Jan 27, 2012 2
Des Umzugs Freuden und Leiden
Das Packen war dieses mal nicht so schlimm, aber Umziehen ist irgendwie nicht meins. Klar, nach sechs Jahren mal die Wohnung ausmisten tut schon ganz gut, da entdeckt man so einiges, was wirklich sinnlos vor sich hin oxidiert, anderes, was man zwischendurch hätte brauchen können, von dem man aber nicht mehr gewusst hat, dass es existiert. Das Umziehen in Amerika hat ansonsten so seine Vorteile. Weder muss man die Wohnung beim Verlassen streichen noch muss man schwere Küchengeräte schleppen – alles gehört in die und zur Wohnung. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich eine Umzugsfirma beauftragt, bin mal gespannt, wie das wird.
Zu den Freuden gehört natürlich die neue Wohnung. Mehrere Jahre habe ich nach etwas mit “usable outdoor space” gesucht und endlich, vor ca 3 Wochen, wurden wir fündig. In einem neuen, wirklich netten Condo Building haben wir eines der letzten Penthouse Apartments ergattert. Eine 3-Zimmer Wohnung mit 2 Bädern, offener Küche zum Wohnzimmer und riesiger Terrasse. Es gibt alles, was man sich erdenken kann in dem Gebäude, zum Beispiel eine Lounge mit Billard und Tischfußball, Wii und TV, einen Businesscenter mit iMacs, ein Fitnesscenter und eine Sauna. Die Wohnung hat einen Waschmaschinenanschluss, was zum größten Luxus New Yorker Wohnungen zählt. Nur die Waschmaschine müssen wir noch kaufen.
Was die Location angeht, mussten wir natürlich Abstriche machen und um weitere ein bis zwei U-Bahnstationen tiefer nach Brooklyn gehen. Die Straße erschien aber recht belebt und sicher, auch gibt es einen Supermarkt gegenüber und einige kleine, karibische Imbisse auf dem Weg. Wir werden sehen und berichten, wie es so ist im Süden von Crown Heights.





Erstaunlich, was passiert wenn der Zug nicht kommt und die Menschen aus ihrem täglich Trott gerissen werden. Gestern kam kein Zug an der Franklin am Eastern Parkway, keine 2, keine 3 und auch keine 4/ 5. Die Polizei und Feuerwehr hatte alles abgesperrt, Gerüchte machten die Runde, es hätte sich jemand das Leben genommen. Also standen die Menschen da, am Eingang der U-Bahn, wie erstarrt, rat- und hilflos. Manchmal bewegte sich ein Grüppchen Richtung Bus, geleitet von einem mutigen Rudelführer, dahinter die Lemminge, die einfach folgten, egal wohin, nur weg von hier. Im Bus das gleich Bild: keiner schien zu wissen, wo es lang geht, welchen alternativen Zug oder Bus man nehmen könne, und wohin man überhaupt wolle. Man saß nur so da, im Bus, und hoffte insgeheim er würde einen schon ausspucken, irgendwo, am besten dort, wo man sich wieder auskenne.











