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Mein Crown Heights

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Seit nunmehr 7 Jahren lebe ich in Crown Heights, länger als in Fürth oder irgendeinem anderen Platz in der Welt, mit Ausnahme von Erlangen. Vor ein paar Monaten bin ich innerhalb der Nachbarschaft umgezogen, tiefer rein, wenn man so will. Hier, wo das, was man oft Gentrifizierung nennt, noch nicht so fortgeschritten ist, kann man den New Yorker Schmelztiegel immer noch gut erleben. An der Nostrand Avenue, direkt vor unserem Haus, fängt der jüdisch-orthodoxe Teil Crown Heights’ an, die Straße selber ist aber eher von kreolischem Flair. Die U-Bahnstation zwei Blöcke von uns entfernt und technisch bereits Teil von Prospect Lefferts, ist dann auch der Ort, an dem Generationen von Gentrifizierungswellen zusammengemischt werden um sich in praktischen 50er Einheiten nach Manhattan befördern zu lassen. Dort werden sie mit den anderen 3.5 Millionen Menschen Teil einer noch größeren Emulsion.

 

Hier in Crown Heights gibt es zwei Bevölkerungsgruppen, die seit geraumer Zeit vorherrschen: orthodoxe Juden – viele davon Hasidic Jews – auf der einen Seite und  karibische Immigranten – überwiegend schwarzer Hautfarbe – auf der anderen Seite. Das war natürlich nicht immer so, gebaut wurden die großen Apartmentburgen entlang des Eastern Parkway ursprünglich für eine wohlhabende (vermutlich überwiegend weiße) Mittelschicht, was man heute Obere Mittelschicht mit Drang zum Leben im Grünen nennen würde. Vermutlich im Zuge der allgemeinen Stadtflucht haben die “besseren” Leute irgendwann die enger werdende Stadt verlassen und sind in die Suburbs gezogen. Immer mehr ärmere Menschen der “sozialen Unterschicht” sind in die nun billigeren Wohnungen Crown Heights’ gezogen und haben die Spirale des Niedergangs der Nachbarschaft weiter beschleunigt. Irgendwann in den 70er und 80er Jahren waren dann die nicht-jüdischen Teile von Crown Heights so gefährlich, dass es zu fast täglichen Schusswechseln zwischen Gangmitgliedern auf offener Straße kam. Ein Ladenbesitzer an der Ecke Franklin und Eastern Parkway, der dort sein Geschäft seit 20 Jahren betreibt, hat kürzlich von der “schlechten alten Zeit” berichtet. So gab es Phasen, in denen er wöchentlich Schusslöcher in der Fassade stopfen musste und der Weg von der U-Bahn zum Laden, ca. 30 Meter, waren eine tägliche Herausforderung. Heute profitiert er von seinem langen Atem: er betreibt immer noch den Laden, ein mittlerweile dem neuen Klientel angepasster und mit allerlei Biosachen und großer Obsttheke aufgemotzter Edel-Deli.

 

