel, oder weiter ins Landesinnere. Zu Land und Leuten hat sich in den wenigen Tagen eine eher ambivalente Haltung bei mir eingestellt. Das man im Besucher nur eine Geldquelle sieht nervt auf Dauer. Das ist zwar zum Teil verständlich, aber in anderen Ländern, wir Costa Rica oder Marokko nur halb so schlimm. Was den Tourismus angeht, so wird selbiger hier mit der Keule betrieben, der Trend zum Sanften ist noch nicht so richtig angekommen. Aber Vieles ist auch superschön hier und ich komme gerne einmal zurück.

Roadtrip durch den Südwesten: Teil 3

Wenige Stunden nach dem letzten Park überqueren wir die Grenze nach Nevada und fahren hinab in das Tal des Lasters. In der frühen Abenddämmerung kann man vom ganzen Ausmaß Las Vegas’ noch nicht viel erahnen, aber als wir dem Zentrum näher kommen, setzt die Dunkelheit ein und die Neonstadt erstrahlt zu einem surrealen Mix aus Pomposität und Verfall. Auf Empfehlung eines Roadtrip-erprobten Freundes hin checken wir ein ins Holiday Motel, einer heruntergekommenen Spelunke, die dafür aber billig ist und direkt am Strip. Klar müssen wir auch den Klassiker mitmachen und gehen in ein Casino um dort am verbilligten Buffet abendzuessen: $9 all you can eat. Mahlzeit! Danach machen wir uns auf den Weg und laufen den Strip ab, wir schaffen es bis zum Canale Grande, auf dem gerade die letzten Gondeln durch das für Venedig ungewöhnlich saubere Wasser gleiten. Paris und New York schaffen wir nicht mehr, aber wenigstens haben wir ein paar Piratenschiffe gesehen, samt Besatzung, die mit einer Art Musicaldarbietung Menschen mit extremen Kulturdefiziten ein paar Minuten fesseln konnten. Unsere innere Uhr ist noch auf den Rhythmus der Natur eingestellt und so müssen wir zurück ins Hotel und ab ins Bett. Wir nutzen den nächsten Tag um allerlei Kuriositäten der Stadt Las Vegas zu entdecken, eine überdachte Fußgängerzone zum Beispiel, voller betrunkener Kreaturen, die vom Spielen nicht mehr wegkommen. Wir stillen auch unseren Defizit an asiatischer Kost mit japanischem Ramen bevor wir wieder der Straße gehören, dem Freeway nach California, dem letzten Abschnitt unserer Reise.

Die Autobahn steuert kerzengrade Richtung Südwesten. Etwa 20 Meilen außerhalb der Stadt durchqueren wir noch einmal einen kleinen Casino-Außenposten, der uns mit günstigen Hotelangeboten fast von der Straße gezogen hätte. Aber ich kann noch fahren, ein paar Meilen können wir noch gutmachen und so geht die Reise weiter. Schon bald verlassen wir den Staat Nevada und erreichen Kalifornien. Die Landschaft scheint sich hier zu ändern, genau aber kann man es nicht ausmachen, es ist einfach zu dunkel. Wir fahren einmal kurz ab und checken ein paar Motelpreise aber wir haben Pech, alles viel zu teuer. Gegen 11 Uhr nachts geht’s dann nicht mehr und wir fahren erneut ab. Diesmal haben wir Glück: in Barstow ist das Angebot groß und die Preise daher niedrig. Wir checken ein in ein Motel 6, ohnehin eine eher günstige Motelkette. Das Zimmer ist steril aber neu und sauber, Kabelfernseher mit Fernbedienung inklusive. Wir chillen noch eine Weile und schlafen bald tief und fest, nach Tagen mal wieder in einem richtigen Bett.

