kreitz.de

Icon

°°°pixels are your friends

Reichtum, Erfolg und Moral im Internet: die Samwers

Damals war das schon etwas Besonderes, als ich einen der Samwer Brüder traf, auf einer richtigen Dotcom 1.0 Party. Gefeiert wurde der Launch von Zooplus.de, und einer der Gründer, mit denen ich nicht dick aber wenigstens etwas befreundet war, stellte mich vor. Zu mehr als einem kurzen Zuprosten kam es auch nicht, ich bin mir sicher er hat meinen Namen genauso vergessen, wie ich den seinen (ich glaube, der in der Mitte war’s). Dennoch waren die Samwers damals wie heute vielen ein Vorbild. Sie haben den Dotcom Boom in Deutschland quasi erfunden, mit ihrem spektakulären eBay Klon, den sie in wenigen Wochen zusammengeschustert und flugs mal an eBay verkauft hatten. Soweit muss man auch wirklich sagen, Hut ab, das geht ja gut ab.

Als nächstes haben sie sich dann Mobile Commerce vorgenommen, das angesagteste Thema, das es damals gab, für Start-Ups und überhaupt. Da haben sie dann Jamba gegründet, eine Firma, die mobile Inhalte vermarkten sollte. Das klingt ja auch gar nicht schlecht, hat aber nur bedingt funktioniert. Weil es mit aufrichtigen Methoden einfach nicht richtig lief, haben sich die Drei was Tolles ausgedacht, etwas, was schon in der richtigen Welt gut funktionierte und was für seine moralisch einwandfreien Vertriebsmethoden weithin geschätzt wurde: ein Abonnement System. Handybenutzer sollten nicht einfach Klingeltöne und Hintergrundbilder kaufen, nein, sie sollten sie abonnieren und jeden Monat 2 oder 3 davon runterladen dürfen. An sich auch nicht doof oder verwerflich, aber in der Praxis, sah das dann so aus: zehntausende von Teenagern sahen ausschließlich Jamba Werbung zwischen den Video Clips auf MTV oder Viva, die fanden dann den Klingelton mit dem lustigen Frosch ganz toll, wollten den haben und schickten “Frosch1″ an 555-1234. Leider bekamen sie dann nicht den Frosch sondern ein Abo, das ihnen ermöglichte, jeden Monat 3 Frösche runterzuladen. Das machten die meisten aber gar nicht, sondern sie vergaßen das total. Dennoch zogen D1, D2, E-Plus oder Viag fleißig die Kohle ab, am Ende des Monats. Manchmal hatten die Kids auch kein Geld, das Guthaben war alle. Wenn sie dann das nächste Mal wieder Geld vom Opa bekommen hatten und alles in eine 25 Euro Prepaid Karte investierten, war die Überraschung groß, wenn vom 25 Euro Guthaben nichts außer Miese ankam. Da die meisten Prepaid Konten aber keinen Einzelgesprächsnachweis aktiviert hatten (oder viele junge Kunden vielleicht auch einfach zu verpeilt waren), blieb das Verschwinden von Guthaben für die Meisten ein Rätsel und der einzige Ausweg war eine neue Karte mit neuer Nummer.

Ohne das überbewerten zu wollen, bestimmt war alles einigermaßen legal, muss man einfach sagen, dass Jamba zusammen mit den Mobilfunkbetreibern ein Riesengeschäft auf dem Rücken von Millionen von begrenzt geschäftsfähigen jungen Menschen gemacht hat. Das Geld aus dem Verkauf Jambas an die News Corp (via VeriSign), immerhin $273 Millionen, steckt jetzt wieder in neuen Projekten, die damit allesamt mit “dreckigem Geld” finanziert sind.

