kreitz.de

Icon

°°°pixels are your friends

Bolle reiste jüngst zu Pfingsten

-

Neulich, auf einer langen Autofahrt, ist mit ein altes Wanderlied eingefallen. “Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“, ein Lied, das wir als Kinder immer auf Reisen gesungen haben. Mein Vater hatte so ein kleines Wanderliederbuch für uns gekauft und so konnten wir uns im Auto die Zeit vertreiben. Er konnte die meisten Lieder eh auswendig und musste nicht nachlesen, wir Kinder haben begeistert im Buch geblättert.

Das Bolle Lied konnte ich auch nach 30 oder mehr Jahren noch ganz gut, nur dass ich aus Bolle’s Reiseziel Bangkok gemacht habe, statt Pankow. Kleiner aber feiner Unterschied, besonders wenn man zu Fuß unterwegs ist und der Ausgangsort die Schönhäuser Heide ist.

 

Des Umzugs Freuden und Leiden

20120126-234630.jpg

Das Packen war dieses mal nicht so schlimm, aber Umziehen ist irgendwie nicht meins. Klar, nach sechs Jahren mal die Wohnung ausmisten tut schon ganz gut, da entdeckt man so einiges, was wirklich sinnlos vor sich hin oxidiert, anderes, was man zwischendurch hätte brauchen können, von dem man aber nicht mehr gewusst hat, dass es existiert. Das Umziehen in Amerika hat ansonsten so seine Vorteile. Weder muss man die Wohnung beim Verlassen streichen noch muss man schwere Küchengeräte schleppen – alles gehört in die und zur Wohnung. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Umzugsfirma beauftragt, bin mal gespannt, wie das wird.

Zu den Freuden gehört natürlich die neue Wohnung. Mehrere Jahre habe ich nach etwas mit “usable outdoor space” gesucht und endlich, vor ca 3 Wochen, wurden wir fündig. In einem neuen, wirklich netten Condo Building haben wir eines der letzten Penthouse Apartments ergattert. Eine 3-Zimmer Wohnung mit 2 Bädern, offener Küche zum Wohnzimmer und riesiger Terrasse. Es gibt alles, was man sich erdenken kann in dem Gebäude, zum Beispiel eine Lounge mit Billard und Tischfußball, Wii und TV, einen Businesscenter mit iMacs, ein Fitnesscenter und eine Sauna. Die Wohnung hat einen Waschmaschinenanschluss, was zum größten Luxus New Yorker Wohnungen zählt. Nur die Waschmaschine müssen wir noch kaufen.

Was die Location angeht, mussten wir natürlich Abstriche machen und um weitere ein bis zwei U-Bahnstationen tiefer nach Brooklyn gehen. Die Straße erschien aber recht belebt und sicher, auch gibt es einen Supermarkt gegenüber und einige kleine, karibische Imbisse auf dem Weg. Wir werden sehen und berichten, wie es so ist im Süden von Crown Heights.

Ein August wie kein anderer

Die Ereignisse des zurückliegenden Monats August müssen festgehalten werden, persönliche und öffentliche. Da war zunächst mal meine OP, die minimalinvasiv war, auf dem Papier, in Wirklichkeit aber eher invasiv denn minimal. Wenn einem eine Stunde lang diverse Instrumente, von denen ich die Größe nur erahnen kann, im Bauch rumgeschoben wurden, dann braucht der Körper ganz offensichtlich eine gewisse Zeit, sich von dem Schock zu erholen. Was sich dadurch bemerkbar macht, dass man nicht viel läuft, und wenn dann langsam und sehr gekrümmt. Dafür darf man ganz offiziell Drogen nehmen, für die man sonst eingesperrt würde. Doof nur, dass man die auch wirklich braucht, eine Aspirin versagt hier jämmerlich, nicht mal eine Gelonida würde helfen, wenn es sie noch gäbe.