Die Weiterreise am nächsten Morgen beginnt mit einem all-American Breakfast bei iHop. Auf der Karte kein Gericht unter 800 Kalorien, die meisten Menschen um uns herum nehmen in etwas das eineinhalbfache des Tagesbedarfs an Kalorien zum Frühstück auf. Wir bestellen je 2 Spiegeleier mit ein paar Pancakes an der Seite, das muss reichen. Gut gestärkt machen wir uns an die letzten paar hundert Meilen runter nach San Diego. Der Verkehr nimmt immer stärker zu, je weiter man gen Westen stößt. Man kann das Schwarze Loch, die Stadt der Engel irgendwie erahnen, aber wir schlittern noch einmal daran vorbei. Kaum haben wir es bis in den Süden geschafft, erhalten wir einen Anruf und fahren kurz darauf wieder gen Norden, zurück nach LA (oder wenigstens in den Großraum) um uns mit Freunden und Verwandten zu treffen. Zeitgleich wird das Wetter auch immer schlechter und wir nutzen die Gelegenheit, bei der Familie unterzukommen und nisten uns für zwei Tage hier ein. Bei Wolken und Regen mag keine echte Kalifornienstimmung aufkommen und so sind wir froh, dass wir einfach Fernschauen und ins Internet können, schließlich sind wir im Urlaub und alles ist erlaubt, was uns entspannt. Natürlich fahren wir auch mal in die Stadt und schauen uns alles an. Downtown LA ist eigentlich ganz interessant. Ein wenig heruntergekommen, wie die meisten amerikanischen Innenstädte, aber irgendwie mit einem gewissen Charme. Sehr multi-kulti und vor Allem mit hervorragenden Restaurants übersät. Wir essen Taiwanisch, Koreanisch und Japanisch, einer New Yorker Version der gleichen Küche ist man hier meilenweit vorraus.

Alles hat ein Ende, so auch Kabelfernsehen und Schlechtwetter. Am dritten Tag können wir uns endlich aufmachen und fahren zurück nach San Diego. Die Stadt ist ziemlich schnell erfasst und wir checken schon am frühen Abend ein, in einem neuen Campingplatz, direkt am Meer in Cardiff by the Sea. Für einen State Park sind $50 pro Nacht recht prall, dafür wird man belohnt mit einem spektakulären Blick auf den Pazifik, raue Wasser, schroffer Fels, ein wenig Sand, alles direkt vor unserem Zelt. Ein Strandurlaub wird es dennoch nicht, auch die nächsten Tage sind eher mäßig, viel Wolken, ein strammer Wind, toll zum Surfen, schlecht um einfach relaxed am Strand abzuhängen.

Gerade als die Sonne wieder richtig raus kommen will, müssen wir los, wieder zurück nach LA, am nächsten Tag geht der Flieger nach New York. Wir genießen noch einen sonnigen Vormittag hier an der Küste und hängen wenigstens noch die Füße ins kalte Pazifikwasser. Dann nehmen wir den Freeway nach Norden. Schon auf den ersten Meilen geraten wir in den ersten Stau, aus dem wir nicht mehr richtig raus kommen. Ganz Südkalifornien ist ein einziger Stau, der Großraum LA ist total verstopft, jeden Tag, Tag ein Tag aus, immer, und wir sind mittendrin. Erst vier Stunden später kommen wir bei unseren Freunden an, mit denen wir unseren letzten Abend verbringen. Wieder einmal sind wir erstaunt über das hervorragende Essen hier in der Stadt und den grässlichen Verkehr. Für die 8 Meilen zum Aufwärmbier brauchen wir eineinhalb Stunden – im Auto versteht sich, eine Zeit die ambitionierte Nordik-Walker leicht schlagen. Dafür werden wir später mit einem Weltklasse Korean Barbeque belohnt, das das hohe Niveau, das wir hier in New York gewohnt sind, locker übertrumpft.

Erschöpft vom Genuss hochprozentiger Brandtweine auf Reisbasis vom Vortag, machen wir uns auf zum Flughafen nach Inglewood. Wir geben unseren weißen Dodge ab, der uns 2400 Meilen durch den Südwesten Amerikas gefahren hat, ohne zu murren. Wir steigen in den Flieger und es geht los Richtung Osten. An diesem klaren Tag sieht man während des gesamten Fluges unter einem die wechselnden Landschaften Amerikas vorbeiziehen und erlebt so einige Déjà Vus, die Utah und Colorado noch einmal in’s Gedächnis rufen. Wenige Stunden später sehen wir die Lichter der Stadt, die niemals schläft, auch heute nicht. Heute, so scheint es, will sie uns willkommen heißen, nach zwei Wochen freut sie sich, uns zurück zu haben. Wir freuen uns auch, New York, es ist schön wieder hier zu sein.

