May 11, 2010 0
Mexiko extrem
Kurzurlaub in Mexiko, nach Cancun ging es, um genau zu sein. Schon am Flughafen lauert der erste Stress. Es wimmelt von hilfsbereiten Menschen, Mexikanern meistens. Jeder möchte dich in die Stadt bringen oder ins Hotel, wie Versicherungsvertreter bleiben sie hartnäckig, der letzte Bus ist schon weg, das weiss hier jeder. Schliesslich geben wir nach und lassen uns im Sammeltaxi direkt ins Hotel fahren. Im Hotel geht’s gleich weiter, ehe man sich versieht hat der Hotelboy die Taschen auf einen Wagen geladen und führt uns ins Zimmer. Klar, da gibt’s natürlich ein Trinkgeld für. Das Schlafgemach für die kommenden vier Tage ist großzügig vom Raumangebot, schlicht aber sauber, mit Balkon und Blick auf die Bucht und die davorliegende vierspurige Straße. Falls wir diese nicht schon beim ersten Rundgang erspäht gehabt hätten, wäre sie uns nächtigens nicht entgangen. Es ist laut, in der ersten Nacht, und als New Yorker ist man nicht übermäßig zimperlich.
Am nächsten Morgen scheint die Sonne und die Sorgen vom Vortag sind erst einmal dahin. Das kann auch das als Begrüssung getarnte Verkaufsgespräch (zum Zwecke eines Upgrades zum All-inclusive) nicht betrüben, gelassen lassen wir es geschehen, den Minifresskorb nehmen wir mit und ab geht’s an den Strand. Der Blick auf’s Meer, der feine Sand, die schattenspendenden Palmen, entschädigen für den bis dato entstandenen Schaden. Es ist wenig los hier, vielleicht wegen des Windes von der Stärke roter Flaggen, vielleicht wegen der Nebensaison oder vielleicht weil die All-inclusive Gäste lieber am Pool bleiben, unweit der Bar. Hier ist es sehr entspannt, mir gefällt es hier, die Laune steigt wieder.
Als wir später nach Cancun Stadt fahren, mit dem Bus, kommen wir durch das Epizentrum der amerikanischen Spring Break Kultur, eine Mischung aus Miami und Times Square oder eine Kopie von Daytona Beach, jedenfalls stelle ich mir das so vor. Nicht das wir Deutschen da besser wären, Mallorca lässt grüssen. In der Stadt angekommen, jagen wir nach was Essbaren, irgendwas einigermaßen landestypisches. Das ist auch nicht schwer zu finden, denn in die relativ neue Stadt Cancun, ohne historischen Kern, zieht es nur wenige Touristen. So ist Cancun’s Innenstadt zwar nicht wirlich hübsch, aber ehrlich und mexikanisch. Alles, was wir so zu Essen finden ist hervorragend, wenn auch ein wenig schwere Kost, zu sehr vernünftigen Preisen. Beschissen werden wir natürlich trotzdem, als ich den Wirt dabei ertappe ist es ihm super peinlich und er gibt mir den 100er ohne Murren zurück. Sogar in der Bank, beim Geld umtauschen wird sich zu unseren Ungunsten verrechnet, wirklicher Wahnsinn hier.
Den letzten Tag verbringen wir mit einer kleinen Tour zur Isla Mujeres, einer relativ ruhigen Insel, ca. 1 Stunde von Cancun entfernt, mit dem Boot. Hier entdecken wir einen wunderschönen Strand und verbringen den Nachmittag unter Palmen und im flachen, tieftürkisen Wasser. Hier essen wir hervorragend, Mexikanisch und Kubanisch, mit echtem Cubarum Mojito. Die Heimreise ist dann noch ein echtes Abenteuer, mit Fähre, Taxi und Bus brauchen wir ganz schön lange zurück zum Hotel.
Auf dem Weg zurück zum Flughafen denke ich mir, gerne wäre ich noch ein wenig beblieben, gerne wäre ich noch weiter in den Süden gefahren, nach Tulum zum Beispiel, oder weiter ins Landesinnere. Zu Land und Leuten hat sich in den wenigen Tagen eine eher ambivalente Haltung bei mir eingestellt. Das man im Besucher nur eine Geldquelle sieht nervt auf Dauer. Das ist zwar zum Teil verständlich, aber in anderen Ländern, wir Costa Rica oder Marokko nur halb so schlimm. Was den Tourismus angeht, so wird selbiger hier mit der Keule betrieben, der Trend zum Sanften ist noch nicht so richtig angekommen. Aber Vieles ist auch superschön hier und ich komme gerne einmal zurück.






Wer's nicht im Kopf hat, hat's in den Beinen, oder so ähnlich, lehrt uns eine deutsche Binsenweisheit. Darum eben, weil ich gerne mal was vergesse, schau' ich lieber vor dem Kochen noch mal nach, vor Allem, weil man in NY manchmal ganz schön lange unterwegs ist, wenn man noch was Bestimmtes braucht. Die wichtigsten Rezepte habe ich in meinem Google Notebook immer parat, aber oft geht die Suche dann los, wenn man es eilig hat. Jetzt habe ich zwei nette Webseiten gefunden, die nicht nur aberhunderte von Rezepten bereit halten (
Das Leben hier in Chinatown ist anders. Es ist weniger multikulti, jedenfalls für uns "Weißen", denn die verschiedenen asiatischen Kulturen zu unterscheiden ist für den Laien nicht leicht. Es ist super bizzie (eingedeutschte Form) und rund um die Uhr so hektisch wie man sich eine chinesische Metropole vorstellt, wenn man noch nie in einer war. Und: man kann hier lecker und billig essen. Mittags wird sich gegenseitig unterboten und 2-3 Gänge gehen schon mal für unter $5 raus. Mir hat es vor Allem die vietnamesische Küche angetan und ich bin zum großen Phở-Fan geworden. 