Dann war da noch ein anderes krankheitsbedingtes Ereignis, das nichts mit mir persönlich oder meiner direkten Umwelt zu tun hatte, das ich aber für festhaltenswert erachte: Steve Jobs verlässt Apple. Nach einer wohl einmaligen Leistung hat er, wie ich glaube, die richtige Entscheidung getroffen und setzt neue Prioritäten, weniger arbeiten, mehr Zeit sich um seine Gesundheit zu kümmern (oder besser die Kontrolle seiner Krankheit). Bemerkenswert finde ich, dass er ein einmaliges Gefühl dafür hatte, was die Kunden wollen, ohne es zu wissen. Er hat einfach ein neues Marktsegment nach dem anderen erobert, oft nicht mal neu erfunden, aber immer das beste Produkt platziert. Der iPod war nicht der erste Musikplayer, der Macintosh nicht der erste Personal Computer. Aber die radikale Konzentration auf das Wesentliche und der Wille, das beste Produkt im (neu definierten) Markt zu platzieren hat ihm keiner in diesem Ausmaß je nachgemacht. Aus einer fast bankrotten Firma hat er das wertvollste Unternehmen Amerikas gemacht, in etwas mehr als 10 Jahren, und das, für die Firma, die er mitbegründet hatte und aus die er raus geschmissen worden war. Schon beachtlich. Wir werden sehen, wie es jetzt mit Apple weiter geht. Der neue CEO, Tim Cook, scheint ein ziemlich pfiffiges Kerlchen zu sein, ob es reichen wird oder ob es zurück in die 90er geht für Apple, muss sich zeigen. Ich fürchte, nochmal wird Jobs Apple nicht retten können.

Rettet dem Blog!

Also, jetzt mal ehrlich, wer liest eigentlich noch Blogs? Vor Allem welche, die nur einmal im Monat ge-updated werden. Ich nicht und die ehemaligen Stammleser dieses Blogs wohl auch nicht mehr. Ganz offen gesagt, meine Besucherzahlen sind im Keller, total unten, waren niemals so schlecht. Das Gute ist, ich weiss genau warum: hier tut sich nichts. Ich habe mir so einen Stil angewöhnt, bei dem ich immer total lange Erzählungen zum Besten gebe, das Kurze liegt mir nicht so. Auch werden meine Geschichten immer ähnlicher, Reiseberichte aus aller Welt (sprich: Deutschland) und Anekdoten aus New York. Da ist ja auch nichts Schlimmes dabei, aber ich glaube, ich muss den Mix mal ein wenige auffrischen. Noch habe ich keine echten Ideen aber vielleicht fallen meinen verbleibenden paarhundert Lesern ja was ein? Es gibt hier unten eine Kommentarfunktion, die funktioniert ganz gut. Also, auf geht’s, was darf’s sein, was soll drauf auf “kreitz.de 3.0″.

Happy 2011!

Alles Gute, Gesundheit und Glück wünsche ich allen für das neue Jahr. Möge, um mit Reinhard Mey zu sprechen, was Euch groß und wichtig erscheint niemals nichtig und klein (sein).

5 Jahre kreitz.de

Vor etwa fünf Jahren, im Juni 2005, habe ich angefangen, diesen Blog zu schreiben. Fünf Jahre sind eine lange Zeit in der Welt des Internets. Vieles hat sich geändert in dieser Zeit, auf diesem Blog und in der Welt drum herum. Anfangs dachte ich über Onlinekultur und Geschäftsmodelle schreiben zu wollen. Mein Umzug nach New York Ende 2005 und der damit verbundene Drang das neu Erlebte zu verarbeiten, führten dazu, dass kreitz.de ein eher persönlicher Blog geworden ist.

In den fünf Jahren habe ich nur drei mal das Layout verändert, einmal habe ich die Software-Plattform gewechselt (von Movable Type zu WordPress), nie das Lizenzmodell (von Anfang an Creative Commons ShareAlike). Auf meine 193 Artikel gab es 88 Kommentare, die kein Spam waren, 80.946 weitere wurden von Akismet gefiltert.

-

Meine Besucher kommen aus aller Welt, die meisten aber natürlich aus den USA und Deutschland. Wie man sieht, hat es sich in wenigen Teilen Asiens und Afrika noch nicht rumgesprochen, dass es kreitz.de gibt, genauso wenig wie in Grönland.

-

Dass die durchschnittliche Verweildauer bei eineinhalb Minuten liegt, finde ich erstaunlich. Da viele Leser von Onlinemedien erfahrungsgemäß über gewisse Aufmerksamkeitsdefizite verfügen, muss es demnach einige geben, die die Artikel bis zuende lesen. Das freut mich.

