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Das Internet Manifest

Wir schreiben das Jahr 2009, das Internet gibt es seit 19 Jahren (oder 15 oder was auch immer man als Geburtsstunde definiert und dann von 2009 subtrahiert) und es herrscht Krieg in Deutschland zwischen den “klassischen Medien” und “Internetjournalisten”. Erstere finden, die Onliner verdienten das ganze Geld mit dem Zeug, das sie machten. Letztere sagen, selbst Schuld, Zug abgefahren, das Internet ist für alle da, wer teilt gewinnt. Die Internetjournalisten waren ein bischen sauer auf den sich jüngst massierenden Gegenwind zur Freischreiberkultur und haben alle zusammen (“alle” im Sinne elitärer Urdemokratien) ein Manifest geschrieben, das sie das Internet-Manifest genannt haben. Jetzt tut sich natürlich die Frage auf, haben sie recht, und wenn dann wer, und was sagen die anderen Blogger dazu. Es stellt sich heraus, keiner hat recht, oder alle, das weiß keiner mehr so genau, dafür haben viel zu viele durcheinander gesprochen. Eigentlich sollte mal einer alles zusammentragen und aufklären. Leider habe ich hierfür gar keine Zeit und setze lieber noch eins drauf:

Das axiomatische Manifest

Das Internet ist toll
Das Internet macht Spaß. Es macht uns schlauer. Es macht uns wachsamer. Es macht uns reicher. Manche mehr als andere aber wenige, ganz wenige verlieren durch das Internet, die allermeisten auf dieser Welt gewinnen. Wer versucht das anders darzustellen, gehört einem elitären Kreis selbstherrlicher Jammerlappen an, die einfach nicht rausfinden, wie sie genauso leicht wie früher ungerechtfertigte Renditen erwirtschaften können, die in einem vollkommenden Mark ohnehin unmöglich zu erzielen wären.

Das Internet ist ein Oligopol
Das Internet ist ein Angebot für viele, fast ein viertel der Weltbevölkerung hat Zugang. Ein fünftel aller Menschen kann allerdings nicht lesen. Die Inhalte werden von noch weniger Teilnehmern ins Internet gestellt, zieht man Kopien, Zitate und andere Mehrfachnennungen ab, bleibt wenig übrig. Genau genommen verbleiben hauptsächlich die von klassischen Medien eingespielten Inhalte. Blogs und andere Onlineplattformen sind hervoragende Kanäle, die Verbreitung, Filterung und Kommentierung von Nachrichten perfektioniert haben. Die orginäre Herstellung überlässt man lieber denen, die davon etwas verstehen, denen man dann aber gerne aller Kredite beraubt. Der Blogger von nebenan kann zwar nach abgebrochenem Germanistikstudium klasse kommentieren, nach Nordkorea fliegen und im Grenzgebiet recherchieren, das kann er nicht. Das kann er sich nämlich nicht leisten und trauen tut er es sich auch nicht. Und in Berlin im Reichstag und in den Ausschüssen, auf den Strassen von Genf, Gera oder Giessen sind sie auch nicht die Blogger. Sie sind zuhause oder in ihren Büros im Prenzlauer Berg und wundern sich warum der Herr vom Focus es doof findet, all das zu bezahlen, was die Leute lieber auf kreitz.de lesen statt im Focus (ok, man wird ja wohl noch mal träumen dürfen).

Das Internet ist hier und wird hier bleiben
Jammern hilft nicht, auf keiner Seite. Den nachrichtenproduzierenden Medienteilnehmern muss eine nachhaltige Partizipationsmöglichkeit an der Wohlfahrt des Marktes in Aussicht gestellt werden, sonst wird die Motivation nachzuliefern versiegen. Renten, also Renditen, die in einem sich perfekt selbst regulierenden Markt unmöglich wären, wird es irgendwann nicht mehr geben. Durch die Möglichkeiten des Internet (billigste ubiquitäre Echtzeitversorgung mit Medien aller Art) sollten aber genug Effizienzen realisierbar sein, dass Nachrichtenlieferanten und Distributeure gleichermaßen gerecht entlohnt werden können. Sie müssen nur noch gemeinsam herausfinden wie.

