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Berlin, ick find dir richig jut

Neulich war ich in Berlin. Gut war’s da –  sehr gut. Nach Berlin komme ich immer gerne, meist reicht aber die Zeit nicht, um die Stadt richtig erleben zu können.  Dieses mal jedoch, war es anders. Ganze vier Tage waren wir in Berlin, zwei am Anfang und zwei am Ende einer zehntägigen Deutschlandreise.

In Tegel am Flughafen zeigt sich Berlin ganz bescheiden. Der Busbahnhof einer durchschnittlichen Großstadt ist imposanter als TXL. Der Aufenthaltsbereich außerhalb der Sicherheitszone ist ca. 3 Meter breit, hinter der Personenkontrolle gibt es nichts mehr, kein Geschäft, keine Gastro, einfach nichts, außer Sitzbänke. Berlin ist halt anders. Dafür gibt es einen Bus, der uns zum Alex bringt. Von dort ist es nicht mehr weit zu unserer Wohnung im Prenzlauer Berg, die wir für einige Tage von einer New Yorkerin gemietet haben, über Craigslist Berlin. Der erste Tag ist ganz Erkundungen der unmittelbaren und mittelbaren Nachbarschaft gewidmet, Mitte und Prenzlberg. Alles ist mittlerweile total renoviert hier, nur noch wenige Häuser erstrahlen im Grau der DDR. Manchen Anwohnern geht das offensichtlich zu schnell und weit, “Spekulanten töten” und “Sie kaufen was sie kaputt machen” ließt man an den Mauer um den Helmholzplatz. Mitte sieht auch nicht anders aus, sehr schön alles, toll renoviertes, altes Berlin. In den Straßen hört man viele Sprachen, Englisch, Französisch, Italienisch – Berlin hat einen Hauch von internationaler Metropole. Abends suchen wir am Prenzlauer Berg eine Kneipe, wir haben so was abgefahrenes, neo-alternatives im Sinn, was aber nicht zu finden ist. Alles zu sehr Toskanafraktion hier unterhalb der Danziger Straße. Schließlich landen wir doch noch in einer Kneipe, die einen ehrlichen Eindruck macht, aber auch in Fürth oder Frankfurt an der Oder stehen könnte. Unsere Sehnsucht nach Klischee erfüllt sich nicht heute Abend, aber das Berlin unserer Vorstellungen werden wir am nächsten Tag entdecken, in Friedrichshain und Neukölln.

Der große Tag der Entdeckungen fängt am Frankfurter Tor an. Hier steht die Vorzeigearchitektur des ehemaligen Arbeiter und Bauern Staates. Vorne renoviert, hinten am zerfallen. Von hier aus laufen wir durch Friedrichshain, durch lebendige Straßen mit Cafés und kleinen Geschäften. Richtung Süden geht es, schließlich eine Station mit der S-Bahn, bis zum Treptower Park. Dort haben die Russen sich und uns Deutschen ein Kriegsdenkmal hingestellt, das den gefallenen russischen Soldaten gedenkt. Ein imposantes Denkmal, um dessen Pflege sich die Bundesregierung seit dem Abzug der Siegermächte kümmert.

Nach einer Stärkung mit Currywurst und Bier, geht´s weiter nach Kreuzberg. Im Freischwimmer hören wir einer Band zu, die dort gerade zu spielen angefangen hat. Lange halten wir uns hier auch nicht auf und machen uns gleich weiter auf nach Neukölln, das soll ja gerade das angesagteste aller Viertel sein. Leider ist Neukölln riesig und auf Anhieb finden wir uns nicht so richtig zurecht. Wir sind auch schon ca. 15 Kilometer gelaufen und wollen einfach nur noch was Essen. Zum Glück führen uns unsere mobilen, internetfähigen Wegbegleiter auf den richtigen Pfad und wir landen auf dem Reuter Kiez, hier finden wir eine nette Kneipe, in der wir uns stärken und eine Bar, gleich nebenan, die nach Berlin aussieht. Also, geht doch Berlin, so soll das sein.

Nach einigen Tagen in München und Nürnberg kehren wir nochmal zurück und verbringen einen letzten Tag und zwei letzte Nächte in der Hauptstadt. Wir nehmen uns das Regierungsviertel vor, sehen uns die Mauer an, an den paar Stellen, wo man sie noch sehen kann, und entdecken auch noch nettere Ecken am Prenzlauer Berg. Am Ende fällt es dann ein wenig schwer zu gehen. Berlin hat sich gut angefühlt, richtig gut.