Roadtrip durch den Südwesten: Teil 2

Der nächste Morgen wirft uns wieder Sonnenstrahlen vor die Füße und ins Gesicht. Wir stärken uns im Café neben der Tankstelle, die Einfahrt und Parkplatz mit einem Subway und kleinem Supermarkt teilen, was sowas wie das Dorfzentrum markiert. Fünf Meilen später befinden wir uns im Capitol Reef National Park, ein relativ kleiner und überschaulicher Nationalpark, den wir in nicht mal einer Stunden durchfahren haben. Wir machen unsere erste richtige Wanderung und laufen hoch auf die Spitze des Hügelkamms, wo sich nebst Ausblick auch eine Felsbogenformation befinden soll, die es zu bestaunen gilt. Wir laufen an einer Abzweigung fälschlicherweise vorbei, erkennen aber unseren Irrtum und finden bald die Attraktion dieser Route. Wir werden nicht entäuscht und können uns zufrieden an Abstieg und Abreise machen. Das nächste Ziel auf unserer Tour heißt Bryce Canyon Nationalpark, einer der beliebtesten und der vermeintlich Schönste. Auf halbem Weg dorthin schlägt das Wetter um und es fängt an zu Regnen. Dazu kommt noch, dass sich der Park auf deutlich höherer Höhe befindet, auf ca. 9000 Fuß, was in etwa 2750 Meter entspricht. Angekommen bauen wir schnell unser Zelt auf im parkeigenen Campingplatz, der glücklicherweise nicht so überfüllt ist, wie wir angenommen hatten. Nach einer relativ trockenen Pizza, die geschmacklich wenig von ihrer eigentlichen Heimat erahnen lässt, verbrennen wir noch einige Scheite Holz vor unserem Zelt, um Väterchen Frost auf Distanz zu halten. Das gelingt eher schlecht und so müssen die nagelneuen Marmot Schlafsäcke zum ersten mal beweisen, was der Hersteller mit 10 Grad Fahrenheit Komforttemperatur meint. Glücklicherweise wurden es nur 25 F, also 4 Grad unter Null, eine Temperatur die wohlige Wärme bis zur Halskrause ermöglicht.

Ein neuer Tag, neues Glück mit dem Wetter. Der Morgen ist frisch im Schatten und ganz annehmbar in der Sonne. Der Zeltplatz ist ein karger, mit wenigen Kiefern heimgesuchter Hügel, den die meisten Camper schon verlassen haben. Wir lassen den Tag wie immer gemächlich anfahren, sind schließlich im Urlaub. Wenig später sind wir dann unterwegs mit hunderten anderen, Alten und Jungen, Franzosen und Italienern, Texanern und anderen Menschen, die es gewohnt sind alles mit dem Auto zu machen. Die Wanderwege sind breit und hervorragend ausgebaut, das Wort Hiking mögen wir für das, was wir hier tun nicht gebrauchen. Aber dafür sind die Naturschönheiten hier so gewaltig, dass uns die Spucke weg bleibt. Solche Felsen, Schluchten und Berge, habe ich noch nie gesehen, wie hunderte Zinnen einer Burg in dicht aufeinanderfolgenden Reihen schlängeln sie sich durch die Gegend in intensivsten Orangerottönen, manchmal von hohen Fichten und Kiefern unterbrochen, so bizzar, dass man meinen möchte, man befände sich nicht auf diesem Planeten. Die Kontraste, die Geometrie der Umgebung bestechen so klar, dass auch die Spiegelreflexkamera keine Mühe hat, das Erlebte realitätsnah zu konservieren. Wir sind immer noch total geflasht, als wir nach einer weiteren kleinen Wanderung den Park verlassen und unser letztes Ziel in Utah ansteuern, den Zion Nationalpark.