Die erste Gentrifizierungswelle des 21. Jahrhunderts kam als ich 2005 in den Eastern Parkway einzog. Das Haus mit der Nummer 255 ist ein breites, ca. 100 Jahre altes, schlossähnliches Gebäude, mit zurückliegendem Eingang, das durch die dadurch entstehende lange Einfahrt etwas Majestätisches erhält. Im Inneren wird man von einem runden Foyer empfangen, in dem ein Doorman seinen Dienst verrichtet und das sich in zwei Flügel spaltet, die zu den Apartments führen. Das Haus hatte schon damals bessere Zeiten vermuten lassen, mit fortschreitender Veredlung der Nachbarschaft wirkte es zunehmend angemessener an seinem Platz. In den ersten Wochen und Monaten ergab sich auf der Zugfahrt von Manhattan zur Franklin Avenue Station immer ein ähnliches Bild. Die zunächst gemischte Gesellschaft in der Linien 2, 3, 4 oder 5 hat sich auf dem Weg tiefer rein nach Brooklyn zusehends ausgedünnt, im Sinne von Mischung meine ich. Die letzten Menschen weißer Hautfarbe verließen den Zug am Grand Army Plaza, am Rande von Park Slope und Prospekt Heights, zwei Stationen vor der Franklin. Über die Jahre konnte ich dann die Gentrifizierung des westlichen Teils Crown Heights’ live miterleben. Jeden Monat mischten sich mehr und mehr Hipster unter das U-Bahn Volk, rausgepreist aus Williamsburg und der Lower East Side. Da waren sie, die Bärtigen, mit den engen Hosen und Rädern ohne Bremsen und Gänge. Wenn Hässlichkeit Lebenskonzept ist, dann konnte Crown Heights seinen Teil beitragen. Aber die eine oder andere Annehmlichkeit braucht auch einer, der nur von PBR und Chips lebt. Läden zum Beispiel, in denen es PBR und Chips gibt. Und eine fertige Bar zum Tatoos zeigen, die sehen ja zuhause keiner, oder nur die Mitbewohner und die haben selber welche. So kamen dann nach und nach immer mehr Geschäfte in die Franklin und Washington, verdrängten die ohnehin zu große Dichte an Hair und Nail Shops, das störte erstmal keinen, das war der gute Teil der Gentrifizierung. Mit mehr Amenities stiegen dann aber bald die Preise und Immobilienmakler rochen schon die dicke Lunte. Auf der Straße befragte Einheimische fanden die Entwicklung erwartungsgemäß weniger toll. Wer nicht rent-stabilized war spürte die Schattenseite der Stadtteilwiederbelebung – es kam Schwung in die Mieten, und wer nicht mehr mitmachen konnte, musste Crown Heights verlassen und weiter in den Süden ziehen. Glücklicherweise bremste die Immobilienkrise 2008 eine zu krasse und zu schnelle Umwälzung.

 

Das Crown Heights von heute ist immer noch sehr gemischt, von einer vollkommenen Verdrängung der alteingestammten Bevölkerung kann keine Rede sein. Es gibt dafür inzwischen viele nette Restaurants und Bars in der Nachbarschaft, vorwiegend auf der Franklin und Washington Avenue. Es gibt einen netten Biergarten (Franklin Park), einen sehr guten Mexikaner (Chavelas), ein upscale Italiener (von den Machern von Al Di La), und viele andere. Aber Crown Heights ist so riesig, dass wir viele Ecken noch gar nicht entdeckt haben, viele Ecken wohl auch sehr statisch bleiben über viele Jahre. Auf dem südlichen Teil der Nostrand Avenue, wo unser Apartmentgebäude steht, gibt es nicht viel Auswahl. Ein paar karibische Restaurants, die leider viel Frittiertes haben, keine Cafés oder Bars, keine guten Supermärkte mit frischen Sachen. Dafür haben wir mehrere Obst- und Gemüse Läden, einen Fischmarkt und Western Beef um die Ecke. Gentrifizierung scheint hier noch so weit weg wie Manhattan – man kann es in der Ferne schon erkennen aber es dauert noch bis man dort ist.

Dachgarten

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Endlich ist unsere Terrasse fertig, oder zumindest fast. Es fehlt eigentlich nur noch die Versiegelung aber die Platten, auf die wir einige Monate gewartet haben, sind jetzt alle verlegt. Seitdem veranstalten wir ein Grillen nach dem anderen – der Weber Kugelgrill sieht bereits aus als wäre er seit Jahren in Betrieb.

Aber das Tollste ist, dass wir jetzt langsam anfangen Pflanzen zu sammeln. Wie man sieht, haben wir schon ein paar Sachen, aber außer einer Tomate und Himbeere noch nicht so richtig viele Nutzpflanzen. So ein kleiner Feigenbaum würde mir zum Beispiel ganz gut gefallen, der lässt sich auch in einem großen Topf halten. Mal sehen, was sonst noch so geht, im Blumenbeet.