STACKD unterstützen macht Spaß

Behaupte ich jetzt einfach mal. Was ist STACKD, fragt ihr euch?

STACKD ist ein kleines Projekt, das meine Kollegen und ich von SUPERMETRIC letztes Jahr aus dem Boden gestammpft haben. Seither berichteten einige schlaue Leute darüber, auf diversen Blogs, und so haben wir gelernt, dass STACKD ein hyperlokales Netzwerk ist. Ursprünglich war die Idee, eine Plattform zu schaffen, die die Kommunikation innerhalb von Bürogebäuden ermöglicht. Wir waren selbst erst in ein 20-stöckiges Bürogebäude gezogen und fühlten irgendwie, dass man mehr mit anderen im Haus ins Gespräch kommen sollte – geschäftlich oder auf ein Bier. So haben wir STACKD ins Leben gerufen, eine Online-Plattform, die hilft, Menschen die im gleichen Gebäude arbeiten zusammenzubringen.

Neulich haben wir uns bei Pepsi Refresh Everything beworben, einer Initiative, bei der Pepsi monatlich 1,3 Millionen Dollar in Projekte verschiedener Kategorien investiert. Wir haben uns im Themengebiet “Neighborhood” plaziert, für ein Preisgeld von $50.000 Dollar, das die Top 10 jeder Kategorie bekommen. Seit heute 18 Uhr sind wir live und kreitz.de bittet alle Leser für STACKD abzustimmen und uns zu unterstützen, über das Widget hier unten. Schon mal vielen Dank, und wer Fragen hat oder andere Anregungen loswerden will, einfach hier einen Kommentar hinterlassen.

(K)ein Sommer in New York

Es war ein Trauerspiel mit dem Sommer in New York, bislang. Schön, superheisse 35°-im-Schatten-Tage mit 96% Luftfeuchtigkeit blieben bislang aus und die Stromrechnungen halten sich noch auf Winterniveau, ein paar Vorteile hat das Ganze also. Aber so richtig Sommerfeeling kommt erst langsam auf, eigentlich erst Anfang Juli, sehr ungewöhnlich. Trotzdem gibt es schon ein paar schöne Dinge zu berichten.

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IMG_0464Vor einigen Wochen hatte ich spontan Lust auf einen Ausflug zur Ikea. Weil ich in Manhattan war, nahm ich am Pier 11 das Water-Taxi, eine Mini-Fähre, auf der etwa 50 Leute Platz haben. Ikea bezahlt die Rechnung und so kann man ganz umsonst eine 15-minütige Bootsfahrt von der Südspitze Manhattans nach Red Hook, Brooklyn geniessen. Da kommt man dann gut gelaunt im Möbelhaus an und kauft voller Energie tolle Sachen, ein Badezimmer Teppich zum Beispiel, einen grauen, oder bunte Mülleimer, die bei der Wertstofftrennung helfen.

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Die Ikea hat ja einen tollen Park gebaut in Red Hook, direkt am Wasser, darüber schrieb ich schon letztes Jahr. In Manhattan gibt es jetzt auch einen neuen Park, der seit einigen Wochen endlich der Öffentlichkeit zugänglich ist: die Highline. Auf Stelzen getragene, ehemalige Güterbahnschienen, die sich von der 14ten Strasse bis in die 30er ziehen und New Yorks Modernisierung jahrzehntelang trotzten, wurden wiederbelebt. Jahrelang unbeachtet, wuchsen dort oben, 10 Meter über all dem Jubel und Trubel unbemerkt Unkräuter vorsichhin, bis irgendwann immer mehr Menschen auf die Highline aufmerksam wurden. Glücklicherweise wurde beschlossen diese Idylle jedem zugänglich zu machen und einige Ausschreibungen und Einreichungen später avancierte die Highline und der diese am Südende umgebende Meatpacking District zur Spielwiese moderner Architektur. Noch ist der Park nicht ganz fertig und noch ist er recht überfüllt aber schon einen Ausflug wert, der interessanten bautechnischen Details wegen oder einfach zum Entspannen, den Sonnenuntergang geniessen, mit bestem Blick über den Hudson.