Bryce Canyon und Zion trennen nur wenige Stunden und so bleibt heute kaum Zeit den Roadtrip richtig zu genießen. Ratz fatz sind wir da und finden auch im einzigen Dorf im Park einen annehmbaren Ort um unser Zelt aufzustellen. Die netten Menschen hier geben uns einen Platz am Fluss, mit einem schönen Blick in ein kleines Tal. Als Gegenleistung stecken wir ihnen ein paar grüne Scheine zu und werden dafür obendrein noch mit lustigen Münzen belohnt, die wir in der Dusche gegen Heißwasser umtauschen. Die Stimmung ist nach Warmwassertherapie und wegen der an sich viel entspannteren Außentemperatursituation ziemlich gut, das kostenlose WiFi setzt dann noch eins drauf. Als die letzten Scheite im Feuer knistern und Facebook einfach nichts mehr Neues hergeben will, wird es Zeit für`s Bett.

Ein letzter Tag in einem weiteren, gut durchorganisierten Park. Autos sind nicht erlaubt, ein Schuttlebus fährt uns herum. An mehreren Stationen steigen wir aus, laufen mal wenige Meter, mal einige Meilen, nehmen Fotos und essen Eiscreme. Eigentlich ist der Zion Nationalpark einer der schönsten des Landes aber scheinbar stumpft Schönheit auch ab, wir sind irgendwie gelangweilt, können uns nicht mehr so begeistern, wie vor einigen Tagen. Vielleicht ist es auch die Enttäuschung über die Art und Weise, wie wir das alles hier konsumieren, etwas nach dem Masse statt Klasse Prinzip. Wir hätten auch gerne einige Richtige Hikes gemacht, so mit Zelt und Schlafsack durch die Parks wandern. Aber dann hätten wir nur die Hälfte geschaft und bei Weitem nicht so viel gesehen. Egal, es ist wie es ist und wir machen uns langsam an die Rückreise, nicht nach Hause aber doch zurück in die Zivilisation.

Ende Teil 2

Roadtrip durch den Südwesten: Teil 1

Wir lieben Roadtrips, stundenlang im Auto sitzen, Landschaften an sich vorbei ziehen lassen, die Weite spüren, die Zeit, die nicht vergeht, alles ist plötzlich langsamer und nicht mehr so eng. Als New Yorker, die ja per se keine Autofahrer sind, bedeutet so ein Roadtrip echte Abwechslung. Das Gefühl im eigenen Fahrzeug zu sitzen hat man nach all den Jahren vergessen und der Frust der täglichen Staus, den kennen wir nicht. Jemand aus LA mag da nicht ins Schwärmen geraten, aber dazu kommen wir später.

Die erste Station ist Denver, hier fängt alles an. Im Landeanflug kann man bereits die Rocky Mountains erkennen, die abrupt zu beginnen erscheinen, am Ende einer ewig flachen Landschaft. Die Straßen unter uns sind auf dem Reißbrett gezogene Linien die jetzt immer öfter in eine Richtung zeigen, in Richtung der einzig großen Stadt weit und breit. Wir landen und nehmen den Bus zu Alamo, wo wir uns unser Auto abholen, ganz allein unseres für zwei Wochen. Wir haben Glück und bekommen ein Upgrade, einen nagelneuen Mittelklassewagen, einen weißen Dodge. Natürlich achten wir darauf, dass der Wagen XM Radio hat, Satellitenradio, das wir seit einsamen Nächten in den Adirondacks zu schätzen gelernt haben. Auf Ultrakurzwelle gibt es in den USA außerhalb der Großstädte auch nur Country und Western, das geht einfach nicht, zwei Wochen lang. Nachdem sich alle Insassen langsam mit dem etwas bewöhnungsbedürftigen Fahrzeug mit schießlukenartigen Fensteröffnungen angefreundet haben und die Grundbedürfnisse im nächstgelegenen WalMart befriedigt wurden, geht’s los nach Downtown. Dort gibt es nicht so viel zu sehen und so sind wir nach wenigen Stunden bereits in Boulder, am Fuße der Rockies. In dieser hübschen Hippiestadt nächtigen wir und beginnen am nächsten Tag unseren Trip so richtig.
Die Rocky Mountains können wir nur überfliegen, wir haben nicht genug Zeit so richtig in die Berge zu fahren. Aber die Landschaft ist auch hier fantastisch, wir machen viele Fotos, nicht ahnend, dass es noch Überwältigerendes zu dokumentieren gibt, auf dieser Reise. Wir steuern den Wagen in Richtung Utah, dem Mormonenstaat. Schnell noch ein paar Flaschen Wein in den Wagen gepackt und die Kühlbox aufgefüllt mit Bier, dann hinein in den Bibelstaat. Die Nacht verbringen wir im ersten Motel, am nächsten Morgen sehen wir dann Utah in seiner vollen Pracht. Entlang des Colorado Rivers schlängelt sich die Straße zum Arches Nationalpark, den wir am frühen Nachmittag erreichen.