 

 

Mad Men, 5. Staffel

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Die Vorfreude war gross und heute ist es endlich soweit: die fünfte Staffel von Mad Men startet mit einer 2-stündigen Extraausgabe. Das muss natürlich gefeiert werden, mit ein paar Cocktails, so wie sie in der Serie ausgiebig getrunken werden, meistens im Büro. Während der Arbeitszeit, versteht sich. Hier ein paar Anregungen:

 

Manhattan
1¾ oz bourbon
¾ oz of sweet vermouth
1 dash of aromatic bitters
1 Maraschino cherry

Pour bitters, liquors over ice in mixing glass. Stir and strain into martini glass. Garnish with a Maraschino cherry.

 

Old Fashioned

1 orange slice
1 maraschino cherry
1 teaspoon sugar
Few drops of Angostura bitters
A splash of soda water
2 ½ ounces rye or bourbon

In a mixing glass muddle orange slice, cherry, sugar, bitters and a little soda water, breaking up cherry and orange until flavor is released. Add soda water so cherry is wet and sugar is melted. Add bourbon or rye and serve over rocks, if desired

Note: You may use bourbon or rye in the Old Fashioned – rye was originally used.

 

Cucumber Collins
Serve in a tall glass

  • 2 ounces Hendricks Gin
  • 1 ounce fresh lemon juice
  • 1 ounce simple syrup
  • 4 thin cucumber slices muddled
  • 1 ounce club soda

In mixing glass, muddle cucumber with simple syrup. Add gin and juice then fill glass with ice and shake in shaker tin. Strain and pour over ice into glass. Top with club soda. Garnish with a cucumber slice.

Des Umzugs Freuden und Leiden

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Das Packen war dieses mal nicht so schlimm, aber Umziehen ist irgendwie nicht meins. Klar, nach sechs Jahren mal die Wohnung ausmisten tut schon ganz gut, da entdeckt man so einiges, was wirklich sinnlos vor sich hin oxidiert, anderes, was man zwischendurch hätte brauchen können, von dem man aber nicht mehr gewusst hat, dass es existiert. Das Umziehen in Amerika hat ansonsten so seine Vorteile. Weder muss man die Wohnung beim Verlassen streichen noch muss man schwere Küchengeräte schleppen – alles gehört in die und zur Wohnung. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Umzugsfirma beauftragt, bin mal gespannt, wie das wird.

Zu den Freuden gehört natürlich die neue Wohnung. Mehrere Jahre habe ich nach etwas mit “usable outdoor space” gesucht und endlich, vor ca 3 Wochen, wurden wir fündig. In einem neuen, wirklich netten Condo Building haben wir eines der letzten Penthouse Apartments ergattert. Eine 3-Zimmer Wohnung mit 2 Bädern, offener Küche zum Wohnzimmer und riesiger Terrasse. Es gibt alles, was man sich erdenken kann in dem Gebäude, zum Beispiel eine Lounge mit Billard und Tischfußball, Wii und TV, einen Businesscenter mit iMacs, ein Fitnesscenter und eine Sauna. Die Wohnung hat einen Waschmaschinenanschluss, was zum größten Luxus New Yorker Wohnungen zählt. Nur die Waschmaschine müssen wir noch kaufen.

Was die Location angeht, mussten wir natürlich Abstriche machen und um weitere ein bis zwei U-Bahnstationen tiefer nach Brooklyn gehen. Die Straße erschien aber recht belebt und sicher, auch gibt es einen Supermarkt gegenüber und einige kleine, karibische Imbisse auf dem Weg. Wir werden sehen und berichten, wie es so ist im Süden von Crown Heights.

Von Erdbeben und Hurrikans

Irene killed this tree
Das gibt es selten, dass man innerhalb einer Woche sowohl von einem Erdbeben als auch einem Hurrikan heimgesucht wird. Gerade wenn es sich, wie in meinem Fall, um das erste Erdbeben und den ersten Hurrikan handelt, ist man natürlich gespannt wie ein Flitzebogen. Nun wusste ich vom Erdbeben natürlich im Voraus nichts, so was kann man ja nicht tagelang via Satellit beobachten. Dumm war nur, dass ich von dem Erdbeben über Twitter und Facebook erfuhr, nicht aber, weil ich durchgeschüttelt worden wäre. Komischerweise war weder mein Büro noch das Café, in dem ich Mittag aß betroffen, 10 Blocks weiter südlich jedoch wurden ganze Gebäude evakuiert. Insgesamt gab es aber keine Opfer zu beklagen und der Sachschaden hielt sich auch in Grenzen.