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IMG_0490Ein weiterer beliebter Ausflugsort ist auch das PS 1 in Long Island City, Queens. Die umgebaute Schule ist eine Aussenstelle des MoMa und üblicherweise gibt’s dort immer ganz ausgefallene, sehr moderne Kunst von meist unbekannteren Künstlern (für mich ist fast alles Moderne unbekannt, weil meine kunstgeschichtliche Ausbildung dank gewissenhaften Lehrers leider bei Andy Warhol aufhörte und ich seither nicht die Muse fand Versäumtes nachzuholen). Wir nahmen die Bonnie und fuhren mal hin, letzten Samstag, trafen Max und warfen uns in die Menge junger Menschen, die sich das Samstagsprogramm Warm-up mit elektronischer Musik reinzogen, inklusive Bilder, Bier und Barbeque. Neben der Installation im Aussenbereich haben wir nur eine Weitere gesehen, innen war ein Pool aufgebaut, den man “begehen” konnte. Eine nur ca. 20cm dicke Wasserschicht suggerierte von oben betrachtet, dass unten im Wasser Leute stehen und wenn man den Grund des Pools betrat, fühlte man sich irgendwie von Wasser umgeben und empfand ein Stückweit die Weite und Schwerelosigkeit, die man unter Wasser zu finden glaubt.

Kann’s denn das gewesen sein?

Der Sommer fühlt sich manchmal schon an wie Herbst, das Licht ist so anders, so Oktober. Das nahende Ende übt ungemeinen Druck aus, die verbleibenden Sonnentage noch so zu nutzen, wie man es im Frühling vor hatte. Öfter an den Strand fahren, ein Konzert im Park besuchen, Freiluftkino, Eis lecken, Ausflüge machen, Grillen, Picknicken, und so was. Vieles fehlt noch auf der Liste und der Stress steigt, schnell noch alles durchziehen zu wollen. Aber so schlecht waren wir gar nicht, wie haben einiges geschafft.

Robert Moses Beach Am Strand waren wir zum Beispiel ein paar Mal, auf Fire Island, am Robert Moses Beach und jetzt noch schnell am Orchard Beach in der Bronx. Hier, an der Copacabana New Yorks, hauchen fröhliche Einwanderer dem an sich mittelmässigen Strand so viel Leben ein, dass ein Tagesausflug zur kleinen Weltreise wird. Insgesamt ist das Wasser hier an den New Yorker Stränden einen Tick zu kalt und zu wild, ich werd' wohl alt, oder habe mich in Costa Rica zu sehr verwöhnen lassen.

AussichtZum Ausgleich zu Stadt und Strand waren wir auch wieder in der Natur, wieder in den Adirondacks, dem gigantischen Naturschutzgebiet im Norden New Yorks. Hier gibt's hauptsächlich Wald, viel davon, und Hügel, bewaldet meistens. Dieses Mal waren wir am Lake George, da kann man auch baden, im wunderschön warmen und kristallklarem Wasser. Jeden Abend gab's BBQ, lecker.

Auch den Park haben wir genutzt, dieses Jahr. Es gab wieder das große Picknick, bei dem an die hundert Freunde kamen und alle was mitbrachten. Wir sind laufen gegangen, und Ball spielen. Wir haben Bon Jovi live gehört und gesehen (die letzten 2 Lieder, als viele schon gingen). Ja, man kann sagen, dieses Jahr haben wir die neu erworbene Nähe zum Park ein Stückweit genutzt. Noch nicht schamlos ausgenutzt, aber dennoch.   

Public Farm 1 Wir waren viel in Brooklyn, bei Freunden, oder zum Essen. Und in Queens, im PS 1 zum Beispiel gleich zwei mal, zum Warm Up und für die Olafur Elliason Ausstellung. Das alles haben wir mit der Vespa gemacht, oder Stella eigentlich, meinem schwarzen Superroller, der uns sicher durch die Saison gefahren hat und der einen Ehrenplatz in meiner Gallerie von Kraftfahrzeugen einnimmt. 

Zum Glück ist er noch nicht ganz vorbei, der Sommer, und der New Yorker Herbst ist ja auch ganz schön, es bleibt also noch viel zu erleben und zu entdecken. Schönes Ding!

New Museum

[inspic=8,right,fullscreen,150]Ein neues Museum hat aufgemacht und wir waren drin, mit Christian und Betty. Die Ausstellung hieß Unmonumental: The Object in the 21st Century. War ganz ok, aber das tolle am New Museum auf der Bowery ist die Architektur, die von außen Spektakuläres vermuten lässt, innen dann jedoch relativ schlicht daher kommt, dennoch elegant und minimalistisch. Ziemlich schlecht ist allerdings die bauliche Ausführung, Spalten und Risse am Boden, schon wenigen Wochen nach Eröffnung. 

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Welcome to kreitz.de, a personal weblog edited by Olaf Kreitz since 2005. kreitz.de covers some of the notable things I come across in New York, online or elsewhere in the world, small and big adventures, my 5 cents on movies, music, art, food and stuff I like. More here.

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