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Thanksgiving: die Tradition lebt

Das war das vierte Thanksgiving, das ich selbst ausgerichtet habe. Wieder im “Potluck” Style (also “jeder bringt was mit”), mit weniger Gästen, dieses mal, aber dafür mit dem besten Vogel. Der hatte die perfekte Größe (14 Pfund), war frisch und “all natural”, genau rechtzeitig fertig und vor Allem sehr lecker. Auch stresst die ganze Vorbereitung nicht mehr so, wenn man das schon ein paar mal gemacht hat und wenn man sich auf seine Freunde verlassen kann, die sich um fast alle Beilagen gekümmert haben. Ausserdem waren die Rezepte schon erprobt und das Ganze ging mit einer gewissen Routine vonstatten. Die Marinade, in die der Truthahn über Nacht eingelegt wird, besteht aus Soja- und Worchestershire Soße, Rotwein und Knoblauch (plus ein paar Gewürzen). Das macht den Vogel recht dunkel, was man auf den Bildern erkennen kann. Aus dem Sud, der in der Backpfanne übrig bleibt, wird auch die Soße gemacht, die immer besonders gut ankommt. Ich nehme eigentlich nur den Bratensaft, schöpfe das Fett ab, gieße das Ganze mit Rotwein auf und dicke die Soße dann mit etwas Mehlschwitze ein. Das gibt einen recht intensiven Geschmack, vor Allem die Sojasoße würzt kräftig. Auch die Füllung gehört mit zu den Grundbestandteilen. Ich mache immer reichlich davon, etwa die Hälfte geht in den Vogel, die andere in eine Auflaufform, um sie separat zu backen. Beide Arten werden zum Essen serviert, beide haben eine recht unterschiedliche Qualität: die Füllung aus dem Vogel ist durchtränkt vom Bratensaft, die gebackene Hälfte ist eher knusprig, eher wie ein trockene Variante eines böhmischen Knödels. Beides lecker, das ist die Hauptsache.

Schön war’s, allen Mitwirkenden sei hiermit Dank gesagt. Auf ein Neues in 2011!

Mexiko extrem

Kurzurlaub in Mexiko, nach Cancun ging es, um genau zu sein. Schon am Flughafen lauert der erste Stress. Es wimmelt von hilfsbereiten Menschen, Mexikanern meistens. Jeder möchte dich in die Stadt bringen oder ins Hotel, wie Versicherungsvertreter bleiben sie hartnäckig, der letzte Bus ist schon weg, das weiss hier jeder. Schliesslich geben wir nach und lassen uns im Sammeltaxi direkt ins Hotel fahren. Im Hotel geht’s gleich weiter, ehe man sich versieht hat der Hotelboy die Taschen auf einen Wagen geladen und führt uns ins Zimmer. Klar, da gibt’s natürlich ein Trinkgeld für. Das Schlafgemach für die kommenden vier Tage ist großzügig vom Raumangebot, schlicht aber sauber, mit Balkon und Blick auf die Bucht und die davorliegende vierspurige Straße. Falls wir diese nicht schon beim ersten Rundgang erspäht gehabt hätten, wäre sie uns nächtigens nicht entgangen. Es ist laut, in der ersten Nacht, und als New Yorker ist man nicht übermäßig zimperlich.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und die Sorgen vom Vortag sind erst einmal dahin. Das kann auch das als Begrüssung getarnte Verkaufsgespräch (zum Zwecke eines Upgrades zum All-inclusive) nicht betrüben, gelassen lassen wir es geschehen, den Minifresskorb nehmen wir mit und ab geht’s an den Strand. Der Blick auf’s Meer, der feine Sand, die schattenspendenden Palmen, entschädigen für den bis dato entstandenen Schaden. Es ist wenig los hier, vielleicht wegen des Windes von der Stärke roter Flaggen, vielleicht wegen der Nebensaison oder vielleicht weil die All-inclusive Gäste lieber am Pool bleiben, unweit der Bar. Hier ist es sehr entspannt, mir gefällt es hier, die Laune steigt wieder.

Als wir später nach Cancun Stadt fahren, mit dem Bus, kommen wir durch das Epizentrum der amerikanischen Spring Break Kultur, eine Mischung aus Miami und Times Square oder eine Kopie von Daytona Beach, jedenfalls stelle ich mir das so vor. Nicht das wir Deutschen da besser wären, Mallorca lässt grüssen. In der Stadt angekommen, jagen wir nach was Essbaren, irgendwas einigermaßen landestypisches. Das ist auch nicht schwer zu finden, denn in die relativ neue Stadt Cancun, ohne historischen Kern, zieht es nur wenige Touristen. So ist Cancun’s Innenstadt zwar nicht wirlich hübsch, aber ehrlich und mexikanisch. Alles, was wir so zu Essen finden ist hervorragend, wenn auch ein wenig schwere Kost, zu sehr vernünftigen Preisen. Beschissen werden wir natürlich trotzdem, als ich den Wirt dabei ertappe ist es ihm super peinlich und er gibt mir den 100er ohne Murren zurück. Sogar in der Bank, beim Geld umtauschen wird sich zu unseren Ungunsten verrechnet, wirklicher Wahnsinn hier.