Da war der Hurrikan schon ein größerer Spaß. Nicht nur konnte man tagelang mit Hilfe unzähliger Webseiten mitfiebern, in welche Richtung der Sturm ausschlagen würde, auch die ganzen Vorbereitungen in New York waren spannend. Gegen Ende der Woche, als klar war, dass Irene ihren Kurs auf die Stadt halten würde, begann die Stadtverwaltung mit den nötigen Maßnahmen. Bürgermeister Bloomberg trat mehrmals täglich vor die Kamera und briefte die Bevölkerung. Es gab das volle Programm: Bewohner niedrig gelegener Gebiete der sogenannten Zone A wurde aufgefordert ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen und bei Freunden unterzukommen. Für Personen, denen dies nicht möglich sein sollte, wurden Schutzräume eingerichtet, in denen man Unterschlupf finden konnte. Die MTA, also die New Yorker Verkehrsbetriebe, gaben gekannt, dass sie zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt den Betrieb aller öffentlichen Verkehrsmittel komplett einstellen würden. Für diesen Vorgang, so wurde geschätzt, bräuchte man mindestens 8 Stunden und vermutlich noch mehr zur Wiederaufnahme, da dann noch der Zustand der Schienen kontrolliert werden müsse.

Am Freitag ging der Wahnsinn dann langsam los. Nachdem wir am Vortag nicht mehr einkaufen waren, packte mich der Gruppenzwang und zog mich in Richtung Supermarkt. Der örtliche Trader Joe’s (gehört Aldi) war propevoll, schon mittags waren bestimmte Warengruppen komplett ausverkauft (vor Allem Wasser). Ich dachte ich bin besonders schlau und verschob meinen Einkauf auf den Nachmittag, wenn alle noch im Büro sind. Falsch gedacht. Die Situation wurde nicht mehr besser, um 4 Uhr stand die Schlange schon 2 Blocks lang vor dem Eingang, geschätzte 2 Stunden vom Schlangenende bis zur Kasse. Jamie hatte im Fine Fare in Harlem mehr Glück und ergatterte noch ein paar Flaschen Wasser, Obst und Gemüse. Am Samstagmorgen erklärte Bloomberg dann die Pflichtevakuierung der Zone A und wir den Pflichteinkauf einiger weiterer Lebensmittel. Nachdem es mittlerweile schon ganz nett regnete, beschlossen wir unseren Einkauf auf den naheliegenden Supermarkt die Straße runter zu beschränken. Dort angekommen, stießen wir auf einen durchaus gut gefüllten Laden, sowohl was die Einkaufenden als auch das Einzukaufende anging. Trotz der anstürmenden Massen waren die Regale voll und mit Ausnahme von stillem Wasser gab es von allem genug. Wir deckten uns mit Fisch, Fleisch und mehr Gemüse ein, genug um 3 Tage lang 3 Mahlzeiten am Tag kochen zu können. Sicher ist sicher, lautete die Devise – ohne U-Bahn ist die Versorgungslage der Restaurants ja zumindest eingeschränkt, das galt es in den Versorgungsplan miteinzukalkulieren. Insgesamt muss man sagen, dass die Stimmung ziemlich gut war, alle waren gut drauf und schienen eher hilfsbereit und nachsichtig zu sein als genervt.

Der Samstag verlief dann auch eher harmlos. Der Regen nahm mal zu, mal ab, der Wind wurde gegen Abend etwas heftiger. Kurz nach acht beschlossen wir noch spontan in eine naheliegende Cocktailbar zu gehen. Dort waren wir die ersten und wurden herzlich begrüßt. Im Laufe des Abends kamen dann aber doch noch einige Gäste um gemeinsam die Ankunft von Irene zu begießen. Draußen wurden Wind und Regen immer heftiger. Als wir gegen halb elf die zwei Blöcke heim liefen, konnte man den Schirm noch gut halten, die Straßen waren allerdings schon ganz gut voll gelaufen.