Schade eigentlich, denn der derzeitige Erfolg der Samwers zeigt, dass sie es ja eigentlich drauf haben und es auch bestimmt mit weniger fragwürdigen Methoden zu ähnlichem Erfolg gebracht hätten. Gerade erst haben sie ein Facebook Investment abgestoßen (angeblich mit 300% Gewinn) und die Mee-Toos, Importe von Übersee, verkaufen sich stets wie geschnitten Brot. Aber wegen Jamba schwindet mein Respekt vor den Jungs deutlich. Vielleicht sollten sie einen Fond gründen, für mobilfunkgeschädigte Jugendliche, oder uns alle, die noch heute Albträume haben, vom singenden Frosch.

Die besinnliche Zeit

Kaum hat der indianische Sommer seine letzte Energie in das Eröten von Laubblättern gesteckt und wie 50 Millionen Truthähne den Kampf verloren, wird es unweigerlich Zeit für die Vorweihnachtszeit. Das Wort liegt wie ein Damoklesschwert über uns. Besinnlichkeit ist Pflicht. In Kaufhäusern, Lobbies, und Fahrstühlen wird uns das mit Nachdruck ins Gedächtnis gerufen. Zurecht längst vergessen geglaubte Interpreten bekommen ihre späte Chance uns nochmals mit ihrem Talent beglücken zu dürfen. Mit einer Mischung aus saisonaler Nachsicht und stressbedingtem Gleichmut tolerieren wir es und quetschen uns auch mal ein Träne aus den Augen, wenn wir an früher erinnert werden, wo alles besser war zur Weihnachtszeit, mit mehr Schnee und Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Das Ganze dient einem guten Zweck: der Stärkung der Volkswirtschaft, des Binnenmarktes um genau zu sein. Das ist auch alles gar nicht schlecht, alles was wir kaufen, hilft anderen, die es verkaufen, wieder etwas kaufen zu können. So funktioniert unsere Marktwirtschaft, hier in den USA und ungefähr genauso in Europa. Die richtig Reichen machen dabei natürlich den besten Deal, aber das führt jetzt zu weit.

Das eigentlich Schöne an der Vorweihnachtszeit, kommt leider immer zu kurz. Fast jede Woche trifft man sich mit Freunden, Arbeitskollegen oder Wildfremden und alle scheinen gut gelaunt zu sein, auf alle Fälle überdurchschnittlich warmherzig und nachgiebig. Selbst tendiert man dazu, seinen Nächsten kleine Fehler zu vergeben, und das obwohl der Stresspegel eigentlich das Gegenteil empfiehlt. Hier, in der Stadt der Extreme, schlägt das Gefühlsbarometer mit voller Feldstärke in beide Richtungen aus. Je stressiger die Situation, desto stärker wird alles mit perfekt inszenierter Stimmung kompensiert. Die Stadt, eigentlich das perfekte Einkaufsmekka, in der man alles findet, was man sich für seine Lieben erträumen kann, spielt Dr Jekyll und Mr Hyde mit uns. In perfekt dekoriertem Ambiente, mit Soundteppich unterlegt, die perfekte Basis für Zehntausende, die hierher flocken, for some christmas shopping. Die hochspezialisierte, arbeitsteilige Welt will aber, dass wir für jede kleine Kleinigkeit woanders hingehen, in einen anderen Laden, am besten in einem anderen Viertel. Uns so ergibt es sich, dass man sich jeden Tag auf kleine Reisen begibt, einmal Bethlehem – Jerusalem und zurück in der Mittagspause, alles zu Fuß, wie vor 2010 Jahren, circa.

Je näher man dem 24ten kommt, desto höher wird der Stresslevel. Das schlechte Gewissen lauert hinter jedem Lebkuchen: man hätte ja schon alle Geschenke haben können, man hätte ja auch noch was Nettes selber machen können, aber jetzt ist es zu spät, jetzt bleibt nur noch der Amazon, oder doch noch mal schnell in die Stadt, ein letztes Mal, jetzt echt.

Zehn Tage haben wir noch, noch 240 Stunden sich was zu wünschen oder einen Wunsch zu erfüllen. Dann kehrt die Ruhe ein, die wir uns so lange gewünscht haben und alles wird gut, wie immer.