Inhaltlich hat sich gezeigt, dass Tips und Tricks zu den Themen iPhone, mobiles Internet und Online Musik am meisten gefragt sind. Was es bei mir zum Mittag gab, interessiert nur echte Hardcore Fans. Das ist auch ok so, hätte ich nicht anders erwartet. Insgesamt kann man eine gewisse Stetigkeit der Besucherzahlen beobachten, die wiederum mit der Stetigkeit und Dichte des Inhaltsflusses korrelieren. Die Ausschläge nach oben sind meist auf Artikel zurückzuführen, die anderswo aufgeschnappt wurden. Das hallt dann noch einige Wochen nach. Der einzige echte Absacker hier ist übrigens technisch bedingt: nach der Einführung meines jetzigen Designs habe ich vergessen Google Analytics richtig und überall einzubauen und so sind mir ein paar Daten verloren gegangen.

-

Bleibt mir nur noch an dieser Stelle meinen allerherzlichsten Dank auszusprechen, an alle, die mich jahrelang begleitet haben, bei meinen großen und kleinen Abenteuern in der Neuen Welt, alten Heimat und online.

Schreckenssekunde

Heute hatte ich so einen kurzen Moment, in dem mir klar wurde, dass ich irgendwie so ein kleines bisschen süchtig bin. Ein ganz klitzekleines bisschen.

Als ich nach Hause kam, musste ich mich wieder mal über meine überteuerte Internetverbindung aufregen. Angeblich soll ich 15 Mbit/s bekommen, was man für $50 im Monat ja auch wirklich erwarten darf. Anstatt der versprochenen zweistelligen Megabitverbindung, bekomme ich aber seit Wochen nur noch dreistellige Kilobitgeschwindigkeiten. Heute hat’s mir dann gereicht und ich habe den Kundenservice angerufen. Die testen dann mit dir die Leitung durch, tun so, als ob es an 1000 anderen Sachen liegt (Microwelle die das WiFi stört und so) um dir schließlich, wie in meinem Fall, einen Fehler auf ihrer Seite einzugestehen. Bei Optimum Online, meinem ISP, hat man dann die suboptimale Auswahlmöglichkeit zwischen Umtausch des Kabelmodems in einem weit entfernten Kundencenter am Rande Brooklyns (in Manhattan gibt’s die nämlich wegen des Monopolrechts von Time Warner nicht) oder einem Termin mit einem Servicemitarbeiter, der ins Haus kommt. Ich optiere für letzteres, da die Zeitfenster mittlerweile auf erträgliche vier Stunden reduziert wurden (als ich den Anschluss vor fünf Jahren bekam, war das Zeitfenster noch acht Stunden, was in Amerika etwa 1/10 des Jahresurlaubs ausmacht).

Kaum habe ich den Termin notiert und aufgelegt, macht das Internet einen kompletten Abgang, von 700 kbit/s auf null. Macht nichts, dachte ich erst, ich habe ja ein iPhone mit EDGE Geschwindigkeit, das kann ja nicht schlechter sein. Aber dann fällt mir ein, ich habe ja leider keinen T-Mobile Empfang in der Wohnung, oder nur sehr unzureichenden. Das war dann der besagte Moment, in dem ich realisiert habe, dass ich eventuell einen Abend ohne Internet auskommen muss. Ich erschrak kurz, und dann gleich nochmal, vor lauter Schreck des Erschreckens. Das mich der Gedanke, ohne Internet zu sein, so mitgenommen hat, war ein ganz komisches Gefühl. Ich hab das dann gleich ganz selbsttherapeutisch analysiert: ein kurzer Moment der Leere hat eine gewisse Sekundenpanik in mir hervorgerufen. Komisch, wie man so reagiert. Ich habe hier ein Stapel von tollen Büchern, die ich endlich mal lesen will und ich lese wirklich gern, aber unerklärlicherweise schiebe ich Panik, beim schieren Gedanken, einen Abend ohne Internet verbringen zu müssen.

War aber alles halb so schlimm, beherztes Neustarten aller System verhalf dem Internet nach kurzer Zeit zur Rückkehr zum alten Stand: langsam aber hinreichend. Naturgemäß habe ich dann den Abend auch online verbracht und diese Zeilen niedergeschrieben, damit ich nicht vergesse, wie es sich anfühlt, ohne zu sein.