Den letzten Tag verbringen wir mit einer kleinen Tour zur Isla Mujeres, einer relativ ruhigen Insel, ca. 1 Stunde von Cancun entfernt, mit dem Boot. Hier entdecken wir einen wunderschönen Strand und verbringen den Nachmittag unter Palmen und im flachen, tieftürkisen Wasser. Hier essen wir hervorragend, Mexikanisch und Kubanisch, mit echtem Cubarum Mojito. Die Heimreise ist dann noch ein echtes Abenteuer, mit Fähre, Taxi und Bus brauchen wir ganz schön lange zurück zum Hotel.

Auf dem Weg zurück zum Flughafen denke ich mir, gerne wäre ich noch ein wenig beblieben, gerne wäre ich noch weiter in den Süden gefahren, nach Tulum zum Beispiel, oder weiter ins Landesinnere. Zu Land und Leuten hat sich in den wenigen Tagen eine eher ambivalente Haltung bei mir eingestellt. Das man im Besucher nur eine Geldquelle sieht nervt auf Dauer. Das ist zwar zum Teil verständlich, aber in anderen Ländern, wir Costa Rica oder Marokko nur halb so schlimm. Was den Tourismus angeht, so wird selbiger hier mit der Keule betrieben, der Trend zum Sanften ist noch nicht so richtig angekommen. Aber Vieles ist auch superschön hier und ich komme gerne einmal zurück.

Kleine Brote backen

Vor einiger Zeit hat sich Sidney, mein Freund und Partner bei SUPERMETRIC mit dem Brotvirus angesteckt. Nachdem er das Buch von Jim Lahey (von der Sullivan Street Bakery) in die Finger bekommen hatte, in dem dieser seine knetfreie Brotbackmethode vorstellt, ist er zum Hobbybäcker geworden. Zu meinem Geburtstag habe ich dann selbiges Buch bekommen und letztes Wochenende mein erstes Rustic Italian Bread gebacken.

Die Methode ist wirklich ganz einfach: man muss nur Wasser, Mehl, Hefe und Salz miteinander vermengen, 18 Stunden warten, kurz falten, nochmal eine Stunde warten und dann backen. Als Ofen im Ofen dient ein gußeiserner Topf (LeCreuset oder Lodge). Das Ergebnis ist grandios, ein wirlich leckeres italienisches Landbrot, hell und luftig innen und knusprig außen. Man kann natürlich auch Vollkornmehl verwenden, um das Ganze dunkler und fester zu machen. Oder Oliven, Speck und Zwiebeln dazu geben. Irgendwas davon probiere ich das nächste mal aus, in meiner Backstube.

Nachgekocht: Fried Rice Rezept vom Sternekoch

Neulich sah ich im Fernsehen einem New York Times Journalisten und Hobbykoch beim Nachkochen eines Fried Rice Gerichtes zu. Er selbst hatte es in einem Restaurant von Jean-Georges Vongerichten in New York gegessen, zum Brunch. Nicht wissend, dass das Rezept auf der NY Times Website zu finden sein würde (einschließlich Video), hatte ich mir das Rezept versucht einzuprägen. Heute habe ich es nachgekocht, zugegebenermaßen habe ich doch noch schnell gegoogelt und bin auch fündig geworden. Weil ich aber nicht alles genauso da hatte, gibt’s das Rezept in meiner abgeänderten Version.

Zutaten:

  • Öl (üppig den Pfannenboden bedenkend, Erdnußöl, etwas Sesamöl)
  • gehäufter Esslöffel feingehackter Knoblauch
  • gehäufter Esslöffel feingehackter Ingwer
  • 1 Cup feingehacktes Lauch
  • 2 Cup gekochter Reis vom Vortag
  • 2 große Bioeier
  • Salz
  • Zewa

Zubereitung:

  1. Das Öl in die Pfanne geben. Ich habe normales Olivenöl verwendet, laut Rezept sollte man aber Erdnußöl oder Entenfett verwenden. Ein wenig (max. ein Esslöffel) Sesamöl dazugeben.
  2. Knoblauch und frischen Ingwer hinzugeben. Beides wenige Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun fritieren. Vorsichtig abschöpfen und auf ein Zewa zum trocknen geben.
  3. Im gleichen Öl den Lauch weich braten, ca. 10 Min. bei mittlerer Hitze. Gegen Ende etwas salzen und darauf achten, dass das Lauch nicht braun wird.
  4. Hitze hochschalten und den Reis dazugeben. Schön knusprig braten, oft wenden. Gegen Ende mit Salz abschmecken.
  5. Reis auf Tellern anrichten und in der Pfanne 2 Eier braten. Die Eier sind richtig, wenn das Eiweiß fest ist, der Rand braun-knusprig und das Eigelb noch weich.
  6. Eier auf dem Reis anrichten und mit dem fritierten Ingwer-Knoblauch besprenkeln.
  7. Essen

Was mir gut gefallen hat, ist der leichte Geschmack, bei dem alle Zutaten noch gut rauszuschmecken sind. Vor Allem der fritierte Ingwer ist klasse, und das zerlaufende Eigelb, dass sich über dem Reis verteilt. Sehr lecker.

Thanksgiving: ein Nachruf

Das größte Fest der Amerikaner, ich berichtete bereits, ist Thanksgiving, eine Art Erntedankfest auf Steroid, wie man hier sagen würde. Es findet immer an einem Donnerstag statt, dem letzten im November, gefolgt vom sogenannten Black Friday, ein ebenfalls gigantischer Feiertag für den Einzelhandel, der Auftakt des vorweihnachtlichen Konsumrausches. Aber Thanksgiving selbst hat auch etwas Beschauliches, ein Tag, den viele im Kreise ihrer Freunde und Familien verbringen, oftmals der einzige Tag im Jahr, an dem man Zeit hat für einander, für Gespräche oder Klatsch, für die kleinen und großen Dinge im Leben. Dabei wird gegessen, viel und gut. Die Tradition will es, dass Millionen von Truthähnen an diesem Tag durch die Mägen der Amerikaner wandern, zusammen mit Mashed Potatoes (Kartoffelpüree), Collard Greens (Grünkohl), Brussel Sprouts (Rosenkohl) und anderen Köstlichkeiten.

Das dritte Jahr schon beteilige ich mich aktiv und zelebriere diesen schönen Feiertag. Im ersten Jahr hatte ich mir einen 18 Pfünder vorgenommen und 8 Beilagen. Ich verbrachte 10 Stunden in der Küche, die Gäste waren begeistert aber ich war ziemlich erschöpft und nacher war mehr übrig als vorher. Das Jahr drauf gab’s dann nur noch einen 10 Pfünder und ich halbierte die Anzahl der Beilagen. Das war viel besser, das Essen wurde zu 80% aufgegessen und ich war noch frisch genug das Ganze zu genießen. Dieses Jahr haben wir ein Potluck daraus gemacht, also ein “Jeder bringt was mit” Essen. Das hat ganz toll geklappt, alle meine Freunde haben leckere Beilagen und Nachtische beigesteuert, ich den Vogel und noch ein paar Klassiker, ohne die es einfach nicht geht. Im kleinen Kreis mit 9 Leuten haben wir bei Leckereien, Wein und Schnapps einen herrlichen Abend verbracht und über die kleinen und großen Ereignisse in unserem Leben seniert. Schön war’s – ich freu’ mich schon auf’s nächste Jahr.

Grillfest

Typisch Deutsch, so ein Grillfest im Hinterhof. Frauen und Männer sitzen an Biertischgarnituren und sinniere über Arbeit, Uni, das Leben im Allgemeinen und das andere Geschlecht im Speziellen. Dazu gibt’s das, was sie am besten können, die Deutschen: Bier und Bratwurst. Manchmal aufgelockert von so neumodischem Zeug wie Putenbrust in Chilimarinade, ist so ein Grillabend in Franken herrlich konservativ, im Sinne von “Das haben wir immer schon so g’macht”. Drei im Weckla sind halt durch nichts zu ersetzen. So geht er dahin, der Abend, das Championsleaguespiel auf dem Fernseher im Eck wird kaum wahrgenommen, die braunen Augen der Hunde blinzeln, schauen treudoof jeden an, wie die Männer der Runde. Sie wollen Wurst, die Hunde, nicht die Männer, die wollen meist etwas anderes, aber besser nicht mehr heute. Ach, schön ist so ein Grillabend, mit Freunden, in einem Hinterhof in Nürnberg im Mai.

First we took Berlin… Story of the Currywurst

wechslersOnce the most famous and commercially successful snack in Germany, Berlin-born Currywurst had to make way for its successor some years ago.  The Doener (Kebab) took over, also originated in Germany’s capitol or the true capital of Turkey how Berlin is often referred to. The mainly skeptical and generally not adventurous German loves her Mediterranean import and poor Currywurst has only been second since then. Yet, many still regard the Currywurst (and all Bratwurst derivatives for this matter) to be the only true German fast-food.