Sommer im Büro

Ja, ich habe lange nichts mehr hören lassen von mir, nicht hier und wenig anderswo. Die letzten drei oder vier Wochen habe ich hauptsächlich im Büro verbracht. Viel schreibe ich ja gewöhnlich nicht über das, was sich dort so tut, aber heute mach ich mal eine Ausnahme. Vor etwas mehr als einem Monat haben wir ein Projekt angenommen, für das wir nicht bezahlt werden, jedenfalls nicht sofort, also nicht in Bar sondern mit Anteilen. Also vermutlich, alles noch nicht unter Dach und Fach und ich kann auch noch nicht viel erzählen, nur so viel: gemeinsam mit einer hochrangigen Werbeagentur, einer Firma in Indien, dem Gründer des Unternehmens und einigen anderen haben wir eine iPhone App für die WM entwickelt. Die App wird es Fussballfans ermöglichen, Benachrichtigungen über Tore und Spielstarts in Echtzeit zu bekommen (via sogenannter Push Notifications) und das auf ganz besondere Weise: die Ansagen kommen von bekannten Sportmoderatoren. Das Ganze auf Englisch und Spanisch, was ja hier quasi die zweite Amtssprache ist. Da die App weltweit über iTunes zur Verfügung gestellt wird (und zwar kostenlos), werde ich an gegebener Stelle noch einen Downloadlink nachreichen. Jetzt drücken wir erstmal alle die Daumen, dass die App noch bis zum Spielstart von Apple abgesegnet wird. Wir haben zwar Leute, die Leute kennen, die da mal ein Auge drauf werden (schick schnack, die böse Hand) aber garantiert ist natürlich nichts.

In jedem Fall wissen wir jetzt in etwa wie es geht und wenn einer eine API braucht, für irgendwas, kann ich die mittlerweile im Schlaf programmieren. Ach, apropos Programmieren, das hat mir eigentlich mal wieder richtig Spass gemacht. Das meiste war PHP Zeug mit CodeIgniter, und natürlich SQL dazu, was manchmal ganz schön verzwickt sein kann. Das Hardcoreprogrammieren der App in Objective C hat ja der Partner in Indien übernommen, sehr kompetente und supernette Jungs waren das. Jedenfalls freue ich mich jetzt doppelt auf die WM und danach gehts dann weiter, die nächste Sportapp ist schon in Planung.

Tim Ferris und seine Blogging Strategien

Der Autor der 4-Hour-Workweek Tim Ferris ist schon ein schlauer Hund. Nicht nur hat her den Dreh raus, vieles mit minimalstem Aufwand zu erreichen, er versucht auch sein Sozialleben zu optimieren, wo er kann. Wenn er jemanden kennenlernen möchte, meist jemand, den er bewundert für irgendetwas, dann sucht er nach einer geistreichen Methode diesen anzusprechen und zu treffen. So ist er mittlerweile mit vielen prominenten Dotcom Machern befreundet, mit Kevin Rose von Digg beispielsweise. Einige seiner Tipps und Tricks verrät er auf seinem Blog, der wirklich sehr interessant ist. Weil es gerade zum Thema passt, möchte ich ein Videobeitrag von ihm über besseres Bloggen herausstellen. Hier ist es:

Virales Marketing

Da hab ich Marketing studiert, so richtig im Hauptfach und so, aber das Marketing von heute scheint mit dem der 90er Jahre nicht mehr viel gemeinsam zu haben. Dumpf kann ich mich erinnern, dass das Internet als Medium schon Erwähnung fand, wenigstens gegen Ende des Studiums. Putzigerweise nannte man es damals vorwiegend das World Wide Web und nicht nur der Name sondern auch die Art und Weise wie die Nutzer damit umgehen, hat sich grundlegend geändert. Das World Wide Web war zwar ein Kanal, der erstmals Interaktion brachte, aber das überforderte die meisten Anbieter von Inhalten und Werbetreibende gleichermassen. So waren Webseiten der späten 90er dann auch eher auf den Bildschirm reduzierte Broschüren, die ursprünglich für den Print konzipiert und designed wurden.