Gute Vorsätze, schlecht umgesetzt

Ein neues Jahr beginnt, ein neues Jahrzehnt sogar. Normalerweise halte ich nichts von guten Vorsätzen, meistens überdauern sie nur ein paar Tage und sind die Luft nicht wert, die man bei ihren Ankündigungen verbraucht. Manchmal aber wird man gezwungen, kurz über das Thema nachzudenken, wenn man zum Beispiel gefragt wird, was man sich für das Jahr 2010 so vorgenommen hat. Dieses Jahr habe ich mir gedacht, du nimmst dir mal was vor. Kann ja nicht schaden, so lange man niemandem oder nur wenigen davon erzählt. Ach egal, dann kann ich’s auch gleich an die große Glocke hängen und hier mit der ganzen Welt teilen – oder wenigstens mit den paarhundert Stammlesern.

Mein erster Vorsatz hat was mit diesem Blog zu tun und mit ein paar anderen Projekten: ich habe mir vorgenommen, mehr zu schreiben. Beim bloggen habe ich gemerkt, dass ich in jüngster Zeit etwas verkrampfe und nur noch ellenlange Geschichten schreibe, statt wie früher, einfach mal kurze Gedanken zu notieren. Das will ich jetzt wieder mehr machen, auch auf die Gefahr hin, dass das Ganze etwas ins (Internet-) Technische abdrifftet, davon verstehe ich halt am meisten und verbringe nun mal den ganzen Tag online. Aber ich möchte auch endlich mehr Fiction schreiben, etwas, was in diesem Blog bisher noch nicht vorkam. Ja, es ist richtig, dieser Blog stellt vielleicht nicht den geeignete Rahmen dar für ein solches Unterfangen, aber es ist das beste Medium, zu dem ich derzeit Zugang habe. Man kann also gespannt sein, ich bin es jetzt schon.

Der andere Vorsatz klingt unglaublich materialistisch, ich hoffe meine lieben linken Freunde verzeihen mir meinen Antimarxismus: in 2010 möchte ich mehr verdienen. Als “Selbständiger” habe ich je mein Schicksal diesbezüglich selbst in der Hand, könnte man meinen. Aber so einfach ist das natürlich nicht, ich kann nicht einfach sagen, so, jetzt wachsen wir mal eben um 20% dieses Jahr. Aber umgekehrt gilt auch: es tut sich nichts, ohne dass man was tut. Der Plan ist also, das Tun etwas planerischer anzugehen und das bisher Aufgebaute, strategischer als bislang, weiter auszubauen. Wichtig dabei: schauen wo das Ganze auch mal echtes Geld abwirft, so dass man sich nach 12 Jahren Erwerbstätigkeit langsam vom gehobenen Studentenniveau in Richtung einer gesicherten Existenz bewegt und die Versorgungslücke, die der MLP Berater bei jeder Sitzung aufmalt, wieder auf ein DIN A 4 Blatt passt.

Kindheitstrauma XY

Faszination und Angst liegen so oft nah beieinander, vor Allem als Kind kann man das nicht so richtig trennen. Horrorfilme sind da ein gutes Beispiel, ein ganzes Filmgenre lebt quasi davon, immer perfidere Plots bahnen sich den Weg auf die Leinwand, je absurder, desto besser. Nun bin ich ein Kind der 70er Jahre, mit drei öffentlich-rechtlichen Sendern aufgewachsen hatte ich einen Schwarzweissfernseher mit Röhre bis ich 15 war, ohne Videorekorder. Für die Lesergeneration, die mit diesen Begriffen nichts mehr anfangen kann verweise ich auf Wikipedia. Ich kann aus Selbstschutz vor spontanen Midlifecrisis-Attacken nicht weiter darauf eingehen. Und wo wir beim Thema Generationen sind, noch eins: nein, wir konnten auch keine Filme streamen, downloaden oder stattdessen einfach im Internet surfen. Es gab nämlich weder das Internet, noch Computer, nur den Röhrenfernseher eben und das Erste, oder das Zweite, manchmal auch das Dritte, aber ich lebte in Bayern.