Nachts hörte man nicht viel von Irene, das leise Surren der Klimaanlage übertönte etwaige Sturmgeräusche. Am Morgen war ich dann sehr gespannt, ich hatte mir ein wenig Sorgen um das Motorrad gemacht, das ich etwas näher an der Hauswand geparkt hatte als sonst. Zum Glück eigentlich, aber wie ich schnell auf Facebook bemerkte, wohl eher zur allgemeinen Enttäuschung hinterließ der Hurrikan kaum Spuren. Sicher, in den ufernahen Gebieten gab es einiges an Hochwasser und überall in der Stadt schienen mehr oder minder große Teile von Bäumen gerissen worden sein. Aber das große Desaster schien ausgeblieben zu sein. Keine Opfer zu beklagen, deutlich weniger Verbrechen, als in einer durchschnittlichen Samstagnacht, außer ein paar abgeknickten Ästen und Hochwasser schien alles in Ordnung. So war der Mayor bei seinem Briefing auch eher happy und nahm Kritik, das man übervorsichtig gewesen sei ziemlich gelassen. Ich kann Bloomberg da nur beipflichten: hinterher ist man immer schlauer aber niemand konnte wissen, dass sich der Hurrikan so stark abschwächen würde. Die Vorsichtsmaßnahmen waren alle angebracht und am Ende gilt, better safe than sorry. Die Hauptsache ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist in NY.

Am Sonntagnachmittag haben wir dann die Nachbarschaft erkundet um uns ein Bild vom Zustand der “Verwüstung” machen zu können. Ähnlich wie den Medien zu entnehmen war, fanden wir einige große Äste im Park, sogar ein paar komplett umgekippte Bäume. An Gebäuden konnten wir keine Schäden erkennen. Das eigenartigste am Ganzen Post-Hurrikan New York waren die vielen geschlossenen Geschäfte. Normalerweise ist der Sonntag ein ziemlich geschäftiger Tag, den viele zum Shoppen nutzen. Mangels öffentlicher Nahverkehrsmittel blieben heute die meisten Geschäfte allerdings geschlossen. Das war schon ein wenig ungewöhnlich.

Jetzt ist der Sonntag gerade vorbei und laut MTA laufen die U-Bahnen am Morgen wieder. Vermutlich nehmen wir sicherheitshalber und ausnahmsweise mal die Bonnie zur Arbeit aber ansonsten nehme ich mal an, dass im Laufe des Montags wieder alles seinen gewohnten Gang nimmt in der Stadt, die allem trotzt, egal was kommt, auch wenn’s mal nicht so schlimm kommt, wie alle gedacht haben.

Beachtown NYC

New York liegt am Meer. Davon hat man die längste Zeit nicht viel gemerkt, war doch der Zugang zum Wasser eher verbaut als zugänglich. Städteplaner hatten wohl keinen großen Nutzen darin gesehen, Ufer attraktiv zu gestalten. Das hat sich in den letzten Jahren massiv geändert: mehr und mehr ufernahe Parks entstehen, ebenso wie andere Wasserattraktionen, von schwimmenden Pools im East River bis hin zum Kajakverleih im Hudson River (streng genommen handelt es sich hierbei noch nicht um das Meer aber fast). Neulich erst wieder wurde ein neuer Park im Süden Manhattans eröffnet, der East River Waterfront Esplanade (Jamies Projekt). Eine der vielen kleinen Attraktionen ist hier, dass ein paar Stufen bis hinunter ans Wasser gehen und man so bei Flut durch den leichten Wellengang waten kann.