Zu Anfang des neuen Jahrtausends überschlugen sich alle vor Begeisterung, vom Jungunternehmer bis hin zum Investor und plötzlich war alles möglich im Web. Selbst unsere kleine Klitsche mit grosser Idee wurde auf 12 Millionen DM wertgeschätzt, um Haaresbreite sind wir dem Reichtum damals entkommen und mit uns tausende andere, die im Dot.com Boom aufgehört hatten für ein Fünferle zu denken. Das hätte vielen eine Lehre gewesen sein sollen, war es aber nicht. Wenige Jahre später wiederholte sich alles noch einmal, diesmal nannten man es Web 2.0. Das Gute war jedoch, dass der Internetnutzer so langsam wusste wo der Hase langläuft und sich nicht mehr jeden Mist unterjubeln liess. Dadurch wurde das Angebot im Netz deutlich attraktiver, so attraktiv sogar, dass für viele das Medium Internet zur wichtigsten Informations-, Unterhaltungs- und Kommunikationsplattform geworden ist.

Bestimmte Zielgruppen der Werbewirtschaft, zum Beispiel die 14 – 24 Jährigen, haben derart ihr Medienverhalten verändert, dass ein traditioneller Medienmix (so wie ich ihn gelernt habe) vollkommen unwirksam geworden ist. Schlimmer noch, was gestern noch funktioniert hat (z.B. Bannerwerbung, Pop-ups), ist morgen schon out. Die Halbwertszeit von wirksamer Unternehmenskommunikation nimmt schneller ab als man sie erforschen kann. Ein Trend zeichnet sich aber ab: echte oder vermeintlich echte Beiträge von Privatleuten ohne kommerzielles Interesse scheinen noch hohe Akzeptanz zu haben. Lustige Videos oder multimediale Beiträge, die über offene und geschlossene Benutzergruppen (Facebook, Twitter) von einem zum anderen weitergegeben werden, scheinen gerade der heilige Gral der Onlinekommunikation zu sein. Immer mehr Grossunternehmen springen auf den neuen Marketingzug auf, der wegen seiner rasanten und oft unkontrollierbaren Ausbreitungscharakteristik auch Virales Marketing genannt wird.

Microsoft hat sich da was tolles ausgedacht: sie sponsorten einen angeblichen österreichischen Ingeneur, der die längste Wasserrutsche der Welt bauen wollte. Pseudowissenschaftlich bereitete sich der gut vor und postete immer wieder seinen Fortschritt – in Excel, Word oder Projekts dargestellte Forschungsergebnisse. Schliesslich das Youtube Video mit dem halsbrecherischen Sprung und die Auflösung: Microsoft steckt dahinter und 1,4 Millionen Menschen habens gesehen, nicht schlecht. Oder Dell: der twittert fröhlich und täglich seine Outlet Angebote und hunderttausende Followers kaufen fleissig. Letzte Woche wurde verkündet, dass die Umsatzmarke von $3 Millionen via Twitter erreicht wurde. Am besten gefällt mir aber, wenn Virales Marketing verwendet werden kann, um Missstände anzuprangern. Dem Countrysänger Dave Carroll wurde auf einem United Airlines flug die Gitarre zerstört und die Fluggesellschaft wollte diese nicht ersetzen. Dave schrieb ein Lied, drehte ein Video und über 4 Millionen Zuschauer sahen es, natürlich auf Youtube. United Airlines lenkte schliesslich ein und wieder hat Virales Marketing alle glücklich gemacht.

