Heute haben alle frei, weil heute hat das Land Geburtstag. Es ist Independence Day, einmal im Jahr am 4th of July. Seit 1777 wird mit nächtlichem Feuerwerk gefeiert, dass man sich im Jahr zuvor von England unabhängig erklärt hatte. Eigentlich beschlossen wurde das schon am 2. Juli 1776 aber erst am 4. Juli nachts um elf vom Kongress unterschrieben, wobei sich die Delegation aus New York ihrer Stimme enthielt. Trotzdem, schon ein Jahr später feierten alle 12 Kolonien am 4.7. den ersten Jahrestag der Unabhängigkeit und das bis heute. Nachdem ein Feuerwerk elementarer Bestandteil der Feierlichkeiten ist, haben wir uns bei Freunden in Williamsburg im 19 Stockwerk zusammengefunden, blicken hinaus nach Norden über den East River und bestaunen, was von Macy’s gesponsored in den Himmel geschossen wird.
Am Samstag sind wir 3 Minuten die Straße runter gelaufen und habe uns im Botanischen Garten das Cherry Blossom Festival angeschaut – das alljährliche Kirschblütenfest also, oder wer's gerne auf Japanisch hätte, das Sakura Matsuri. Nachdem ja New York mal wieder den Frühling vergessen hat und bis vor kurzem eher noch winterliche Verhältnisse herrschten, haben auch die Kirschblüten noch nicht so richtig mitbekommen gehabt, das sie das Blühen anfangen sollen. So mussten die Tulpen herhalten um dem Ganzen eine gewisse Farbenpracht zu verleihen, die dabei einen ganz guten Job machten. Auch sonst ist der Botanische Garten in Brooklyn, der sich, wie angesprochen, unweit meiner Wohnung befindet, sehr nett. Es gibt einen japanischen Garten, einen Steingarten, prächtige Wiesen und auch ein paar Gewächshäuser, in die wir aber nicht hinein gegangen sind, da außer uns noch der eine oder andere unterwegs war, dieses Wochenende.
Wer schon immer mal eine Voicemail Nummer in den USA wollte (z.B. für US eBay oder PayPal Account), kann jetzt bei PrivatPhone eine haben. Man bekommt per Email eine Benachrichtigung und kann die Voicemail einfach über's Internet abrufen (geht auch per Telefon). Ist wirklich umsonst und man muss auch nur Namen und Email angeben beim Registrieren. Sind sogar heiß begehrte Brooklyn Vorwahlen dabei (die gute alte 718).
Kaum zurück in New York erwartet mich das größte aller Feste hier in den USA: Thanksgiving. Größer als Weihnachten und Ostern zusammen, selbst Jom Kippur und Cinco de Majo können der amerikanischen Variante des Erntedankfestes nicht das Wasser reichen. Wir sind bei Freunden eingeladen, der Super-size Familie von Suzi, Dave, Al und Jen mit den Kindern und einigen anderen Gästen. Traditionell gibt es Truthahn, und zwar nicht zu knapp. Dazu mushed potatoes, corn, gravy, cranberry jello, brussel sprouts und zum Nachtisch pumkin pie. Klar, so was spült sich mit ein paar Tropfen Rotem oder Weißen einfach besser runter, eine Tatsache, die wir uns ausgiebig zunutze gemacht haben. Ein schönes Fest, dieses Thanksgiving.
Letztes Wochenende hat das DUMBO Under The Bridge Art Fest 2006 stattgefunden und wir berichten mal wieder nicht ganz live. Auftakt war die Opening Reception von "Couples", einer Fotoausstellung von Justin William Lin im Rabithole Studio auf der Washington Street. Hier war dann auch viel Videoprojektion zu bewundern und Sandrine's Dance Performance "Snow" (siehe auch Flickr). Erstaunlich war vor Allem, dass es unglaublich viele Galerien und Studios in der Neighborhood gibt. Besucher konnten stundenlang durch die alte Hafengegend lustwandeln, durch industriell anmutende Architektur, verwinkelte Gassen, mit Kopfsteinpflaster von alten Schienen durchzogen, alles unter dem Schatten der gigantischen Manhattan Bridge. Von professionellen Galerien bis Straßenkünstler war alles vertreten, Bands spielten, es gab Barbecue, die Stimmung war bestens. Ein wenig davon habe ich mit meiner alten Kompaktkamera eingefangen, hoffentlich habe ich nächstes mal schon auf SLR aufgerüstet.
Zur Zeit zeigt die Künstlerkommune Madarts ihre aktuelle Herbstausstellung, die letzten Samstag eröffnet wurde. Solche Ausstellungsauftaktabende sind immer eine gute Gelegenheit mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen, bei Freibier und Häppchen. Dave kannten wir ja und so haben wir uns weniger über Kunst unterhalten und mehr Bier getrunken. Aber interessant war es schon zu hören, dass Dave's Vater gar nicht weiß, dass er in Öl auf Leinwand festgehalten wurde und würde er es herausfinden, so Dave, wäre es ihm wohl unangenehm, so viel Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Späteren Abends habe ich dann noch einen Freund getroffen, den ich seit 11 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Mein Mitbewohner und ich verstanden uns 1995 ganz gut mit Ken aber als ich zurück nach Deutschland ging, fiel "in Kontakt bleiben" schwer – mangels Email und Internet, das ja erst wenige Monate später richtig abging.
The Perch on 5th Ave and 5th in Park Slope is a beautiful café with the most professional corporate design ever. I came here to study some French as I have class later today when I saw the sign on the tip bowl:
Er ist endlich da und hat den Winter vertrieben. Hoffe ich jedenfalls. Letztes Wochenende, als ich in Brighton Beach und Coney Island war, ist es noch wärmer gewesen und dann hat es doch wirklich nochmal geschneit, zwei Tage später. Jetzt ist aber Schluss. Hiergeblieben, Frühling!
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