The 44th President

44th PresidentJust found this and thought it’s beautiful!

via Patrick Moberg

Die Nacht, in der wir Geschichte machten!

credit: Jason Kottge, kottge.org

Obama ist Präsident! Endlich. Nach monatelanger Medienschlacht, die grösser und präsenter war als jemals zuvor, wurden wir vorgestern Nacht endlich befreit von 8 Jahren republikanischen Wahnsinns. Yes we can war der Leitspruch der Obama-Bewegung und wurde in den USA zu einem der grössten Slogans aller Zeiten. Hohe dreistellige Millionenbeträge hat es gekostet aber jeder Cent war es wert.

Hier in New York hat man zeitweise gedacht, es gäbe nur einen Kandidaten. So war die Wahl hier auch schon sichere Sache, in der Bronx gingen knapp 89% der Stimmen an Obama, ein Ergebnis, von dem selbst Einparteiensysteme nur träumen können! Selbst konservative “weiße” Mittelschicht Staaten haben den Republikanern diesmal eine klare Absage erteilt. Die Medien feiern den Einzug des ersten farbigen Präsidenten ins Weiße Haus als endgültige Überwindung von Rassenunterschieden.

Die Republikaner sind am Ende. Ihr anfangs brillant anmutender Schachzug, eine Frau als Vize zu nominieren ging komplett in die Hose. Niemand wurde mehr verspottet und kritisiert als Sarah Palin, Gouverneurin von Alaska. Die Comedy Sendung “Saturday Night Live” hatte mit ihren Palin Karikaturen, gespielt von Tina Fey, mitunter Einschaltquoten wie sonst nur zur besten Baseballzeit. Medienanalytiker behaupteten sogar, SNL hätte Einfluss auf den Ausgang der Wahl gehabt.

Jetzt hat der Wahnsinn erstmal ein Ende und der politische Alltag muss ab 20. Januar zeigen, ob Obama halten kann, was er versprochen hat. Wir hoffen alle und rufen uns immer wieder ins Gedaechnis: Yes we can!

Atombomben über Prag, Film nach Elf

Die tschechische Künstlergruppe Ztohoven hat letztes Jahr einen Atombombentest im Riesengebirge gefilmt. Natürlich war alles nur Fake, trotzdem wurden sie wegen öffentlicher Unruhestiftung angeklagt. Gestern sprach man sie frei, weil ja niemand wirklich in Panik geraten sei. Die Gruppe hatte eine echte Überwachungskamera so manipuliert, dass ein eingespieltes Video einer Atombombenexplosion zu sehen war. Das lief dann im tschechischen Frühstücksfernsehen. Es wundert mich ein wenig, dass dies scheinbar so wenige aufgeregt hat. Die Mehrheit der Zuschauer haben es gelassen als einen militärischen Test hingenommen. Naja, das Video ist auch irgendwie nicht so bedrohlich, aber seht selbst…

Danke, Stoiber!

DankeStoiber.deNun geht er, "unser" Landesvater. Nach heftigem Winken mit Zaunpfählen in Fürth und anderswo, sagt Edmund Stoiber "Servus Bayern". Damit die Nachwelt auch übermorgen noch weiß, wer der Kerl war und was er für Bayern, Deutschland und die Welt geleistet hat, haben kritische Blogger Bayerns diesen virtuellen Nachruf ins Netz gestellt. Das Versprechen: kommen genügend Kommentare zusammen, werden diese in gebundener Form Herrn Stoiber überreicht, an seinem letzten Tag im Amt. Da wird er sich aber freuen!

Disclaimer: Ich bin an dem Projekt technisch und textlich beteiligt… 

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Welcome to kreitz.de, a personal weblog edited by Olaf Kreitz since 2005. kreitz.de covers some of the notable things I come across in New York, online or elsewhere in the world, small and big adventures, my 5 cents on movies, music, art, food and stuff I like. More here.

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