-

Raus aus der Rezession: Tipps für Unternehmer

Alleine das Gerücht, man habe gehört jemand hätte gelesen, dass das Wort mit R am Anfang offiziell abgedruckt worden sei, löste letztes Jahr noch akuten Angstschweiss aus. Kaum traute man sich das R-Wort zu sagen, war das D-Wort schon in aller Munde. Im abschwungverwöhnten Deutschland hatte das anfangs wenig für Verunsicherung gesorgt, nach dem Kauf eines Schwellenlandes macht uns nichts mehr Angst, so der Tenor. Hierzulande: Panik!!! Aber Obama wird’s schon richten, haben alle gedacht, oder wenigstens gehofft. Dann die Vereidigung und die Börse gab noch mal nach, wie es so schön heißt, so ein Mist, wird wohl doch nicht so leicht, das Ganze, das wurde klar.

Als Kleinunternehmer muss man da praktisch denken, auf Obama warten macht offensichtlich keinen Sinn, und die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Problem anderweitig schnell von selber löst ist etwa so wahrscheinlich wie Weltfrieden oder Westpreussen als 17tes Bundesland. Aber, wie man sieht, liegt Gutes und Böses oft nah beieinander und irgendwie muss man doch aus dem Desaster was machen können, wenn auch nicht die Riesensause, aber wenigstens nicht total vor die Hunde gehen. Also, habe ich sie gesucht, die besten Tricks und Tipps raus aus der Rezession und rein in den Profit.

Fangen wir mal von vorne an, nicht bei Adam (Smith) aber ähnlich, bei John M. Keynes. Der Brite hat den Zusammenhang zwischen Zins und Beschäftigung erfunden und damit uns Betriebswirtschaftsstudenten viel Freude bereitet, denn wir mussten das nicht nur lernen sondern auch noch herleiten, mathematisch versteht sich. Was wir daraus lernen können ist jedenfalls, dass es, abhängig vom allgemeinen Zinssatz, mehr oder weniger lohnenswert ist entweder in Arbeit oder in Kapital zu investieren. Zinsen sind jetzt niedrig, also lohnt es sich nicht Geld anzulegen, man soll es in die Produktion von Konsumgütern investieren. Das mehrt das Gesamtvermögen und am Ende steigen die Zinsen wieder, worauf sich die Investitionen abermals verschieben und der Kreislauf sich schließt. Was lernen wir daraus? Wenn wir alle fleißig weiter Geld ausgeben wird alles schnell wieder gut. Das Problem: wir haben Angst vor ungewisser Zukunft und sparen lieber, den Konsum soll besser wer anders ankurbeln. Wir müssen also nach etwas konkreteren Methoden Ausschau halten.

Schauen wir uns einmal an, was der Konsument jetzt macht, jetzt wo er den Gürtel enger schnallen muss. Er bleibt öfter zuhause, geht weniger aus, wenn dann um Freunde zu treffen und einen drauf zu machen, er kommuniziert mehr und wählt Produkte sorgfältiger aus, achtet auf Qualität (muss jetzt lange halten) und zieht das Multizweck-Alleskönner Teil dem Nischenprodukt vor.  Harvard Business Magazine sagt, dass die Unternehmen, deren Businessmodell ohnehin schon auf Effizienz basieren die besten Chancen haben (Walmart oder Aldi). Das mittlere Qualitäts- und Preissegment hat es am schwersten, da sich die Mittelklasse eher nach unten orientiert, sich aber beim Kaufverhalten der Oberklasse am wenigsten ändert. Was bedeutet das konkret? Produkte und Dienstleistungen, die dem Kunden bei seinem Cocooning unterstützen, gehen jetzt gut. Außerhalb der eigenen vier Wänden wird der Cent zweimal umgedreht, aber budgetbewusstes Biertrinken geht gerade in der Rezession besser den je.