It has not been recorded in the history of New York City whether the Currywurst received its adequate celebration throughout the decades-long German dominance of immigration. But some 150 years after the East Village was know as Kleindeutschland (or Little Germany) the Queen of snacks made it back to a place full of worthy legacy and tradition. Andre Wechsler, already referred to as the Kaiser of Currwurst recently opened Wechsler’s Currywurst & Bratwurst, a small but cozy hole in the wall on 1st Ave and 7th Street. Here, the great-grandson of a German butcher puts the grilled wurst front and center, and right next to a fine  selection of German beers. The Curry sauce is freshly made by the Chef on premises and the fries are also cut from Idaho potatoes, never frozen. I must say, hands down, I have never had a better Bratwurst or Currywurst outside of Germany and even there you hardly find anything that can match this culinary experience. Now Andre is a friend and I might be biased but don’t take my word for it: Google Wechslers Currywurst and you already find numerous reviews on blogs and Yelp, nothing less than 5 stars.

Wechsler’s just started with a core offering but there is more to come. I can’t wait for German potato salad or Weisswurst mit Brezn, or maybe Drei im Weckla one day…

November in New York

Coney Island in fall Oder was sonst noch geschah…

Einer der letzten Ausflüge auf dem Motorrad führte uns über Ditmas Park und Midwood nach Coney Island. In Ditmas Park, Brooklyn, nur 5 Minuten von mir entfernt bewunderten wir die freistehenden Häuser, die hier den Charme einer Vorstadt der Südstaaten versprühen. In Midwood wollten wir einmal die beste Pizza New Yorks essen, bei Di Fara, wo Sig. Di Marco seit einem halben Jahrhundert Pizzen dreht, mit sehr viel Liebe und besten Zutaten. Mmm, die war lecker, wenn auch der klassische italienische Geschmacksverstärker Olivenöl zu reichlich Anwendung fand.

Weiter gings nach Coney Island, kurz zuvor noch ein Stopp in Sheepshead Bay, wo die Fischer der Angeltourenboote abends ihre Übrigbleibsel verkaufen und man ganze Riesentunfische für $15 bekommt. Mal merken für später.

In Coney Island dann betrachteten wir den Vergnügungspark "ein letztes Mal", jedenfalls in dieser Form. Er soll ja nicht mehr aufmachen, weil ein Investor Luxuswohnungen hier bauen will, aber vielleicht zeigt sich die Immobilienkrise auch mal von der guten Seite und verschont uns noch ein Weile damit, vielleicht gibt es ja noch eine Chance, für das alte Coney Island, wenigstens noch eine Saison, noch einmal Corn Dogs essen und den Freak abschiessen. Wir werden sehen, bald ist es wieder Frühling, nur noch 5 Monate warten.

Das war der November in New York, jetzt wird's dann wirklich kalt und unangenehm, die Bonnie muss dann schlafen gehen, wie wir alle irgendwie, wenn alles nur noch wartet, dass es wieder warm wird.

What’s cookin’?

IMG_0089.jpgWer's nicht im Kopf hat, hat's in den Beinen, oder so ähnlich, lehrt uns eine deutsche Binsenweisheit. Darum eben, weil ich gerne mal was vergesse, schau' ich lieber vor dem Kochen noch mal nach, vor Allem, weil man in NY manchmal ganz schön lange unterwegs ist, wenn man noch was Bestimmtes braucht. Die wichtigsten Rezepte habe ich in meinem Google Notebook immer parat, aber oft geht die Suche dann los, wenn man es eilig hat. Jetzt habe ich zwei nette Webseiten gefunden, die nicht nur aberhunderte von Rezepten bereit halten (OpenSourceFood.com) sondern auch noch auf Knopfdruck Einkaufslisten erstellen (allrecipies.com). Sehr praktisch!

myFirstSpaetzle.com

Lecker, Spaetzle kochen, fuer unsere Gaeste. War auch ganz einfach, nur Mehl, Eier und Salz. Alles zusammengeben und kneten. Mit der Maschine, wenn man eine hat oder mit der Hand. Dann mit einem Spaetzlehobel reingehobelt ins kochende, leicht oelige Wasser. Als Kaesespatzle einfach zu einem ganzen Mahl gemacht: eine Schicht frisch gekochte Spaetzle, eine Schicht geriebener Emmentaler, noch eine Schicht Spaetzle, wieder Emmentaler und golden gebratene Zwiebelringe drauf. Alles in einer feuerfesten Form ins Rohr gestellt, fuer 5 Minuten. Echt einfach, echt lecker.

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