Dort empfängt uns eine atemberaubende Kulisse von roten Steinformationen in einer kargen Umgebung, nie zuvor habe ich etwas Vergleichbares gesehen. Der Nationalpark ist gut organisiert, es gibt Straßen und geteerte Fußwege zu allen Attraktionen. Wir sind nicht alleine, aber es ist auch nicht wie in Disney World, irgendetwas dazwischen. Die Nacht nutzen wir dazu unsere neuerworbenen Daunenschlafsäcke zu testen. Es ist schon ziemlich kalt hier, wenn die Sonne untergegangen ist. Das Lagerfeuer vor unserem Zelt hält uns noch für einige Zeit warm, aber dann müssen wir uns von 1300 Gramm Hightechdaunen vor der Kälte der Nacht schützen lassen.

Ein neuer Tag, die Sonne lacht, wir auch. Dafür, dass wir das meiste im Fluggepäck mitgeschleppt haben, sind wir nicht schlecht ausgestattet, wir sehen halbwegs wie Camper aus. So gibt es Kaffee, auf dem Kocher gekocht, Müsli und Sandwiches. Das Zelt ist einigermaßen schnell wieder verstaut und der Roadtrip geht weiter. Unweit vom Arches Nationalpark gibt es einen kleineren State Park, Dead Horse Point. Da fahren wir hin und wandern entlang des Gipfelkammes, der links und rechts und an seinem Ende einen Blick über ganz Utah freigibt, so scheint es. Endlose Weiten, endloses Rot, endlose Schluchten, Täler und Erhebungen. Man möchte am liebsten seine Flügel spannen und losfliegen. Leider haben wir keine Flügel und außerdem müssen wir weiter, zum nächsten Wunder der Natur, das in Utah nie weit ist.

Im Wagen hören wir die Hits der 80er oder 90er, manchmal auch Rock oder aktuellen Pop. Wenn uns nicht nach Musik ist, dann stellen wir auf Talk Radio, NPR oder BBC. Hin und wieder nehmen wir an den politischen Diskussionen teil und führen das fort, was uns die Radiomoderatoren in den Mund gelegt haben. Hin und wieder halten wir auch an, geniessen die Landschaft, versuchen das Gesehene festzuhalten, was einfach nie so richtig gelingen will. Viel Zivilisation sehen wir nicht, hier dominieren eindeutig Steine, nicht Menschen, ein paar karge bodennah wachsende Buschpflanzen addieren Farbtupfer zu den dominierenden Schattierungen von Rot. Zwischendurch ändern sich die Felsformationen und ein, zwei Stunden lang begleiten uns weiße Kalksandsteine, die rundere und flachere Formen aufweisen. Der Kontrast zum knallblauen Himmel verschwindet nur gegen Ende des Tages, wenn der Sonnenuntergang nochmal das erlebte Farbspektrum Revue passieren lässt. Gegen Ende des Tages erreichen wir unseren dritten Park und checken in einer Hütte ein, in der ein Bett steht und ein Satellitenfernseher. Damit ist das Abendprogramm also klar.

Ende Teil 1

Roadtrip Preview

Mann auf dem Mond

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Vor 40 Jahren schossen die Amerikaner den ersten Mann auf den Mond. Das war vermutlich total spannend, das live auf Twitter mitzuerleben. Ah, Moment, Twitter gab’s ja noch nicht und auch kein Internet, nicht mal eine Liveübertragung im Fernsehen, oder nur für wenige. Umso besser, dass man jetzt nochmal mitfiebern kann. Die John F. Kennedy Presidential Library & Museum hat eine Seite im Netz, auf der der gesamte Verlauf des Unternehmens Mondlandung in Echtzeit nachgespielt wird, inklusive den Funksprüchen in Audio und Twitterprotokoll.

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