Insgesamt gilt, in jedem noch so sehr zugrunde gehenden Markt gibt es eine Chance. Selbst im Immobilienbereich, der hier in den USA und mittlerweile sogar in New York schwer gebeutelt ist, gibt es Chancen. Wenn nicht gebaut wird und nicht gekauft, dann wird gemietet. Wenn nicht mehr mehr Geld für Miete drinnen ist, dann muss man umziehen, raus aus der Stadt oder in eine kleinere Wohnung, oder in die Boroughs. Überflüssiges wird im Storage untergebracht. Neue, praktischere Möbel werden gekauft, die das Leben auf weniger Platz erträglich machen. Wenn das Geld nicht mehr reicht für den Latte von Starbucks, geht man halt zu Dunkin Donats. Die Jeans muss man ja nicht unbedingt im East Village oder Williamsburg kaufen, den “Second Hand Zurück aus der Zukunft” Look gibst auch bei H&M – in neu – oder bei Uniqlo.

Gilt noch festzuhalten: vor dem Spiel ist nach dem Spiel, wer die Rezession durchsteht, muss sich gegen weniger Konkurrenz durchsetzen, wenn es wieder bergauf geht. Außerdem hat man beim Konsument ein Stein im Brett, denn man hat gezeigt, dass man sich anpassen kann, zuhört und sich auf die veränderten Möglichkeiten einstellen kann. Unternehmen sind daher gut beraten, Marketingausgaben nicht wesentlich zu reduzieren, lediglich auf mehr Effizienz zu achten. Das kann bedeuten, dass man mehr virales Marketing macht, allgemein mehr online, dort kann man mehr Menschen wirksamer mit weniger Aufwand erreichen. Ich kenne da das eine oder andere Unternehmen, das helfen kann.

Das Ende von Web 2.0

The end of Web 2.0Mit dem Untergang der Finanzwelt, Google, Yahoo und anderen WebTech Aktien im Sturzflug war es nur eine Frage der Zeit, dass irgendwer Web 2.0 "offiziell" für tot erklärt. Unabsichtlich und eher peinlich als alles andere, markiert ein privates Video einer Gruppe von 20 Internet Entrepreneuren den finalen Untergang. Die Jungs und Mädels haben auf Zypern nochmal so richtig 1999-Style abgefeiert und ein kleines Video dabei gedreht, untermalt mit den Klängen von “Don’t Stop Believing”. Unter den Akteuren waren Brittany Bohnet von Google, Mike Hudack von Blip.tv, Dave Morin und Aaron Sittig von Facebook, Sam Lessin von Drop.io und Jessica Vascellaro, eine Wall Street Journal Reporterin. Eigentlich als Privatvideo auf Vimeo gestellt, fand es dank Youtube schnelle Verbreitung. Die Gruppe, die jetzt überall als "Cyprus 20" gehandelt wird, hatte noch versucht das Video zu stoppen, was auch teilweise gelang (es ist nicht mehr auf Youtube). Aber Valleywag hat es geschafft und für ewig (oder bis zur nächsten Unterlassungsklage) auf ihrem Blog konserviert.

Ein neues Büro

Nach langer Suche haben wir mal wieder mehr Glück als Verstand gehabt: durch Zufall von einem Bekannten eines Bekannten eine Email bekommen, dass ein Büro frei wird, angeschaut und unterschrieben. Alles innerhalb von vier Tagen, das ging mal schnell. Die Lage ist nicht so toll, wie die unseres derzeitigen Büros, aber sonst ist alles klasse: die richtige Größe, super hell ohne direktes Licht, toller Blick, extra abgetrennter Raum für (kleine) Besprechungen und Mittagspause, viele Heizkörper (= nicht mehr frieren im Winter) und ein einfach schöner Schnitt, der viele verschiedene Konstellationen ermöglicht.

Für mich ist das der vierte Umzug in New York. Erst hatte ich einen Schreibtisch im East Village, dann das kleine Büro in Chinatown, mit 6 Tischen (wovon ich aber 3 vermietet hatte), jetzt mit 7 Arbeitsplätzen und ab nächster Woche 10. Wegen der hohen Mieten hier in Manhattan werden wir wohl noch ein paar mal umziehen müssen, jedesmal wenn wir wachsen, oder schrumpfen, wobei wir Letzteres nicht hoffen. Vorwärts immer, rückwärts nimmer.