Unser Saw III war Aktenzeichen XY, eine Sendung die unter dem Deckmäntelchen der Kriminalprävention alle paar Wochen über den Äther lief. Präsentiert von Eduard Zimmermann, der mit der Moderation Kultstatus erreichte, wurden ungelöste polizeiliche Ermittlungen aufgearbeitet. Um die Fälle in allen Details dem Publikum präsentieren zu können, wurden sie in kurzen Episoden nachgespielt. Hier genau fing der Horror an für mich als Kind. Natürlich war ich fasziniert und natürlich konnte ich nach einer solchen Sendung schlecht schlafen. Meine Eltern wussten das und versuchten meinen XY Konsum zu kontrollieren. Aber in den Ferien, bei der Oma, da durfte ich natürlich schauen. Das nutzte ich auch aus und stopfte mir vor lauter Nervosität bei so einer Folge auch noch gerne mal eine Tüte Trets rein. Mit schlotternden Knien und leicht mulmigen Gefühl musste ich dann immer ins Bett, ängstlich schaute ich mich um beim Gang die Treppen hinauf, deckte mich schnell zu und hielt mir die Ohren zu, damit ich keine verdächtigen Geräusche höhren musste. Aber spätestens bei der nächsten Folge hatte ich all die Angst wieder vergessen und freute mich aufs Neue auf eine Folge von Aktenzeichen XY.

Groß war auch die Freude Aktenzeichen XY wiederzuentdecken. Diesmal in Farbe (meistens) und ganz im Internet natürlich, auf Youtube. Mittlerweile habe ich schon ein paar Sendungen gesehen, aber die allererste ist immer noch eine der besten:

Menschen mit Träumen

11te

Mit 18 hat man noch Träume, wird gesagt, ach die Jugend, wie unbekümmert sie ist, wie sorgenlos, ach wären wir nochmal so jung. Was waren wir damals bloß und was dachten wir würden wir einmal werden?

In der Grundschule wollte ich “Erfinder der Zukunft” werden. Die Lehrerin sagte, das gibt es nicht und petzte es meinen Eltern, die der Lehrerin recht gaben. Später wollte ich Förster werden, weil ich den Wald mochte, oder Lehrer,  weil ich nicht älter werden wollte. Architekt wollte ich werden, wegen dem Aufkleber ‘Do it with an architect’, den fand ich cool, und wegen meines Opas, der Architekt war, den fand ich auch cool. Irgendwann fand ich Design toll, wollte Designer werden aber außer meinem Kunstlehrer glaubte keiner an mich, selbst ich nicht. Betriebswirt Kaufmann bin ich dann geworden, auf dem Papier, ohne mich richtig damit zu identifizieren. Aber irgendwie ist was Wahres dran, irgendwie kommt wieder alles zusammen. Ich mache Marketing und Management, das kann ich einigermaßen nach 11 Jahren, ich arbeite in einer Designfirma mit Designern, die Architekten sind, wie viele meiner Freunde. Ich erfinde die Zukunft, jeden Tag ein Stück davon. Im Wald bin ich immer noch gerne und mit dem älter werden hab ich auch keine Probleme mehr, irgendwie kann man nicht immer 30 bleiben.

Das Foto oben habe ich neulich auf einer Webseite gefunden. Ich frage mich, was wohl all die anderen machen, was aus ihren Träumen geworden ist. Irgendwie erinnern mich diese alten Fotos an Breakfast Club, den legendären John Hughes Film. Die verschiedenen Gruppen von Schülern, die so kalt und rücksichtslos ihre Grabenkämpfe austrugen, diskriminierten und jede Chance nutzten um sich auf Kosten anderer in den Vordergrund drängen zu können um vermeintliche Anerkennung zu genießen. Die Popper, die Sportskanonen, die Punks, die Rocker und dann die Kellerkinder, die die Helden von heute sind, mit PhD und Doppeldoktor. Die sich lieber mit Assembler und Lötkolben beschäftigt haben als mit Suzuki und Lederjacke. Die Welt hat sich zu ihren Gunsten entwickelt und wenn sie es auch nicht so empfinden, eine gewisse Genugtuung ist nur gerecht, ein Ausgleich für die Anerkennungsdefizite zu Schulzeiten.

Alle haben ihren Weg irgendwie gemacht, Träume verwirklicht, Filme geschrieben oder Bücher, Firmen gegründet oder Familien. Nächstes Jahr sehe ich sie wieder, bei einem Klassentreffen, wenn alles gut geht und Alex (der im Foto hinter mir steht) wieder alles so gut organisiert. Dann kann ich ein Stückweit sehen, wohin die Träume diese Menschen gebracht hat und kann berichten, wenn jemand Interesse zeigt, wie es um die meinen steht.

About me

Welcome to kreitz.de, a personal weblog edited by Olaf Kreitz since 2005. kreitz.de covers some of the notable things I come across in New York, online or elsewhere in the world, small and big adventures, my 5 cents on movies, music, art, food and stuff I like. More here.

On Flickr

  • Topics

    Archives