Fort Tilden BeachAber das tollste an einer Stadt am Meer ist ein echter Strand. New York hat ein paar davon, ziemlich berühmte, wie Coney Island und weniger bekannte, wie Fort Tilden, meinem Lieblingsstrand. Dorthin gelangt man mit dem Motorrad vom Eastern Parkway aus in einer guten halben Stunde, im Notfall auch mit U-Bahn und Bus, das dauert dann aber länger. Der Strand ist Teil des Fort Tilden National Parks, wie der Name schon sagt also ein Nationalpark, hier gibt es Ranger, die nach dem Rechten sehen, keine NYPD. Daher ist vermeintlich etwas mehr erlaubt (rauchen, alkoholische Getränke) und geduldet (sportrauchen, oben ohne), als anderswo. Tatsächlich habe ich bislang weder Bademeister noch Ranger am Strand gesehen, letztere passen aber mittlerweile auf, dass man sein Auto nicht mehr im Park parkt. Ansonsten ist hier alles naturbelassen und etwas wilder als an den überorganisierten Long Island Beaches, was ich ganz schön finde. Das Wasser ist mittlerweile, Mitte Juli, auch schon so warm (oder besser unkalt), dass man sich für ein paar Minuten in die Wellen stürzen kann. Leider kommt der mobile Getränkestand selten vorbei und so muss man entweder vor den Park zum Tacobus oder bis hinter zum bewirtschafteten Jacob Riis Park laufen, um sich versorgen zu können, falls man mal wieder vergessen hat, ausreichend Proviant eingepackt zu haben.

 

Fight for your right: 25 Jahre Beastie Boys

Vor 25 Jahren erschien License to Ill, das Debutalbum der Beastie Boys. Neulich habe ich die gesamte Geschichte der Band im New York Magazine gelesen, was meine Bewunderung der 3 Jungs bestätigt hat. Wie sie aus dem Nichts eine bis dahin black dominated Musikdomäne erobert haben ist unglaublich. Zu Zeiten, zu denen Harlem noch gefährlicher war als der Hindukusch, traten die Beastie Boys im Apollo Theater auf und tourten mit Run DMC durch den Süden.

DMC: For the first couple of days of the tour, the towns we were playing were in Alabama, Florida, Tennessee—this was the black South. We expected to hear boos, so we were reluctant to be on the side of the stage, to see them get disappointed. But then from the dressing room, we’d hear “Yeaaaaaah! Yeaaahhh!” It was the black audience, praising these dudes. The reason they were so good: It wasn’t white punk rockers trying to be black emcees. They wasn’t talking about gold chains or Cadillacs. They were white rappers rapping about what they did. Real recognize real.

Jetzt, zum 25ten Jubiläum haben sie ein Video ins Netz gestellt, was man sich unbedingt ansehen muss. Es schliesst quasi an das Video Fight for your right an. Ich weiss nicht wie sie das geschaft haben, aber so ziemlich jeder Schauspieler, der zu Zeit im Kino zu sehen ist, spielt hier mit, seht selbst:

Hier ist mal wieder richtig Sommer

Im Gegensatz zu anderen Gegenden, kann man sich in New York, was den Sommer angeht, im Allgemeinen nicht beschweren. Hier wird es im Zweifelsfall eher zu heiß und zu trocken, aber dem Namen “Sommer” wird die Jahreszeit immer gerecht. Komplett verregnete Julis und Heizung an im Juni gibt’s hier nicht (hier würde die Heizung im Juni ja erst gar nicht angehen, weil ja Sommer ist, von Memorial Day bis Labor Day).

So ist es auch dieses Jahr schön heiß. Mitunter mal eine ganze Woche lang um die 100 Grad Fahrenheit, was in etwa der Körpertemperatur des Menschen entspricht, wenn dieser Fieber hat (normale Körpertemperatur ist so zwischen 96F und 98F). Grundsätzlich wird das Wetter nur schlecht, wenn wir Campen gehen oder wenn es echt gute Open Air Veranstaltungen in der Stadt gibt. Reisenden kann ich gerne Tips geben, die es ermöglichen sollten, solche Termine zu umschiffen.