Google Chrome: Segen oder Fluch?

Braucht die Welt einen weiteren Browser? Web Developer wie Du und ich haben ja schon genug zu kämpfen mit IE 6, IE 7, Safari, Firefox, manchmal Opera und bald noch IE 8. Alle wollen Webseiten ein wenig anders darstellen und oft heißt das doppelt und dreifache Arbeit beim Programmieren. Jetzt kommt noch Google Chrome dazu, toll. 

Aber vielleicht sollte ich es ja mal aus Sicht eines Benutzers sehen, schließlich gibt es hiervon mehr als von der Sorte Pixelschubser. Außerdem bin ich ja selbst Anwender, die meiste Zeit. Also, fix Chrome runtergeladen, für den PC, Mac und Linux müssen noch warten. Und? Erster Eindruck: sau schnell, sehr aufgeräumt und auf's Wesentliche reduziert. Nicht gerade elegant im Erscheinungsbild, eher der Anti-Safari, Plastik statt poliertem Metall. Technologisch hat er einiges auf dem Kasten. Jeder Tab arbeitet im eigenen Prozess, wenn einer crashed bleiben die Anderen davon unberührt. Außerdem optimiert für Webanwendungen, angeblich sollen solche geschmeidiger zwischen online und offline wechseln können.

Google hat damit einen weiteren Schritt zur Weltherrschaft hergestellt, hoffen wir, dass hier nicht nur Open Source drauf steht sondern auch ein wenig drin ist, für andere. Die deutsche Presse hat sich hauptsächlich mit dem Thema Datenschutz beschäftigt und die ersten Klagen gab's auch schon, Google wollte die Urheberrechte für alles, was man durch den Browser ins Internet stellt. Lächerlich, mussten sie zugeben und war dann plötzlich "nur ein Versehen".

Egal, am Ende können alle Anwender nur gewinnen, schließlich wird niemand zum Benutzen gezwungen und Konkurrenz belebt ja das Geschäft, die Qualität aller Browser wird im Schnitt also eher steigen.

Hotel 2.0

Endlich mal wieder eine gute Start-up Idee: mit nur $20.000 Startkapital haben ein paar Leute aus San Francisco AirBed & Breakfast aufgemacht und damit eine Online-Börse für Privatzimmer ins Leben gerufen. Die Webseite ist einfach strukturiert: potentielle Vermieter geben ihr Profil ein, sowie Objekt mit dazugehörendem Preis. Ob für eine Nacht, ein paar Tage oder gar einen Monat, die Kunden finden über eine Suchmaske mit Google Maps Unterstützung schnell die gewünschte Unterkunft. AB&B schlägt zwischen 5 und 12% auf den Preis, den der Vermieter angibt drauf. Dieser muss einen Gast nicht nehmen: "Bewerber" schicken eine Anfrage und der Vermieter entscheidet daraufhin, ob er den Gast aufnehmen möchte oder nicht. Kurzum, die kapitalistische Variante von CouchSurfing. Zwar habe ich weder das Eine noch das Andere probiert, aber ich könnte mir vorstellen, dass die kostenfreie Variante mehr sozialen Zwang mitsichbringt, während die "for profit" Methode eine faire Geschichte für beide Seiten ist. Vielleicht beides mal probieren und schauen wie's läuft…

About me

Welcome to kreitz.de, a personal weblog edited by Olaf Kreitz since 2005. kreitz.de covers some of the notable things I come across in New York, online or elsewhere in the world, small and big adventures, my 5 cents on movies, music, art, food and stuff I like. More here.

On Flickr

Kitchen Halbzeit Lounge 2Gym
  • Topics

    Archives