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Ein Kommen und Gehen

Lange hat es gedauert, bis ich sie endlich gefunden hab', die perfekte Maschine. Nach einem Jahr Roller fahren in New York wurde es Zeit für ein Upgrade, "the real thing". Sicher, die schwarze Stella war wunderschönen und super zuverlässig, viele schöne Ausflüge haben wir ihr zu verdanken. Aber die kleinen Räder, schlechte Federung und mangelnde Leistungsreserven ziehen eine natürliche Grenze um die Reichweite eines Rollers. Im Wesentlichen ist alles, was man nur über Autobahn sinnvoll erreichen kann tabu. So wurde die Lust auf ein richtiges Motorrad immer grösser und nach monatelangem Ausschau halten nach der einzig Wahren, habe ich vor einigen Wochen zugeschlagen und mir eine Triumph Bonneville gekauft, racing-green metallic mit viel Chrom. Zwischendurch war ich noch eine Woche in Europa und so konnte ich sie erst letztes Wochenende abholen.

In aller Frühe fuhren wir also hoch, nach Ithaca, upstate New York. Fünf Stunden später, beim Einbiegen in Frank's Einfahrt erblickte ich sie dann gleich, in der Garage, schöner noch als auf den Fotos stand sie da. Die ersten Meter waren noch ganz ungewohnt und komisch aber schnell hatte ich das richtige Handling einigermaßen raus und es hat sofort super viel Spass gemacht auf den Landstraßen rund um die Fingerlakes zu cruisen. Das Wetter war nicht super und so haben wir Abends den Wagen genommen um Ithaca zu erkunden. Ein super kleines Nest, total ab vom Schuss, aber 45 000 Studenten und eine Ivy League Universität, die Cornell. Gut gestärkt verbrachten wir die Nacht im Zelt um gut ausgeschlafen am nächsten Tag die große Reise anzutreten. Für mich hieß das, fünf Stunden auf den Bock. Das Gute: es war herrlichstes Wetter, prächtiger Sonnenschein, nicht zu heiß, ein Ostküstenspätsommertag wie aus dem Bilderbuch. Die Fahrt verlief dann auch ziemlich smooth, alle 120 Meilen nachtanken ist eh angesagt aber wir machten eigentlich stündlich eine kurze Pause. Noch vor Einbruch der Dämmerung waren wir sicher zurück in Harlem.

there she goesWitzigerweise hatten wir in Ithaca noch ein Schloss gekauft, in einem Rollerladen. Dem Besitzer musste ich natürlich die ganze Geschichte erzählen, von Adam bis Stella. Da hat er auch gleich eingelenkt und gemeint er wüsste vielleicht jemanden für meinen Roller. Gut, dachte ich, geb ich ihm mal meine Karte und schwups meldet er sich am nächsten Tag und will die Stella, für sich. So kam er dann gestern abend und hat sie abgeholt. Vorher fuhren wir zur letzten Fahrt und als Anthony sie schliesslich auf sein Pick-up lud waren wir ein wenig traurig, sie gehen zu lassen. Mit einer Träne im Auge winkten wir ihr hinterher, als sie um die Ecke verschwand, ab nach Norden, nach Ithaca.

Panne

Auf der Heimfahrt von Queens hatte die Stella einen Platten – meine erste Panne mit einem Roller oder Motorrad. War aber halb so schlimm: das Ersatzrad unter der "Backe" braucht nur etwas Luft von der Tankstelle und dann konnte es eine Stunde später schon weiter gehen. Jetzt muss ich nur schauen, dass ich den anderen Reifen schnellstmöglich wieder zum Laufen bringe, sonst schaut's nächstes mal nicht so gut aus…

Angemeldet: mein erstes KFZ in NY

Die Zeiten sehnsuchtsvoller Blicke auf Besitzer individueller Fortbewegungsmittel ist endlich vorbei, ich bin wieder unterwegs auf zwei Raedern. Letztes Wochenende habe ich mir einen Roller gekauft, genauer gesagt eine Stella, einen Nachbau der 80er Vespa Modelle, leicht modernisiert mit Scheibenbremsen und E-Starter. Das schoene Stueck habe ich nicht ganz billig bekommen aber nachdem der Hersteller seit Monaten nicht mehr liefert, sind die Dinger sehr beliebt. Schwarz ist sie und faehrt super, das ist die Hauptsache. Beim DMV (Zulassungsstelle) ging diesmal alles wie geschmiert, mein Name ist halt jetzt Joernolaf, daran kann man wohl nichts mehr aendern. Abends haben wir die Stella dann geholt und sind zum Roger crosstown zu unserer ersten Fahrt aufgebrochen, das war ein Abenteuer. my Stella

Noch abenteuerlicher war der Weg ins Buero am naechsten Tag: nach ca. 20 Blocks hat uns ein Cop in Harlem rausgezogen und wollte Papiere und so. War alles ok, ausser dass ich noch mit dem deutschen Fuehrerschein fahre. Dann ist ihm aber eingefallen, dass wir Goggles braeuchten (Motorradbrille) und unsere Sonnenbrillen nicht ausreichten. Er hat uns dann noch eine viertel Stunde auf dem Asphalt schmoren lassen bis er uns die Strafzettel gegeben hat. Naja, das hat der Freude einen gewissen Daempfer gegeben und ins Buero fahren wir auch wieder mit der U-Bahn, der New Yorker Verkehr ist einfach unglaublich. Aber auf unseren naechsten Wochenendausflug freuen wir uns schon: mit dem Roller durch die Bronx bis nach White Plains.

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Welcome to kreitz.de, a personal weblog edited by Olaf Kreitz since 2005. kreitz.de covers some of the notable things I come across in New York, online or elsewhere in the world, small and big adventures, my 5 cents on movies, music, art, food and stuff I like. More here.

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