Einmal haben wir es geschafft, kurz an den Strand zu fahren, da waren wir spontan, so dass sich das Wetter nicht schnell genug darauf einstellen konnte. Also sind wir die Flatbush runter ans Meer gefahren, genauer gesagt zum Fort Tilden State Park. Der Strand dort ist recht nett, weniger überlaufen, als die anderen Stadtstrände und außerdem ein State Park, also außerhalb der Kontrolle der NYPD. Somit wird der Genuss von Alkohol und anderer Substanzen geduldet und Bekleidungsregeln werden etwas freizügiger gehandhabt. Nicht das uns das zugute gekommen wäre, aber angenehm zu sehen, dass so was möglich ist, in New York, wo man ja zum Teil nicht mal ein Bierchen vor seiner eigenen Haustür trinken darf.

Das Wasser ist heuer irgendwie wärmer oder ich bin nicht ganz so empfindlich wie sonst, auf jeden Fall war ich für meine Verhältnisse lange im Wasser. Leider hatten wir nicht so richtig super geplant und nachdem es dort weder Klos noch irgendwelche Stände gibt, waren wir nach zwei Stunden mit unseren Vorräten durch und haben uns wieder nach Hause gemacht. Fort Tilden gehört auf alle Fälle ab jetzt zu meinen Lieblingsstränden, nächstes mal muss man halt mehr mitbringen, dann hält man’s auch länger aus.

Kleine Brote backen

Vor einiger Zeit hat sich Sidney, mein Freund und Partner bei SUPERMETRIC mit dem Brotvirus angesteckt. Nachdem er das Buch von Jim Lahey (von der Sullivan Street Bakery) in die Finger bekommen hatte, in dem dieser seine knetfreie Brotbackmethode vorstellt, ist er zum Hobbybäcker geworden. Zu meinem Geburtstag habe ich dann selbiges Buch bekommen und letztes Wochenende mein erstes Rustic Italian Bread gebacken.

Die Methode ist wirklich ganz einfach: man muss nur Wasser, Mehl, Hefe und Salz miteinander vermengen, 18 Stunden warten, kurz falten, nochmal eine Stunde warten und dann backen. Als Ofen im Ofen dient ein gußeiserner Topf (LeCreuset oder Lodge). Das Ergebnis ist grandios, ein wirlich leckeres italienisches Landbrot, hell und luftig innen und knusprig außen. Man kann natürlich auch Vollkornmehl verwenden, um das Ganze dunkler und fester zu machen. Oder Oliven, Speck und Zwiebeln dazu geben. Irgendwas davon probiere ich das nächste mal aus, in meiner Backstube.

STACKD unterstützen macht Spaß

Behaupte ich jetzt einfach mal. Was ist STACKD, fragt ihr euch?

STACKD ist ein kleines Projekt, das meine Kollegen und ich von SUPERMETRIC letztes Jahr aus dem Boden gestammpft haben. Seither berichteten einige schlaue Leute darüber, auf diversen Blogs, und so haben wir gelernt, dass STACKD ein hyperlokales Netzwerk ist. Ursprünglich war die Idee, eine Plattform zu schaffen, die die Kommunikation innerhalb von Bürogebäuden ermöglicht. Wir waren selbst erst in ein 20-stöckiges Bürogebäude gezogen und fühlten irgendwie, dass man mehr mit anderen im Haus ins Gespräch kommen sollte – geschäftlich oder auf ein Bier. So haben wir STACKD ins Leben gerufen, eine Online-Plattform, die hilft, Menschen die im gleichen Gebäude arbeiten zusammenzubringen.

Neulich haben wir uns bei Pepsi Refresh Everything beworben, einer Initiative, bei der Pepsi monatlich 1,3 Millionen Dollar in Projekte verschiedener Kategorien investiert. Wir haben uns im Themengebiet “Neighborhood” plaziert, für ein Preisgeld von $50.000 Dollar, das die Top 10 jeder Kategorie bekommen. Seit heute 18 Uhr sind wir live und kreitz.de bittet alle Leser für STACKD abzustimmen und uns zu unterstützen, über das Widget hier unten. Schon mal vielen Dank, und wer Fragen hat oder andere Anregungen loswerden will, einfach hier einen Kommentar hinterlassen.

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